20.02.2012, 15:21
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„Die Kälte kann uns nicht stoppen, unsere Mentalität ist stärker“

Endlich wieder Champions League! Nach einer langen Winterpause geht es auch international für die Madrilenen wieder ans Eingemachte, denn das Achtelfinale der Königsklasse steht vor der Tür. Keine Frage: Real Madrid will auch in der Königklasse beweisen, dass man sich in absoluter Topform befindet. Auf der heutigen Pressekonferenz sorgte jedoch nicht nur der kommende Gegner bei José Mourinho für Kopfzerbrechen, sondern auch die frostigen Temperaturen und der Kunstrasen.

„Die Kälte kann uns nicht stoppen, unsere Mentalität ist stärker“

Entschlossen und angriffslustig, José Mourinho - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com

„Kunstrasen und minus 10 Grad, das ist völlig neu für uns“

MOSKAU. „Moskau, Moskau, wirf die Gläser an die Wand, Russland ist ein schönes Land“, doch die Protagonisten der morgigen Champions-League-Partie durften bereits beim Ausstieg aus dem Flieger begriffen haben, dass es auch ein extrem kaltes Land ist! Zumindest jetteten die Merengues schon gestern in die russische Hauptstadt, um schon mal einen Vorgeschmack auf das zu erhalten, was morgen im Luzhniki-Stadion wartet. Auch auf der Pressekonferenz gab Mourinho klar zu verstehen, dass die Kälte morgen ein wichtiger Faktor sein wird, doch bevor es richtig los ging, gab's noch Lob für die Helden der Basketballmannschaft, die gegen Regal Barcelona nach etlichen Jahren die Copa del Rey ergattern konnten. „Bevor wir anfangen, möchte ich im Namen der Gruppe dem Basketballteam von Real Madrid gratulieren, auch sie mussten viele Jahre ohne einen Triumph in der Copa del Rey auskommen. Wir müssen stärker sein, als die schwierigen oder unterschiedlichen Bedingungen. Ein Kunstrasen ist nicht das Gleiche, wie ein Naturrasen. Minus 10 Grad ist nicht das Gleiche, wie 10 Grad. Das sind völlig neue Bedingungen für uns. Wir konnten uns noch nicht daran gewöhnen. Doch unser Kopf ist stärker und unsere Mentalität auch. Wir müssen voll konzentriert sein, um diese schwierigen Faktoren besiegen zu können.“

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„Wir müssen den nötigen Respekt vor Moskau haben“

Bei all den Wetterkapriolen und dem ungewohnten Kunstrasen, ging schon fast der Gegner der kommenden Partie unter: ZSKA Moskau wartet bereits sehnsüchtig auf das Duell mit den Galaktischen. Zumindest ist der russische Rivale für den „Special One“ keine Unbekannte, traf er doch schon mit Inter und dem FC Chelsea auf die Russen. Für den Portugiesen ist der morgige Gegner kein Underdog, sondern ein unheimlich ernstzunehmender Gegner, der Madrid das Leben schwer machen wird: „Es hat sich bei ZSKA nicht viel verändert. Ich spielte schon mit Inter und Chelsea gegen sie. Die meisten Spieler sind noch dieselben. Das ist natürlich ein Vorteil für die Mannschaft, denn sie spielen schon seit Jahren zusammen. Sie haben Vagner Love verloren, aber sie haben dafür Doumbia gewonnen. Auch defensiv sind sie gut organisiert, es ist schwer gegen sie einen Treffer zu erzielen. Mit Inter haben wir mit 0:1 gewonnen und es war immer schwierig. Sie sind im Sturm gefährlicher geworden: Besonders bei Kontern und bei ruhenden Bällen können sie brandgefährlich werden. Jahr für Jahr sind sie in der Champions League und es ist mittlerweile normal, dass sie die Gruppenphase überstehen. Sie sind ein schwieriger Gegner und man muss den nötigen Respekt vor ihnen haben.“

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Dementsprechend lässt sich der der Coach auch nicht in die Karten blicken, was die Aufstellung anbelangt. Zumindest ließ er durchblicken, dass es für seine Stammspieler, trotz den unwirklichen Temperaturen, keine Pause geben wird, dafür steht schlicht und einfach zu viel auf dem Spiel. „Dieses Spiel ist zu wichtig und es wäre auch schwierig dies umzusetzen. Ich habe eine qualitativ sehr gut besetzte Truppe. Spielt nun Fábio oder Marcelo, Pepe oder Carvalho, Benzema oder Higuaín. Ihr seht schon, alles Top-Spieler. Ich werde die Aufstellung aber nicht bekannt geben. Die Spieler wissen noch nicht, wer aufläuft, also werde ich es euch auch nicht sagen. Wir haben ZSKA analysiert, aber wir haben die Strategie noch nicht festgelegt. Uns stehen alle Optionen offen. Lass wird nicht dabei sein, doch wir haben noch Xabi, Granero, Khedira, Kaká und Nuri, der langsam aber sich im Kommen ist. Wir sind taktisch flexibel und können uns auf jeden Gegner einstellen. Wir werden uns hier jedoch keine Scherze erlauben, sonder mit voller Kraft auftreten. Dennoch: Die K.O.-Runde zu überstehen, ist wichtiger als ein gutes Resultat im Hinspiel. Eine K.O.-Runde gewinnt man in zwei Spielen.“

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„Benzema hat sich am stärksten entwickelt“

Keine Frage, die Merengues dürfen in spielerischer Hinsicht sehr zuversichtlich sein, dass man die nächste Runde erreichen wird, denn bisher konnte noch keine Mannschaft die Tormaschinerie aus der spanischen Hauptstadt aufhalten. Eine ganz besondere Anerkennung gab es für Karim Benzema, als Mourinho danach gefragt wurde, ob der Franzose der im Moment beste Stürmer Europas sei:  „Mir gefällt es nicht, darauf einzugehen. Er spielt für sehr gut das Team. Du denkst das und ich denke es. Wir alle begleiten Real Madrid Tag für Tag und wir denken, dass er einer der Spieler ist, die am meisten Fortschritte in ihrem Spiel getätigt haben. Er spielt sehr gut, macht Tore und arbeitet auch sonst sehr gut. Ich möchte nicht auf Debatten eingehen, dass er der nächste Balon d’Or sein könnte. Wir alle sind der Meinung, dass die individuellen Interessen nicht wichtig sind, denn was zählt ist das Team, das Team und das Team. In der Meisterschaft befinden wir uns auf dem besten Weg und auch in der Champions League wollen wir etwas Großes erreichen.“

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Jubiläum: 10 Jahre Mourinho und die Champions League

Und den Grundstein für diesen ganz großen Erfolg in der Königsklasse soll morgen gelegt werden. Dabei dürfte die Partie gleichzeitig eine ganz besondere für den zweifachen Champions League Sieger werden, denn José Mourinho feiert sein 10-Jähriges-Jubiläum im wichtigsten Klubwettbewerb der Welt und wie es der Zufall denn so möchte, bestritt er sein erstes Spiel ausgerechnet gegen Real Madrid. „Meine erste Partie war gegen Real Madrid im Santiago Bernabéu. Dieser Wettbewerb gefällt mir sehr. Mir gefällt es natürlich mehr Champions League zu spielen als den UEFA Cup, mal abgesehen davon, dass ich auch dort sehr glücklich wurde. Die Champions League ist der schwierigste und wichtigste Wettbewerb. Alle Spieler und Trainer wollen dort mitmachen und versuchen zu gewinnen. Wir werden alles dafür geben, dass wir diese Runde überstehen und das Viertelfinale erreichen.“  

Zum Schluss der Fragerunde mit den Journalisten erlaubte sich Mourinho einen kleinen Scherz mit seinem doch etwas korpulenteren Berufskollegen. Der Trainer von Moskau lobte besonders die Physis der Madrilenen: „Slutski soll sich mal neben Fábio setzten, dann weiß er, wie groß die Differenz wirklich ist“, gab er unter großem Gelächter zu verstehen.

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geschrieben von Gian Dominguez

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