06.09.2011, 11:31
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Reportagen

100 Mio. pro Jahr – Pérez will die Goldgrube Bernabéu erschließen

Er ist nicht nur Chef des größten Baukonzerns Spaniens, er ist nicht nur Präsident Real Madrids, nein, er ist ebenso Visionär. Und was ihn von den meisten Vordenkern seiner Zeit unterscheidet, er packt auch an. Nicht nur träumen, sondern tatkräftig Träume verwirklichen – das ist seine Mission. Als Florentino Pérez 2009 seine zweite Amtszeit antrat, versprach er nicht nur das sportliche Aufrüsten der Superlative, sondern auch, die Königlichen wiederholt zum wirtschaftlichen Nonplusultra der Branche zu machen. Dabei helfen soll nun auch das „Projekt Bernabéu“, eine Goldgrube wie er es selbst beschreibt.

So stellt sich die Sportzeitung AS das künftige Bernabéu vor ...

...Revaldería und Agudo von ABC versuchten in dieser Montage die Pläne darzustellen.

Das Bernabéu als Geldanlage zur finanziellen Unabhängigkeit

Keine Frage, als Baulöwe stehen bei ihm seit jeher Infrastruktur-Projekte hoch im Kurs. Sei es der Bau der Sportstätte oder umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen am Fußballtempel Bernabéu, die er von 2000 bis 2006 auf den Weg brachte. Was in den nächsten zwei, drei Jahren folgen soll, läuft jedoch unter dem Motto „ Meisterwerk“.

Zum Hintergrund. Suchen dieser Tage Staaten rund um den Globus nach Möglichkeiten, die Abhängigkeit vom Erdöl zu kappen, um nicht mehr am Tropf und den Launen der erdölexportierenden Ländern zu hängen, verhält sich dies ähnlich bei Sportvereinen im Zeitalter hochdotierter TV-Verträge. Trotz der sprudelnden Einnahmen für die Blancos, will man eine weitere, eigene Einnahmequelle erschließen, um mögliche Schwankungen auszugleichen und sich finanziell unabhängiger vom Geschehen auf dem Rasen zu positionieren.

Die Umsätze der Madrilenen basieren heute auf 35% TV-Gelder, 30% Vermarktung, 5% Trikotverkäufe, weitere rund 5 % kommen durch Einnahmen z.B. dem UEFA Topf zustande und die restlichen 25% erwirtschaftet das Stadion, durch die Ticketverkäufe, VIP-Logen, Stadion-Touren und Anteile der Mitgliedsbeiträge.

Die Frage, die nun gestellt wurde, ist ebenso simpel wie einleuchtend: An welcher Schraube können wir noch drehen, um den Umsatz zu erhöhen, diesen konstant zu halten und all dies in Eigenregie unabhängig von externen Einflüssen gestalten? Die Antwort: Das Bernabéu!

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Restaurants, Hotels und eine Überdachung – Pérez plant Großes!

Was soll nun geschehen? Die Pläne sehen vor, aus dem historischen Fußballstadion ein Prestigeobjekt mit hoher Rentabilität für den Verein und die Stadt zu kreieren. Dazu musste Pérez Madrids Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardón davon überzeugen, die nötige Bebauungsfläche rechtlich abgesichert an den Verein zu veräußern.  Nach Informationen von Journalist Rubén Uría, der in der Vergangenheit immer wieder topinformiert in Erscheinung trat, ist dieser Deal nun unter Dach und Fach, die Unterschriften der Stadt und des Vereins sind unter den Vertrag gesetzt. Demnach soll eine Fläche von 31.000 Quadratmetern vor dem Stadion und angrenzend an den Paseo de la Castellana, zur kommerziellen Nutzung freigegeben werden.

Zum Nachlesen: Externer LinkDas neue Santiago Bernabéu – Ab in die Zukunft!

Hier soll ein Shopping-Center entstehen, dazu zahlreiche fünf Sterne Restaurants und Suites mit einem Blick ins Estadio Santiago Bernabéu, was die Möglichkeit bietet, quasi im Bett liegend ein Spiel zu verfolgen. Um eine komplette Integration in das Stadion zu bewerkstelligen, soll die Fassade auf dieser Seite um den Komplex erweitert werden. Weiter sieht die Planung die Überdachung des Stadions vor, was jedoch separat zu diesem Projekt realisiert werden soll, Priorität hat der Anbau. Die Investitionskosten werden mit rund 200 Mio. Euro angegeben (die Überdachung liegt bei rund 40 Mio. Euro) und wie Uría erfahren haben will, soll kein geringerer als Architekt Frank Owen Gehry, der bereits seine Finger beim berühmten Guggenheim Museum in Bilbao im Spiel hatte, mit der Konzeption betraut worden sein.

Die Königlichen versprechen sich von dieser Maßnahme rund 100 Mio. Euro pro Spielzeit an zusätzlichem Umsatz. Die Amortisation soll nach vier Jahren realisiert sein. Bis zum Ende der Amtszeit 2013 sollen die ambitionierten Pläne umgesetzt sein. Am 24. September soll laut Angaben der AS eine Mitgliederversammlung einberufen werden, auf der die Direktive um Pérez die Pläne im Detail veröffentlicht. Realmadrid.de bleibt dran.

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geschrieben von Tobias A. Hellmann

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