Noch sieben Tage bis zum Trainingsauftakt in Valdebebas und Nuri Sahin kann es kaum erwarten, für seinen neuen Arbeitgeber auf dem Platz zu stehen. Seit heute befindet sich das 22-jährige Mittelfeldtalent nun schon in Madrid, um sich mit einem speziellen und lockeren „Work-out“ von seinem Innenbandriss im Knie zu erholen. Die Muskeln sollen langsam wieder aufgebaut werden, damit der Neu-Madrilene topfit mit in die USA reisen kann. Im Interview mit der AS sprach Sahin über seine neue Herausforderung...
Er kommt als bester Bundesligaspieler der Saison 2010/2011 zu den Madrilenen und hat laut einer Umfrage der FIFA
die größte Perspektive für die Zukunft: Nuri Sahin beginnt seine Arbeit bei seinem neuen Klub Real Madrid! Anders als seine Kollegen, die sich noch im Urlaub befinden und die Sonne am Strand genießen, startete der türkische Nationalspieler heute ein spezifisches und für ihn abgestimmtes „Work-out“, mit dem Ziel, bis zum nächsten Montag topfit in die Vorbereitung gehen zu können. Für alle die es nicht wissen: Sahin zog sich Ende April einen Innenbandriss im Knie zu und fiel für den Rest der Spielzeit aus. Der Madrider Sportzeitung AS versicherte er jedoch, wieder genauso „stark“ wie vor der Verletzung zu sein: „Ich werde ab dem 11. Juli voll dabei sein. Alles läuft gut, ich habe mich erholt und freue mich auf die neue Mannschaft und das neue Umfeld. Ich bin wieder genauso gut wie vor der Verletzung und spüre keine Schmerzen. Das Ziel ist es jetzt, mich langsam wieder reinzufinden, damit ich auf dem gleichen Level wie meine Kollegen beginnen kann. Um ehrlich zu sein, ist es das erste Mal, dass ich mich über einen verkürzten Urlaub freue“, erklärte der symphatische Mittelfeldstratege mit einem breiten Grinsen.
Zum einen Teil ist es große Freude, die den Spieler vor seiner neuen großen Herausforderung erfüllt, zum anderen Teil ist Nuri Sahin aber auch sehr aufgeregt. Zwar ist es schon zwei Monate her, als der Transfer des 22-Jährigen an die Concha Espina offiziell wurde, doch geht es jetzt erst so richtig los für den ehemaligen Borussen. Die größte Herausforderung seiner noch jungen Karriere steht bevor. „Es fiel mir sehr schwer, das alles zu glauben. Vor allem die letzten Wochen vergingen im Flug. Doch jetzt realisiere ich langsam, was mich so erwarten wird. Real Madrid ist ein Traum. Und vor allem ging es damals alles so schnell. Der Anruf von José Mourinho kam so plötzlich. Das war ein sehr besonderer Moment. Ich war zu Hause, plötzlich rief mich mein Berater Reza Fazeli an und sagte mir, dass jemand von Real Madrid mich aus England sprechen wolle. Fünf Minuten später klingelte das Telefon, ich ging dran und eine Stimme sprach: 'Hallo, ich bin's, Mourinho!' Ich hielt es für einen schlechten Scherz, doch dann sagte er mir, dass er mich schon lange beobachtet hat und mich verpflichten möchte. Dann konnte ich natürlich nicht nein sagen, erst recht nicht zu einem solchen Verein“, erinnerte sich der Linksfuß an den Moment, der sein Leben verändert hat.
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„Mich erwartet der härteste Kampf!“
So kam Nuri Sahin nahezu auf dem gleichen Weg zu den Merengues, wie Mesut Özil oder Sami Khedira. Es war so ein typischer Mourinho-Transfer, denn kaum ein spanischer Fan kannte den Mittelfeldakteur aus Dortmund. Das Interesse des besten Trainers der Welt machte ihn gänzlich stolz und gab ihm eine Menge Selbstvertrauen. So ist er trotz der großen Konkurrenz im zentralen Mittelfeld felsenfest von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt. „Ich habe viel Selbstvertrauen, ich werde in der Startelf sein. Ich habe hart dafür gearbeitet und ohne weitere Verletzungen bin ich mir sicher, dass ich eine große Rolle spielen werde. Zidane ist eines meiner Idole. Ich will mich darauf konzentrieren, was er bei Madrid gemacht hat“, so ein selbstbewusster Sahin, der von José Mourinho auch schon eine ganz spezielle Aufgabe aufgetragen bekam: „Ich soll das Mittelfeld organisieren“, erklärte er.
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„Ich werde mich durchsetzen und Stamm spielen“
Doch fragt man sich, wie der Türke ohne Spanischkenntnisse das königliche Mittlefeld „organisieren“ soll. Sahin aber sieht darin kein Problem, erst recht nicht, weil seine Frau und er schon Sprachkurse besucht haben: „Ich habe schon in Dortmund begonnen, Unterricht zu nehmen. Aber aus reinem Interesse, nicht, weil ich gewusst hätte, dass ich zu Real Madrid wechsele. Ich machte das zusammen mit anderen Kameraden beim Übersetzer von Lucas Barrios. Meine Frau und ich nehmen schon seit Monaten Intensivkurse.“
Na, mit dieser positiven Einstellung dürfte dann wohl nichts mehr schief gehen für das große Talent aus Dortmund. Sowieso nicht mit folgendem Schlusswort, welches die Real-Fans in aller Welt erfreuen dürfte. Auf die Frage hin, warum er wegen des Erfolges nicht zum FC Barcelona gegangen sei, antwortete Nuri nur: „Der FC Barcelona ist ein großer Verein und in Form, aber Madrid wurde zur Mannschaft des Jahrhunderts gewählt. Deshalb bleibt Madrid für mich der beste und größte Klub der Welt.“
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