Man muss schon ein überzeugter Optimist sein, um zu glauben, an einem Sonntagmorgen um 8:30 Uhr volles Haus bei einer turnusmäßigen Mitgliederversammlung zu haben. Oder man hat einfach ein Thema auf der Agenda, was die Massen nicht bewegt, sondern sie gar emotional richtig durchschüttelt. Wenn am 25. September der Verein ruft, dann werden sie kommen und richten, denn es geht um nichts geringeres als das Zuhause des Madridismo, das historische Erbe Bernabéus.
MADRID. Getreu dem Motto „ja, mich interessiert mein Geschwätz von gestern“, schickt sich Präsident Florentino Pérez an, seine Vision für den Verein Schritt für Schritt zu verwirklichen. Als im Sommer 2009 unter dem Slogan „vuelve la ilusión“ der Baulöwe seine zweite Amtszeit einläutete, blieb im Sommer nicht nur den hartgesottensten Madridistas die Spucke weg, auch der gemeine Fußballfan musste sich kneifen, als er den Aufgalopp der Superstars im Bernabéu bestaunte.
Doch es sollte nicht nur beim spektakulären Aufrüsten des Teams und der Trainerbank bleiben. Von Beginn an wurde öffentlich bekannt und betont, dass das Santiago Bernabéu zum ultimativen Highlight, zum monumentalen Fußballtempel avancieren sollte. Avantgardistisches Design, kombiniert mit modernster Technik, feinsten Materialien und aller Annehmlichkeiten, die dieses Jahrhundert zu bieten hat. Wiederum soll es nun nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben, wieder packt der Macher an, um die Vision in die Wirklichkeit zu katapultieren. Am 25. September ist Stichtag. Während die meisten Mitglieder – womöglich aus purer Gewohnheit – die sagenhaften Geschäftszahlen (Anm. d. Red.: rund 500 Mio. Euro Umsatz, 46 Mio. Euro Gewinn vor Steuern) nur mit einem absegnendem Nicken und wohlwollendem Achselzucken zur Kenntnis nehmen dürften, sollte es emotional werden, dann, wenn der Vorhang sich öffnet. Das Bernabéu in seinem neuen Glanz erstrahlt, die Präsentation musikalisch untermalt die Vorzüge des „Wunderbauwerks“ und die Facetten der architektonischen Meisterleistung hervorbringt.
Bereits letzte Woche berichtete Realmadrid.de ausgiebig über die Pläne und die ökonomischen Ziele und Konsequenzen, doch greifbares, bebildertes gab es noch nicht. Vorab wurden jetzt bereits erste Zeichnungen publiziert, die das neue, remodellierte Bernabéu zeigen und den Fans einen Vorgeschmack liefern soll, was sie in Zukunft erwartet.
Das Ziel der Projektgruppe wurde klar definiert: „Das Estadio Santiago Bernabéu soll sich in ein Elitestadion, eine avantgardistische, weltweite Referenz verwandeln und in einen architektonischen und modernen Meilenstein für die Stadt Madrid.“
Ähnlich der Allianz Arena in München, soll das Stadion komplett in eine „zweite Haut“ verpackt werden, welche die ganze Arena samt der geplanten Anbauten (Shopping Center, Restaurants, Hotel etc.) einhüllt. Alles aus einem Guss. Ebenso soll die Dachkonstruktion tiefgreifend modifiziert werden. Der Plan, der eine komplette Überdachung des Stadions ähnlich der Amsterdam Arena vorsah, wurde modifiziert. Nunmehr soll der Rasen weiterhin unbedeckt sein, ein Stück Natur gewahrt bleiben, dennoch wird die neue Architektur die Zuschauer vor der Witterung schützen. Aktuell kann es schon einmal nass werden, nicht selten werden bei schlechten Wetter Regencapes verteilt.
Die Ambition hört jedoch nicht beim puren Design auf, auch in Sachen Technologie möchte man der Zeit einen Schritt voraus sein. Dazu gehören nicht nur zwei Grünzonen inklusive Spielwiesen für Kinder, die zum Verweilen einladen, auch werden regenerative Energiequellen ihre Verwendung finden. Solarzellen auf dem Dach bilden hier nur die Spitze des Eisbergs ab, die an Spieltagen die nötigen Vorräte für ein effiziente Abwicklung liefern und während der Woche ins Stromnetz eingespeist werden sollen – wiederum ein Schachzug in Sachen Rentabilität. Im Atemzug der Umwandlung des Paseo de la Castellana sei auch das geplante unterirdische Parksystem erwähnt. Dieses Vorhaben rührt noch aus den 90er Jahren, doch bis dato konnte man sich mit der Stadt nie auf eine Umsetzung einigen. Mit dem am 29. Juli unterzeichneten Vertrag zur Reorganisation der Lokalität ist diese Hürde nunmehr passé. Rund 1.500 Fahrzeuge sollen unter der Erde für Freunde des Shoppings im „neuen Bernabéu“ zur Verfügung stehen.
Unter Pérez Führung wurden bereits zwischen 2004 und 2006 rund 200 Mio. Euro für die Modernisierung der Spielstätte investiert, nun soll das letzte und größte Puzzlestück folgen. Die Symbiose aus Historie und Moderne, sie soll hier ihrem Höhepunkt ins Antlitz schauen. Das Bernabéu, nicht mehr nur ein Platz um die Heimspiele des weltbesten Vereins zu verfolgen; das Bernabéu ein Platz zum „Sein“, ein Platz integriert ins tägliche Leben.
Werde Facebook-Fan von Realmadrid.de und verpasse nichts!Anzeige
Noch nicht registriert?
Jetzt registrieren!Glücklich, gelöst und vor allem Stolz auf das Erreichte präsentierte sich Cheftrainer José Mourinho...
Fans, Kameras und Bodyguards folgen Cristiano Ronaldo auf Schritt und Tritt. Superstars wie der aus...
Man muss schon ein überzeugter Optimist sein, um zu glauben, an einem Sonntagmorgen um 8:30 Uhr...
Karim Benzema hat dank seiner zwei Treffer gegen San Sebastian Geschichte geschrieben: Der...
Real-Präsident Florentino Pérez legt noch einen drauf! Nach der Präsentation des neuen Bernabéu...
Leserkommentare