Heute geht's endlich los: Das erste Pflichtspiel für die Saison 2010/2011 steht in den Startlöchern! Ehe es am Abend losgeht, möchten wir die Zeit nutzen, um im Vorfeld noch einmal die abgelaufene Vorbereitung Revue passieren zu lassen. Im ersten Teil berichtet Realmadrid.de über den Anfang der Ära Mourinho bis zum Ende der USA-Reise...
Urlaub vorbei, der Alltag ruft: Am 15.07. begann die Vorbereitung für die kommende Spielzeit 2010/2011! Nach der Sommerpause und der Weltmeisterschaft in Südafrika, ging es in den Morgenstunden wieder los mit dem Training für die Madrilenen –
wenn auch in Unterbesetzung. Zwar standen insgesamt achtzehn Akteure zum Auftakt auf dem Platz, davon waren aber lediglich zehn Spieler aus der Profimannschaft. Die prominentesten Vertreter auf der Namensliste waren die Franzosen
Karim Benzema und Lassana „Lass“ Diarra sowie der Argentinier
Fernando Gago – ersterer und letzterer wurden kurz vor der WM zur Überraschung vieler Experten und Fans aus ihrer jeweiligen Nationalauswahl verbannt, während Lass
aufgrund einer Krankheit ausfiel. Der bis dato einzige Neuzugang von Benfica Lisabon, Ángel di María, befand sich wie die restlichen Teilnehmer ebenfalls im Sonderurlaub.
Um die ersten Trainingstage dennoch sinnvoll zu gestalten, ohne mit einem „Rumpfteam“ zu arbeiten, integrierte der neue Starcoach José Mourinho gleich acht Canteranos: Daniel Carvajal, Marcos Tébar, Nacho, Álex, Denis Tcherysev, Fran Rico, Joselu und Álvaro Morata. Die Jungspund-Bande durfte am ersten Tag an Seite der Profis bei ersten Kraft- und Koordinationsübungen mit Hindernisparcours zeigen, was sie drauf haben, um im Idealfall zukünftig eine Option für „The Special One??
Wer in diesen Tagen Ausschau nach den Vereinsikonen hielt, der suchte vergeblich. Beide bekamen seitens des Vereins
zusätzlichen Urlaub bis zum 26.07. genehmigt, um sich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung zu begeben. Während sich der Abschied von Guti nach über 15 Jahren schon in der vergangenen Saison deutlich machte und Mourinho selbst sagte, in Zukunft ohne die „Diva“ zu planen, war die Situation bei dem Aushängeschild der Madrilenen deutlich undurchsichtiger, obwohl auch hier die Zeichen eher auf Abgang deuteten.
Schmerzliche Zeiten für die Fans der „Blancos“ bahnten sich an...
Schon am ersten Tag war zuerkennen, dass einzig „Mou“ die Marschroute in Madrid angeben wird. Nachdem er bei seinem Amtsantritt ankündigte, weitestgehend
die volle Kontrolle über die Transfer- und Kaderplanung ohne Einfluss aus dem Vorstand haben zu wollen, brachte er auch anderweitig die Steine ins Rollen. So beschrieb er beispielsweise seine neue Arbeitsstätte als „außerordentlich gut“, aber das sollte ihm nicht reichen.
Er kündigte an, eine VIP-Zone einrichten zu wollen, wo nur Menschen mit besonderer Befugnis, etwa die Familien der Akteure, oder die Spieler und Mitarbeiter selbst, Zutritt haben werden. Sinn und Zweck: Die Spiele vor der Presse abzuschirmen wo es nur geht, um nötige Ruhe und Konzentration zu gewähren. Ebenso ließ er verkünden, dass unter seiner Regie nur er selbst bestimmen würde, wann, wo und wie oft bestimmte Trainingseinheiten in der Woche zu absolvieren sind, wer daran teilnimmt und wie lange. Außerdem sprach er einen weiteren Punkt an, der vor allem im Fanlager auf hohe Resonanz traf: Mehr auf den Nachwuchs setzen, statt überteuerte und „fertige“ Stars zu verpflichten!
Bestätigungen für diese Eindrücke folgten schon in Kürze.
Esteban Granero stand auf einer Pressekonferenz nach nur zwei Tagen Rede und Antwort und erklärte: „Jeder Trainer hat seine eigenen Methoden, bisher haben wir zwar erst eineinhalb Tage trainiert, aber er hat schon jetzt seine Handschrift hinterlassen. Die Einheiten sind nicht sehr lang, dafür aber umso intensiver!“ Auch
Teamkollege Marcelo stiess in dieselbe Kerbe: „Wir trainieren aggressiv und mit allem was wir haben! Die Aufgabe für die kommende Saison ist es zu gewinnen. Daher quälen wir uns im Training richtig, um für diese lange Spielzeit vorbereitet zu sein. Mourinho gefällt mir sehr. Er ist ein großartiger Trainer, ein guter, ehrlicher und professioneller Mensch. Er hat uns sofort klargemacht, in welche Richtung es geht!“
Bereits ein Tag nach Trainingsauftakt gab es bei Real Madrid, trotz der Spekulationen über die Abgänge der beiden Publikumslieblinge, Grund zur Freude und ein neues Gesicht zu begrüßen.
Pedro León kam vom Vorstadtclub FC Getafe für rund zehn Millionen Euro. Der Flügelspieler wurde in erster Linie als Verstärkung für die Kaderbreite geholt, aber natürlich bei entsprechender Leistung mit Ausblick auf einen Stammplatz. Der 23-Jährige passte genau in das Profil, welches man unter der Regie von Mourinho bestrebt: Jung, ehrgeizig, erfolgsorientiert, variabel einsetzbar, preislich im Rahmen und zudem Spanier! Nach
Landsmann und Spielgestalter Sergio Canales, der sich derweil mit dem U19-Team bei der EM in Frankreich befand, und dem argentienischen
Flügelflitzer di María war es nun die insgesamt dritte Verstärkung für die Offensivabteilung, obwohl das Hauptaugenmerk eigentlich auf der Defensive liegen sollte. Und um diese sollte sich ab sofort gekümmert werden – der Portugiese nannte auch gleich einen speziellen Wunsch: „Wir wollen die Philosophie von Real Madrid weiterführen und nur Spieler mit Perspektive verpflichten […] Jetzt wollen wir noch Sami Khedira, der ebenfalls sehr gut zu uns passt und noch sehr viel Potenzial besitzt.“ Außerdem gab er bekannt, Ausschau nach Defensivverstärkung zu halten: „Das ist der Bereich des Transfermarkts, der mich derzeit interessiert.“
Siehe auch:
Mourinho fordert: „Wir brauchen einen Abwehrspieler und Khedira!“
Nach zwölf Tagen Training auf spanischem Boden ging es für die Männer rund um José Mourinho nach Amerika.
Mit im „Gepäck“ waren fünf Canteranos: Juanfran, Nacho, Tébar, Morata und Álex. Zum Kader gestoßen war außerdem, zur Überraschung vieler, der Superstar der Mannschaft – Cristiano Ronaldo. Der ehrgeizige Portugiese, der bei der WM enttäuschte und mit seinen Landsleuten im Achtelfinale gegen Spanien ausschied, kehrte ein Tag vor Abflug aus dem Urlaub zurück, obwohl er noch einen Tag hätte die Beine hochlegen können. Ebenfalls an Bord war sein Kollege und Kumpel Pepe, der erstmals nach seiner Verletzung im vergangenen Winter bei der WM zum Einsatz kam.
Auf dem Programm für die kommenden Tage standen vor allem viele Trainingseinheiten mit und am Ball, außerdem lag der Fokus an der Verbesserung der körperlichen Fähigkeiten – das alles unter der Sonne von Los Angeles bei fast hitzigen Temperaturen. Was die Spieler schon in Madrid berichteten, bestätigte auch ein Außenstehender –
niemand geringeres als Vereinslegende Emilio Butragueño: „Das Klima hier und die Anlagen sind ideal für die Spieler. Die Saisonvorbereitung kann so perfekt ablaufen. Die Einheiten sind sehr intensiv und von Tag zu Tag verschieden. Das hält die Konzentration der Spieler hoch, denn sie wissen nie, was auf sie zukommt. Aber ich glaube, es macht jedem viel Spaß und jeder ist hier glücklich.“
Nach und nach trudelten im Laufe der Vorbereitungszeit die weiteren WM-Teilnehmer ein. Am 30.07. folgte Goalgetter Gonzalo Higuaín, nachdem bereits ein Tag zuvor Neuzugang Ángel di María zum Team stoß –
die „Gaucho“-Fraktion war komplett. Während der der Kader sich langsam auffüllte und die Akteure wieder ihrer Arbeit nachgingen, wurde parallel fleißig am Kader gebastelt und am 31.07. um einen weiteren Akteur verstärkt, ausgestattet mit einem 5-Jahres-Vertrag:
Sami Khedira! Der deutsche Nationalspieler, der sich vor allem bei der WM ins Blickfeld vieler Topvereine gespielt hatte, galt als Wunschkandidat von „Mou“. „Ich hatte ihn schon vor der WM im Visier. Dort hat er mich dann vollends überzeugt. Wir wollten ihn bereits während der WM verpflichten, mussten dann aber bis zum Ende warten“, äußerte sich ein stolzer Trainer,
der ihn sogar als ein Kronjuwel des Fußballs bezeichnete. Nach bestandenem Medizincheck „mit den besten Werten“ machte sich der gebürtige Stuttgarter mit tunesischen Wurzeln auf die weite Reise nach Los Angeles, um sich seinen neuen Teamkameraden anzuschließen. Ebenfalls hinzu kamen kurz vor dem ersten offiziellen Testspiel gegen den mexikanischen Rekordmeister Club América die Weltmeister Iker Casillas, Sergio Ramos, Xabi Alonso, Álvaro Arbeloa und Raúl Albiol nach ihrem wohlverdienten Urlaub. Auch van der Vaart, der mit den Niederlanden den Spaniern gegenüberstand im Finale, kam zurück – der Kader war nun komplett…
Vergangenes Jahr wurde er als Hoffnungsträger für den Sturm auf Europas Fußballthron verpflichtet, stolze 64 Millionen Euro Ablöse lag man seitens der Madrilenen auf den Tisch. Am Ende blieb die nüchterne Erkenntnis, dass er unter den Erwartungen blieb. Auf absteigendem Ast befand sich der Brasilianer auch mit seiner Nationalmannschaft, bei der er weitestgehend blass blieb. Die Rede ist natürlich von Superstar Kaká, der für die kommenden Spielzeit voller Motivation und Tatendrang sein dürfte, um an alte Stärke anzuknüpfen. Doch statt Widergutmachung folgte ein weiterer, herber Rückschlag: Der 28-Jährige Spielmacher musste vorzeitig aus den USA abreisen und sich einer Operation am seinem rechten Knie unterziehen – rund vier Monate wird er aussetzen müssen! Was die ganze Geschichte so heikel machte, war die Tatsache, dass Kaká bereits vor der WM Schmerzen im Knie plagten und er gegen Empfehlung der Ärzte dennoch in Südafrika teilnahm. Obwohl es an teilweise herber Kritik aus der spanischen Presselandschaft hagelte, stärkten ihm sein Trainer und
vor allem der Vorstand den Rücken. Während also die einen zum Team dazukamen, musste mit dem Ex-Mailänder ein anderer gehen…
Zum Thema: Neuer Ärger um Kaká - „Er riskierte seine Karriere!“
Am 04.08. debütierte Mourinho als Trainer der „Merengues“
im ersten Testspiel gegen die Mexikaner von Club América. Eine regelrechten B-Elf schickte der 47-Jährige auf das Spielfeld – und nahm sie 90 Minuten später als Sieger in Empfang. Besonders der wie ausgetauscht wirkende Karim Benzema sorgte für viel Aussehen, ebenso konnten die beiden Neulinge Canales und Pedro León für viel Wirbel sorgen, ob durch Einzelaktionen, oder im kollektiven Zusammenspiel. Insgesamt war es ein überzeugender erster Auftritt der neuformierten Starensembles, wenngleich einige Stammkräfte wie die Spanier nicht zu Einsatz kamen und das Niveau aufgrund der vielen Auswechselungen in der zweiten Halbzeit verflachte. Auch drei Tage später lautete das Ergebnis am Ende 3:2 für die Gäste aus Madrid.
Gegen den Club von Ex-Madrilene David Beckham, Los Angeles Galaxy, war es im Spielverlauf zum vorherigen Spiel wie umgedreht. Nach 45 Minuten lag man 0:2 hinten gegen die Amerikaner, Mourinho reagierte und brachte gleich zehn (!) neue Spieler wie Cristiano Ronaldo, Xabi Alonso, oder Gonzalo Higuaín in die Partie – was sich am Ende voll auszahlte. Die Hauptstädter drehten in der folgenden zweiten Halbzeit die Partie und erneut hinterließen vor allem die neuen Gesichter Canales und Pedro León einen überzeugenden Eindruck. Nicht nur beim Trainer, auch die Fans schlossen die beiden Youngstars schnell in die Herzen, eine regelrechte Welle der Euphorie trieb durch das Fanlager der „Blancos“. Allerdings traf es nach Kaká mit Pepe einen weiteren Pechvogel, der von einer Verletzung nicht verschont blieb. Der Abwehrchef, der sich endlich nach langer Ausfallszeit zurückgekämpft hatte,
muss für rund drei Wochen erneut aussetzen, nachdem er sich im Laufe der Partie gegen L.A. Galaxy verletzt hatte.
Mit dem zweiten Sieg endete der Aufenthalt in Kalifornien. Ehe es zurück auf europäischen Boden ging, äußerte sich der neue Starcoach mit einem Zwischenfazit über sein Team,
welches positiv ausfiel, wenngleich noch lange nicht alles Gold ist, was glänzt.„Es gab Momente, die gefielen mir gar nicht, in beiden Partien. Aber das ist normal weil wir nach wie vor arbeiten und lernen, es gibt noch einiges auf Vordermann zu bringen. Mir gefällt die Mentalität des Teams. Keiner will von ihnen verlieren!“
Hier gehts zum zweiten Teil:
Vorbereitungsrückblick von Realmadrid.de - Teil 2. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen!
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