Beim vierten Test der Saisonvorbereitung kam Real Madrid beim belgischen Traditionsklub Standard Lüttich nicht über ein mageres Remis hinaus. Mit neuer Aufstellung und neuem System war vor allem die Chancenverwertung ein Schwachpunkt im heutigen Spiel des Mourinho-Teams. Einzig Rafael van der Vaart rückte besonders mit seinem Freistoßtor in den Fokus - und „begrüßt“ seinen neuen Konkurrenten Mesut Özil damit auf seine typische Art und Weise...
Vor ausverkauftem Hause sahen rund 30.000 Zuschauer im 'Sclessin' ein umkämpftes und eher fußballarmes Spiel zwischen Standard Lüttich und Real Madrid. Es war eine umkämpfte und eher weniger unterhaltsame Partie, bei der sich letztendlich die beiden Teams mit einem Unentschieden trennten. Nachdem der Holländer Rafael van der Vaart bereits in der 12. Minute per Freistoß die frühe Führung des spanischen Rekordmeisters besorgte, glich der Gastgeber aus Lüttich erst spät, in Minute 77, zum 1:1 aus. Torschütze für die Belgier war Benteke.
Dabei hatte man sich von der Mourinho-Elf eigentlich einen klaren Sieg gegen den 'Underdog' erwartet. Bayern München war am vergangenen Freitag ein weitaus anderes Kalbier und man merkte auch im Spiel gegen Lüttich den Unterschied: Real konnte das Spiel besser kontrollieren. Ballbesitz, Sicherheit und auch zwischenzeitlich gute Ansätze im Spiel nach vorn kristallisierten sich heraus. Im Fokus stand jedoch in erster Linie Rafael van der Vaart. Der Holländer hatte besonders große Motivation, sich zu beweisen und dem Trainer heute noch einmal alles zu zeigen. Die Partie galt sowieso als Chance für die Ersatzspieler. So standen beispielsweise Royston Drenthe, Lassana Diarra, Fernando Gago, Esteban Granero oder eben der genannte van der Vaart in der Startformation. Spieler wie Cristiano Ronaldo saßen zunächst nur auf der Bank. Van der Vaart war jedoch derjenige, der nicht nur wegen seinem Tor, auf sich aufmerksam machte. In der ersten Halbzeit war er einer der aktivsten Spieler im weißen Dress und krönte seine Leistung mit einem Freistoßtor in der 12. Minute. Durch den
Özil-Transfer wird es für den Vizeweltmeister noch schwieriger, sich endlich in Madrid durchzusetzen. Gerät van der Vaart möglicherweise sogar in Vergessenheit? Spanische Medien berichteten nach dem abgeschlossenen Deal mit dem deutschen Spielmacher, dass dies nun das besiegelte Ende für van der Vaart sei. Mit Granero, Kaká, Canales und Özil sei kein Platz mehr für den sympathischen Ex-Hamburger. Vor Kurzem kündigte er bereits an,
sich durchsetzen und kämpfen zu wollen - gegen Lüttich gelang ihm dieser Impuls...
Das Spiel wirkte im ersten Durchgang jedoch trotz allem etwas müde und ideenlos. Higuaín und Benzema spielten erstmals seit Langem gemeinsam im Angriff - beide konnten Torwart van Hout aber nicht sonderlich in Bedrängnis bringen. Eher der Versuch eines strukturierten Kombinationsspiels war in Halbzeit eins das Motto der Madrilenen. Nach dem Seitenwechsel brachte Mourinho dann Cristiano Ronaldo und Ángel Di Maria, die das Offensivspiel ankurbeln sollten. Auch der Deutsche Sami Khedira kam neben Ricardo Carvalho für die Defensive, sowie der zweite Torwart Jerzy Dudek für Iker Casillas. Mit den Einwechslungen von Canales und Pedro León in der 60. Minute, kam dann auch neuer Schwung. Die Gefahr und der Zug zum Tor wurde größer, Chancen wurden herausgespielt - diese wurden allerdings nicht genutzt. Und wie das im Fußball so ist, wird am Ende für seine vergebenen Chancen bestraft. In der 77. Minute traf Stürmer Benteke nach einer Flanke vom ehemaligen Real-Canterano Dani Opare, der vor wenigen Wochen zu den Belgiern wechselte und heute 90 Minuten gegen seine Ex-Kollegen zum Einsatz kam. Der Kopfball des Angreifers kam für Dudek überraschend, da Carvalho den Ball nur knapp verfehlte und Benteke platziert einnickte.
Die verbleibenden Minuten drückte Real dann auf das 2:1, um die Saisonvorbereitung mit einem weiteren Sieg fortzusetzen. Viele Chancen wurden herausgespielt, doch wieder ließ man diese ungenutzt. Ronaldo und Di Maria verzweifelten am holländischen Keeper van Hout, der geradezu über sich hinaus wuchs. Eine strittige Szene gab es in der 87. Minute, als man Cristiano Ronaldo einen möglichen Strafstoß verweigerte. So hieß es am Ende 'nur' Unentschieden und Real setzt seine ungeschlagene Serie unter Mourinho weiter fort, auch wenn es noch einiges zu verbessern gibt. Da gibt es noch einige Baustellen, aber das weiß der portugiesische Erfolgscoach. Mann des Spiels war für diesen Moment definitiv Rafael van der Vaart, der den neuen 'Superstar' aus Bremen, Mesut Özil, auf seine ganz eigene Weise begrüßen konnte. Alles läuft auf spannende Stammplatzduelle hinaus - für van der Vaart steht jedoch fest: „Ich habe vor niemandem Angst!“
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