12.01.2012, 17:38
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Interviews

„Der Pokalgewinn war Wahnsinn, aber jetzt wollen wir mehr“

Von Reebok zu Adidas – Iker Casillas wird ab sofort die Marke mit den drei Streifen repräsentieren und für den deutschen Sportartikel-Hersteller werben. Um diesen Anlass gebührend zu promoten, war der Adidas-Shop im Santiago Bernabéu heute restlos belegt. Selbstverständlich durfte der Kapitän der Königlichen die sportliche Aktualität Revue passieren lassen und sprach unter anderem über den wohl lauernden Schlagabtausch mit dem FC Barcelona, die diesjährigen Ziele und Cristiano Ronaldo, der zuletzt in die Kritik geriet.

„Der Pokalgewinn war Wahnsinn, aber jetzt wollen wir mehr“

Casillas will in diesem Jahr die Liga und CL gewinnen - Foto: Víctor Carretero, Realmadrid.com

„Diese hohe Anzahl an Clásicos ist ermüdend“

MADRID. Als man im letzten Jahr gleich sieben Mal in den verschiedensten Wettbewerben auf den FC Barcelona traf, war dies nicht nur für die Fans nervenzehrend und emotional hochbeladen. Am Ende der „Schlacht-Wochen“ waren die Beziehungen beider Klubs so belastet, dass ganz Spanien gar Angst um den Teamgeist der Nationalelf hatte. Sollte alles nach Plan laufen könnte die Anzahl in diesem Jahr noch höher ausfallen. Recht offen kommentierte Casillas, dass ihm diese Häufigkeit eigentlich gar nicht schmeckt: „Ganz ehrlich? Es ist erschöpfend und ermüdend den Clásico so oft in einer Saison zu spielen. Es war natürlich eine hochinteressante Zeit, aber meiner Meinung nach verwässert die Anzahl der Spiele das Ereignis sehr. Wir werden jetzt sehen, ob wir gegen sie auch im Pokal ran müssen und wenn dies so kommen sollte, werden wir diesen Kampf annehmen. Man muss sich dennoch nicht damit verrückt machen lassen. Es stimmt zwar, dass sie in den letzten Spielen besser aussahen als wir, aber sowas kann sich von einem Tag auf den anderen ändern“, so Madrids Nummer 1.

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„Wir wollen ein Meister der Konstanz sein“

Ob es nun zu diesem prestigeträchtigen Duell im Pokal kommen wird oder nicht, die Blancos stehen derzeit sehr gut im Futter, erlauben sich kaum einen Ausrutscher und tanzen auf allen Hochzeit blendend mit. Das Geheimnis dafür sieht der 30-Jährige im Zusammenhalt des Teams und dem Plus an Erfahrung, welche der Kader nun aufweist. „Wir sind nicht nur ambitioniert und hungrig nach Titeln sondern auch sehr konstant. Im letzten Jahr wurde der Kader nochmals umgebaut und mit vielen jungen Spielern ergänzt. Wir konnten den Pokal gewinnen, doch in diesem Jahr wollen wir mehr. Wir haben selbst in diesem Jahr schon einen Lernprozess erlebt, nachdem wir gegen Levante und Racing fünf Punkte in einer Woche verloren. Wir haben die Punkte zurückerobert und wir wollen ein Meister der Konstanz sein. Wir sind uns sehr bewusst, dass wir nicht patzen dürfen, aber wenn wir weiter so konzentriert spielen, ist einiges möglich“, so der Schlussmann, der mit Nachdruck die Ziele klar umriss: „Es war wunderbar den Pokal in diesem Wahnsinnsfinale zu gewinnen, und wir wollen ihn auch in diesem Jahr nach Madrid holen. Dennoch müssen wir uns steigern. Wir wollen uns überbieten und die Liga und die Champions League gewinnen. Wir sind in allen Wettbewerben gut mit dabei und wollen auch ganz am Ende um alle drei Titel spielen. Wenn wir die Meisterschaft gewinnen und ins Finale der Champions League kommen, haben wir das letzte Jahr schon übertroffen.“

„Die Fans stehen wie eine Wand hinter Cristiano“

Einer, der von seiner Ambition und seinem Streben nach Perfektion lebt ist auch Cristiano Ronaldo. Trotz der auch bereits in dieser Saison fabulösen Statistiken wächst die Kritik am Superstar. In den letzten Spielen kam er nicht an sein gewohntes Niveau heran und die Fans quittierten seine zuweilen unergiebigen Anstrengungen mit Pfiffen.  Sein Kapitän stärkte ihm heute jedoch demonstrativ den Rücken: „Ronaldo ist extrem ein ambitionierter Spieler, der immer alles aus sich herausholt. Da er einer der besten Spieler der Welt ist, verlangen die Menschen natürlich auch mehr von ihm, als von anderen Akteuren. Er hat den Anspruch, das Beste für den Verein und sein Team zu geben. Wir wissen, dass das Bernabéu ein anspruchsvolles und forderndes Publikum hat und das ist auch gut so. Aber das Bernabéu stand immer wie eine Wand hinter Cristiano seit seiner Präsentation, als er allein das ganze Stadion füllte. So etwas gab es noch nie in der Historie des Fußballs, daher gibt es auch keine Diskussion.“

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geschrieben von Tobias A. Hellmann

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