29.08.2010, 12:52
Artikel bewerten:
Bewertungen: 5.0 von 5. 2 Stimme(n).
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Schrift: A-AA+
Teilen

Reportagen

Der Realmadrid.de Vorbereitungsrückblick - Teil 2

Im ersten Teil des grossen Realmadrid.de Vorbereitungsrückblicks beleuchteten wir den Start der Vorbereitung bis zum Ende der USA-Reise. In dieser Fortsetzung geht es nun weiter vom anschließenden Flug nach München bis zum heutigen Tag, dem Ligaauftakt!

Nächster Stop: München – mit dabei: Ricardo Carvalho!

Zurück aus dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, machte das Team von José Mourinho weiter im Text - das Ziel: Ein Team auf Titelkurs! Externer LinkDie Maicon-Transfersaga, die seit Wochen und Monaten für viel Wirrwar in der Gerüchteküche sorgte, nahm ein plumpes und promptes Ende und so kam es, dass die „Königlichen“ mit einem alten Weggefährten des Startrainers verstärkt werden konnten. Ricardo Carvalho kehrte mit den Worten Externer Link„ich wollte schon immer zu Real“ zu seinem alten Trainer zurück und schnürte die Schuhe von nun an beim spanischen Rekordmeister. Im Gegensatz zu Khedira und Co. stellt der mittlerweile 32-jährige Haudegen eine erfahrene Backup-Option für den Trainer dar. Einen Tag vor dem Prestige-Duell mit den Champions League Finalisten Bayern München absolvierte der portugiesische Nationalspieler, der unglaubliche 15 Titel in seiner Karriere gewann, den obligatorischen Medizincheck an der Concha Espina und bildete an Seite von Garay die Innenverteidigung im Spiel gegen die Münchner.

Noch vorher waren einige Spieler bei ihren Nationalmannschaften abgestellt und die Möglichkeit, Externer Linkkeine Stars bewundern zu dürfen, versprühte Angst und Schrecken bei den Fans. Doch Mourinho Externer Linkverzichtete auf ein Schonen seiner Stars, immerhin spielte man um den ersten „Mini-Pokal“ der Saison. Die Partie selbst war von Taktik geprägt und man bemerkte erste Spuren des neuen Trainers  auf der Bank der Gäste. In der ersten Hälfte musste Weltmeister Iker Casillas gleich mehrmals die „Blancos“ vor einem Rückstand bewahren und hielt sogar in der Anfangsphase der Partie einen Elfmeter von Holger Badstuber. Nach 90 Minuten konnte kein Sieger ermittelt werden und es ging, spektakulär für alle Fans, direkt zum Elfmeterschießen. Bei den Madrilenen verwandelten alle Spieler sicher, während Iker Casillas zum „Matchwinner“ avancierte, nachdem er zwei weitere Elfmeter halten konnte - Externer Linkdas Endergebnis lautete 4:2 für die Gäste. Beachtlich dabei: Bei jedem Elfmeter des Gegners war „San Iker“ im richtigen Eck.

Die Vorbereitung konnte bislang mit hoher Trainingsintensität und erfolgreichen Ergebnissen weitergeführt werden, sogar der erste kleine Titel wurde unter José Mourinho eingefahren. Ezequiel Garay musste sich allerdings nach dem Spiel gegen die Bayern den verletzten Spielern anschließen, weil er im Match sein Knie unglücklich verdrehte – Externer Linkder nächste Pechvogel im Bunde!

Testspiel gegen Lüttich wird zur Nebensache – Özil wird ein „Blanco“!

Schon ein Tag nach dem Spiel ging es von München aus weiter in den Nachbarstaat Belgien - Externer Linkmit Standard Lüttich wartete ein Traditionsverein auf den spanischen Rekordmeister. Relativ kurz vor der Partie gelang der Führung ein weiterer Schachzug auf dem Transfermarkt, der das parallel laufende Spiel in den Hintergrund verdrängte. Externer LinkDurch den Transfer von Mesut Özil, nach Sami Khedira der zweite DFB-Kicker im Dress der „Merengues“, verstärkte sich der Verein auf einer Position, auf der bereits drei Hochkaräter im Kader vorhanden sind. Externer LinkKein Problem für Mourinho, der sehr viel vom jungen Deutschen hält. „Wir durften uns diese Chance nicht entgehen lassen. Özil ist ein kreativer Spieler und es ist immer gut, solche Spieler in den eigenen Reihen zu haben." Durch die baldige Ankunft des Neueinkaufs waren einige Akteure besonders motiviert, allen voran Rafael van der Vaart.  Fast schon ungewohnt für diese Testspielphase legte Madrid durch ein Freistoßtor des Holländers vor und gingen mit 1:0 in Führung, ehe die Gastgeber aus Lüttich zum 1:1 Endstand ausglichen. Der 27-jährige Vizeweltmeister begrüßte damit die neue Konkurrenz Özil Externer Linkauf seine eigene Art und Weise. „Für mich ist es kein Problem, dass Özil gekommen ist. Ich werde um meinen Platz kämpfen.“

Die Mentalität unter José Mourinho scheint sich im Kader im Wandel zu befinden. Jeder ist sich bewusst, dass der Mitspieler, oder Konkurrent enorm wichtig für den kollektiven Erfolg ist. Angesichts so einer schlagfertigen Truppe, wird es auch wichtig sein, dass Mourinho seine „Schäfchen“ unter Kontrolle hat…

Thema Neuverpflichtungen abgehakt – Özil mit verhaltenem Debüt

Aber es wäre keine richtige Vorbereitung, wenn man sich nicht auf Szenarien vorbereitet hätte. So eine Ausnahmesituation konnte man, wenn auch unfreiwillig, testen. Denn der mittlerweile dritte Innverteidiger musste verletzt passen. Externer LinkDiesmal war es Raúl Albiol, der sich für knapp einen Monat verabschiedete und sich damit Garay und Pepe im Verletztenlager der Defensive anschloss. Im Nachhinein konnte man vielleicht sogar froh sein, dass man mit Carvalho einen echten Innerverteidiger holte, statt mit Maicon, oder ähnlichen Kandidaten, einen Spieler für die Außen.

Die offizielle Vorstellung von Mesut Özil folgte im Anschluss der Partie bei den Belgiern und der Ex-Bremer war sichtlich erfreut über seinen Wechsel. Externer Link„Real Madrid ist das Beste, was dir passieren kann!“ Das Projekt Mourinho nahm damit Gestalt an und eigentlich wollte er noch einen weiteren Stürmer in seinen Reihen, doch ganz im Sinne der Jugend bekam Mourinho eine Absage durch den Vorstand. In Zeiten der Wirtschaftskrise müsse man schließlich sparen, also stellte sich Valdano und Co. kurzerhand quer und erteilten dem Starcoach ein Externer Link„Stürmer-Transferverbot“.

Nachdem man von Amerika bis Europa Testspiel um Testspiel bestritt, war es an der Zeit, im eigenen Land Praxis zu sammeln und sich taktisch für die neue Saison vorzubereiten. Mit Neuaufsteiger Hércules CF stand der erste Gegner auf spanischem Boden fest und der Debüt-Einsatz von Mesut Özil rückte näher. Mit dem Aufsteiger machte der Rekordmeister kurzen Prozess und hinterließ mit einem 3:1 Auswärtserfolg die erste Duftmarke bei den Ligakonkurrenten. Das Debüt von Özil war zwar verhalten, aber angesichts seiner bisherigen Verdienste, konnte man auch keine unmenschliche Leistungsexplosion im ersten Spiel erwarten. Da das Spiel im Rahmen der „Trofeo Ciudad de Alicante“ stattfand, wurde nach dem „Beckenbauer-Cup“ der zweite „Mini-Pokal“ für die Pokalvitrine gewonnen.

Debüt vor heimischer Kulisse – und das Verletzungspech kennt keine Grenzen…

Gegen den uruguayischen Rekordmeister Peñarol aus Montevideo folgte dann das Debüt im Santiago Bernabéu. Externer Link„Mou’s“ letzter Besuch endete hier mit dem CL-Titel, damals noch mit Inter – diesmal hieß es, sechs Neuzugänge und einen neuen Trainerstab am heiligen Boden des Bernabéu Stadions zu begrüßen. Das Spiel selbst konnte relativ einseitig mit 2:0 gewonnen werden und die „Trofeo Santiago Bernabéu“ war Externer Linkdie mittlerweile dritte Trophäe, die in den großen Titelschrank des Stadions eingereiht werden durfte. Mit José Mourinho auf der Bank war zumindest eines fast schon sicher: Verloren wird heute nicht! Denn der Portugiese ist seit unfassbaren sechseinhalb Jahren (!) ungeschlagen vor eigenem Publikum. Und im Fußballtempel von Madrid wird sich daran möglicherweise so schnell auch nichts ändern, vor allem wenn seine Spieler glänzen. Gerade der Neuzugang Ángel di María wusste in dieser Partie groß aufzutrumpfen. Der Start einer neuen Liebe? Sinnbildlich dafür war bereits die Jubelgeste des Argentiniers bei seinem Treffer...

Nach dem Spiel gab der Coach ein Kurzfazit ab und traf den Nagel auf den Kopf: „Die Vorbereitung war alles andere als leicht. Die Spieler kamen erst nach und nach und dann konnten wir nur kurze Zeit zusammen arbeiten, das obwohl wir so viele neue Spieler zu integrieren haben und ein neues System einstudieren müssen.“ Und tatsächlich ist ein konstantes Zusammenspielen kaum möglich, denn auch in diesem Spiel verletzte sich ein weiterer Akteur des „weißen Balletts“. Fernando Gago muss gleich für fünf Wochen pausieren und darf sich in die Reihe der verletzten Pechvögel stellen.

Externer LinkZum Thema: Der Nächste, bitte: Gago fällt fünf Wochen aus!

Noch ist Sand im Getriebe – aber mittelfristig muss die Ernte eingefahren werden...

Alle Testspiele wurden also absolviert mit einem Resultat von 5 Siegen und 1 Remis, Mourinho kann sich weiter wie bisher auf den Erfolg konzentrieren. Denn am heutigen Sonntagabend folgt die wichtigste Premiere: Das erste Pflichtspiel im Liga-Spiel auf Mallorca. Wie ein einstudierter Chor der Wiener Sängerknaben, hallt es aus allen Ecken und Enden an der Concha Espina: „Wir wollen Titel!“ Der Hunger bei den „Königlichen“ scheint so groß zu sein, wie schon lange nicht mehr. Externer Link„Madrid braucht Titel, mehr als alles andere auf der Welt“, brachte es Sergio Ramos auf den Punkt. Der ehemaliger Weltfußballer und Superstar der „Blancos“, Cristiano Ronaldo, zeigt sich wie gewohnt sehr ehrgeizigund ist sicher: Externer Link„Dieses Jahr gehen wir nicht wieder leer aus!“In der Tat ist bemerkbar, dass man dem Team dieses Jahr viel mehr zutraut. Immerhin konnten sich die Neueinkäufe von 2009 ein Jahr lang einspielen und wurden durch punktuelle Verpflichtungen verstärkt. Aber der wohl größte Faktor für die stille Euphorie beim Rekordmeister, ist die Starverpflichtung dieses Sommers – José Mourinho. Mit einer Medienpräsenz die seines Gleichen sucht, scheint der „königliche“ Trainer die Atraktion im Madrider-Zirkus zu sein. Seine Arbeit scheint transparent und in der Vorbereitung konnte man zweifellos erkennen, was für einen Status er bei den Spielern inne hält. Über seine Fähigkeiten ist er sich natürlich bewusst, doch Wunder vollbringen, meint er, kann auch er keine. „Es ist essentiell, eine Spielstruktur zu haben und dabei ein gutes Stellungsspiel vorzuweisen. Ich bin mir sicher, dass das Team das umsetzen wird, was allerdings auch seine Zeit dauern wird. Denn ich bin ein harter Arbeiter und niemand, der Wunder vollbringen kann." Nach diesen letzten drei Monaten der akribischen Vorbereitung, mag man sich aber die berechtigte Frage stellen: „Wenn nicht er, wer dann?“

Hier gehts zum ersten Teil: Externer LinkDer Realmadrid.de Vorbereitungsrückblick - Teil 1

geschrieben von Patrick Ramos

Anzeige

Leserkommentare

Anzeige

Frage der Woche

Er (Dirigent, 30) sucht ihn, beständigen Partner im zentralen Mittelfeld – wer darf's sein?

Peña - Login

Noch nicht registriert?

Jetzt registrieren!

Letzte Forenbeiträge