Die Verantwortlichen des brasilianischen Wunderkindes, Trainer Muricy Ramalho und Präsident Luis Álvaro de Oliveira sind sich einig: Neymar bleibt bei Santos, zumindest bis zur Klub-WM. Eine Einigung zur Halbzeitpause ist also nicht ausgeschlossen. Während man in Brasilien alle Hebel in Bewegung setzt, um den Star im eigenen Land zu halten, basteln die Königlichen an ihrem Masterplan, doch noch in diesem Sommer den Zuschlag zu bekommen.
Wie damals, Ronaldo soll es im Angriff richten - Foto: Helios de la Rubia, Realmadrid.com
SÃO PAULO/MADRID. Präsident Oliveira äußerte sich gegenüber der AS zum aktuellen Stand im „Caso Neymar“. Er ist davon überzeugt, dass der 19-jährige Brasilianer noch eine Saison länger bleiben wolle. Das Hauptargument für ein Verbleib beim FC Santos sei gravierend. Geschichte könnte geschrieben werden. Die Klub-WM, das hundertjährige Jubiläum - „wichtige Sachen für Neymar und für uns“, so Oliveira. „Wir können ihn jetzt schon finanziell für die nächsten 20 Jahre absichern.“ Das sei jedoch nur möglich, wenn er noch bis zu den Olympischen Spielen oder bis zur WM 2014 bleibe. 2015 läuft sein Vertrag aus, dann würden automatisch alle Vermarktungsrechte auf ihn selbst übergehen. „Wir reden hier von einer Menge Geld. Von daher glaube ich, dass es keine Motive für einen Wechsel gibt.“ Die Präsidenten der „Blancos“ und der „Azulgranas“ haben beide das Gespräch zu ihm gesucht und beide habe er vertrösten müssen. „Sandro Rosell habe ich gesagt, dass Neymar Santos nicht verlassen wird. Nächste Saison ist allerdings eine andere Geschichte.“ Real-Klubchef Florentino Pérez und Oliveira seien Freunde und von daher habe er nichts dagegen einzuwenden, wenn Gespräche mit dem Vater des jungen Talents gesucht würden, solange dies vorher mit ihm abgesprochen sei. Der Verbleib Neymars sei außerdem von nationaler und politischer Wichtigkeit und so würde er sich bald auch mit dem weiblichen Staatsoberhaupt in Verbindung setzen. „Er ist ein Symbol, so wie der Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat. In Brasilien gibt es große Staatsunternehmen, die in den Sport investieren. Ich werde mit ihr reden, damit sie uns hilft.“ Selbst wenn Neymar erst im Winter wechseln würde, sinke die Ablösesumme nicht, fügte der Präsident hinzu.
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Der Trainer vom FC Santos, Muricy Ramalho, konnte gestern auch nicht an sich halten und sprach mit demselben Blatt. Es sei klar, dass der Brasilianer die Klub-WM spielen werde, auch wenn der nächste Schritt unklar bleibe. Ramalho habe viel Kontakt zum Spieler und der sei sich sicher, dass er den Wettbewerb im Dezember auf jeden Fall mit seinem jetzigen Verein spielen wolle. „Doch danach weißt du ja, dass sich im Fußball alles von einem auf den anderen Tag ändern kann.“ Er sehe den Akteur als Trainer und nicht als Fan. Seiner Einschätzung nach müsse Neymar bei Real Madrid viel leiden. Neymar sei zwar jung und technisch sehr stark, aber nicht sehr zäh. Heutzutage zeichne sich der Fußball der Merengues sehr stark von dem der Katalanen ab. In Madrid stünden die Taktik und das Arbeiten im Vordergrund und da passe Neymar nicht rein. „Ihm gefällt es mit viel Freiheit zu spielen. In Europa muss man viel nach hinten arbeiten, aber das macht Neymar nicht und daher wird er grade bei Mourinho Probleme bekommen.“
Im Gegensatz dazu ginge es bei Barcelona mehr um Ballbesitz und Mobilität, hier würde er sich viel wohler fühlen und könnte sich besser adaptieren. „Auf jeden Fall, wäre er bei Barcelona besser aufgehoben. Deren Stil unterscheidet sich grundlegend und passt besser.“ Die Position von Cristiano Ronaldo würde Neymar gefallen, doch der Portugiese erobert Bälle und verteidigt besser. Jedoch denkt Ramalho nicht, dass der Brasileiro Angst um einen Stammplatz haben müsste. „Wenn man so viel Geld für einen Spieler ausgibt, gehe ich davon aus, dass man ihn als Stammspieler einplant.“ Abschließend äußerte sich der Chefcoach noch zum Charakter Neymars. „Er ist ein guter Junge und liebt es Fußball wie auf der Straße zu spielen. Seine Intelligenz, seine Ruhe und Routine im Umgang mit der Öffentlichkeit und dem Fakt, dass er für viele junge Leute ein Vorbild darstellt, machen ihn zu einer großen und sympathischen Persönlichkeit.“ Das Thema Neymar scheint also vom Tisch, aber das dachte man auch bei Cristiano oder Kaká, bis Florentino einschritt und sich alles blitzartig änderte.
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Laut Informationen der MARCA will Pérez den Verhandlungs-Bock umstoßen, so traf er sich mit „el Crack“ Ronaldo am Freitag auf Ibiza zum gemeinsamen Abendessen. Er ist das Ass im Ärmel, um Neymar zu überzeugen und den Transfer zu forcieren. Ronaldo soll auf seiner „Mission" intervenieren und seinen Landsmann nach Madrid holen, wenn möglich sofort. Der frühere Liebling Florentinos soll Neymars Familie ins Gewissen reden und endlich den Ausschlag geben.
Wie Realmadrid.de unlängst berichtete, ist der mehrfache Weltfußballer sicher, dass die Dribbler vom Zuckerhut nur in Europa zur Nummer eins werden kann. Er soll seine Beziehungen spielen lassen, schließlich war er zu seiner aktiven Zeit ein Vorbild für den 19-Jährigen. In Madrid möchte zu diesem Zeitpunkt noch keiner das Blatt wenden und sich einer Alternative widmen. Neymar hat absolute Priorität.
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