Seit dem wiederholten Amtsantritt von Florentino Pérez 2009 und der Verpflichtung José Mourinhos im Jahr darauf, sollte mit neuem Konzept wieder an alte Glanzzeiten angeknüpft werden. Der Plan: altgediente und nunmehr unerwünschte Stars durch junge, talentierte und erfolgshungrige Kicker ersetzen. Diese Marschroute ging auf, der Verein ist wieder voll auf Erfolgskurs. Vom 28-Mann-Kader, der am Ende der Saison 2008/09 unter Vertrag stand, sind binnen zwei Jahren 22 Akteure vor die Tür gesetzt worden, lediglich sechs haben den Komplettumbau „überlebt“…
Mourinho und Pérez, das Erfolgsduo - Foto: Elisa Estrada, Realmadrid.com
MADRID. Lange liegt es zurück, dass die Merengues den Pokal mit den „Elefantenohren“ gewannen, 2002 um genauer zu sein – die Rede ist von der Champions League. Eigentlich ist es der Anspruch dieses Vereins, in der Königsklasse als Favorit dar zustehen, doch nach der Zeit von Zidane, Figo, Ronaldo & Co. sprangen in fünf Jahren wettbewerbsübergreifend nur drei Titel heraus. Ein Umbruch war dringend notwendig und wurde im Jahr 2009 mit der zweiten Ära Florentino Pérez’ als Präsident umgehend eingeleitet.
Es ging sofort los – Spieler wurden für viel Geld verkauft und der Kader erhielt eine Verjüngungsskur. Saviola zu Benfica, Huntelaar zu Milan, Sneijder zu Inter und Arjen Robben nach München hießen die Top-Abgänge der Merengues, alleine mit diesen vier Akteuren nahm Real 63 Mio. Euro ein. Dies und noch viel mehr wurde daraufhin in spektakuläre Einkäufe reinvestiert – Kaká, Cristiano Ronaldo und Topstürmer Benzema. Das Trio war den Madrilenen stolze 197 Mio. Euro wert! Hinzu verließen altgediente Stars wie Michel Salgado, Fabio Cannavaro und Gabriel Heinze den Verein. Insgesamt wurde der Grundstein gelegt – 257 Mio. Euro ausgegeben, 87,5 Mio. Euro eingenommen.
Klick dich jetzt durch den aktuellen Kader 2011/12Der Altersdurchschnitt wurde dabei gleich mitgesenkt. Lag er 2009 noch bei rund 27 Jahren, brilliert Real Madrid im Hier und Jetzt mit einem Schnitt von 25,2. Die MARCA schrieb jüngst, anno 2011 habe man „ein Real Madrid für die nächsten 10 Jahre geschaffen“. Und auch der Erfolg mit den jungen Spielern um Mesut Özil, Ángel Di María und Benzema findet den Weg wieder nach Madrid. Im letzten Jahr wurde die Copa del Rey abgeräumt, dieses Jahr sollen viele weitere Titel folgen. Die Transferpolitik hat sich vor allem dank Mourinhos gutem Händchen bewährt. Seitdem der Portugiese in Madrid trainiert, gab es kaum einen Spieler, den man in die Kategorie „Fehleinkauf“ packen könnte. Unter Mou gaben die Madrilenen 147 Millionen Euro für neue Spieler aus. Dem gegenüber stehen magere 19 Mio. Euro an Transfereinnahmen und, beachtlicherweise wurden mit Carvalho und Altintop auch nur zwei Spieler über 23 Jahren verpflichtet! Doch das wirklich Außergewöhnliche fällt dem geneigten Madridista so schnell gar nicht auf, denn aus dem Kader 2008/09 mit damals 28 Spielern stehen heute nur noch sechs weiterhin für die Blancos auf dem Platz - ganze 22 Spieler wurden verkauft! Die „treuesten" Madrilenen sind Iker Casillas, Sergio Ramos, Pepe, Marcelo, Gonzalo Higuaín und Lassana Diarra.
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