Wer dieser Tage noch Karten für die zumeist komplett ausverkauften Spiele im Santiago Bernabéu ergattern konnte, der wird neben Kabinettstückchen auf dem Rasen und einer beeindruckenden Kulisse vorallem eines sehen: Tore! Wie eine geölte Maschinerie, auf Tore und Spektakel getrimmt, gehen die Königlichen in dieser Saison zu Werke. Gemessen an der Torausbeute ist nach elf absolvierten Partien der beste Liga-Start – wohlgemerkt aller Vereine – seit 56 Jahren herausgesprungen. Als Madridista darf man sich bereits fragen, wo und wie das enden wird...
Tor am laufenden Band, die Offensivmaschinerie Reals - Foto: Víctor Carretero, Realmadrid.com
MADRID. Kann das denn wirklich wahr sein oder handelt es sich um einen Fehler in der Statistik? Der geneigte Anhänger der Merengues kann derzeit nur mit einem breiten Grinsen durch die Welt stapfen, denn selbst für die Ansprüche des besten Vereins des 20. Jahrhunderts hinterlassen die derzeitigen Werte einen fast surreal, augenreibenden Beigeschmack. In elf Ligaspielen schoss man unglaubliche 39 Tore und kassierte lediglich deren sieben. Macht in der Differenz ein aberwitziges Torverhältnis von plus 32. In Worten: zweiunddreißig! Damit überrollt das Einsatzkommando Mourinhos jeden bis dato aufmüpfigen Gegner mit im Schnitt 3,5 Toren pro Partie. Den Allzeit-Rekord hält im Übrigen ebenso der derzeitige Tabellenführer, Real Madrid. Damals in der Saison 1950/51 noch mit mächtigen 42 Treffern nach elf Spielen!
Erlebe die Stars LIVE und hautnah, jetzt Tickets sichern!Speziell das Estadio Santiago Bernabéu ist eine nicht einnehmbare Festung. In den fünf Auftritten vor heimischem Publikum netzten Ronaldo und Co. sageundschreibe 24 Mal ein – fast fünf Treffer pro Match. Da bleibt gleichermaßen kein Auge trocken: die Gegner vergießen Tränen des Leids und die Madrilenen jene des Glücks. Auswärts klingelte es in sechs Duellen immerhin noch 15 Mal, dabei musste Iker Casillas nur ein einziges Mal hinter sich greifen – bei der bisher einzigen Saisonniederlange in Levante. Auch der überragende Fitnesszustand der Mannschaft kann anhand der Statistiken belegt werden. Von der Gesamtanzahl der Tore konnten die Blancos 16 davon in den letzten 15 Minuten einer Partie erzielen.
Ein Verdienst des ausgeklügelten Trainingssystems des portugiesischen Starcoaches.
Doch auch in einem perfekt abgestimmten und harmonischen Orchester gibt es immer einen Star-Solisten, ein ersten Geiger, der herausragt und den Extra-Applaus erntet. In der
letzten Saison schoss Cristiano Ronaldo ganz Europa alleine in Grund und Boden, das verwunderliche ist nur: er hört damit nicht auf! Keine einmalige und historische Saison, nein, der 26-Jährige ist fest entschlossen nach der grandiosen vergangenen Saison eine noch bessere hinterher zu schieben. In dieser Saison konnte er in der Primera Divison bereits vier (!) Hattricks erzielen. Die Leidtragenden waren die Teams aus Saragossa, Vallecano, Málaga und zuletzt Osasuna. Auf seinen Spuren wandelt dazu noch Gonzalo Higuaín, der in ebenfalls beachtlichen zwei Partien drei Mal traf (Espanyol und Betis). Den beiden Hattrick-Maschinen verdankt man in der Hauptstadt bisher alle 180 Minuten einen Dreierpack. Wahnsinn!
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Und wer könnte die Spitzenleistung Ronaldos besser beurteilen, als einer, der ebenfalls für die Königlichen Geschichte schrieb. Kein geringerer als Iván „der Schreckliche“ Zamorano, der zwischen 1992 und 1996 in 137 Spielen 77 Tore erzielte und heute noch Kultstatus genießt, bewertete die Leistungen des Astro-Portugiesen: „Ronaldo ist ein Phänomen, er steht über den meisten anderen Spielern. Egal ob mit dem Fuß oder per Kopf, er ist ein kompletter Stürmer, der den Unterschied ausmacht. Seine Dynamik und seine physische Stärke sind einzigartig, er wird dem Madridismo noch viel, viel Freude bereiten“, so das einstige Kopfballungeheuer aus Chile. Im Übrigen hat „CR7“ insgesamt bereits elf Hattricks auf dem Haben-Konto.Und dass nach 74 Ligapartien für den größten Verein der Welt. In der Liste der ewigen Hattrick-Stars liegen nur noch Puskas mit 12 und Di Stéfano mit 22 Dreier-Packs vor ihm. Und wer den ambitionierten Superstar kennt, der weiß, dass er keine Ruhe gibt, bis er vom Gipfel grüßen darf – ganz zur Freude der Fans.
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