Und zum krönenden Abschluss einer erfolgreichen Hinrunde noch eine ordentliche Fiesta für alle – Real Madrid qualifizierte sich ohne große Umwege souverän für das Achtelfinale der Copa del Rey und schließt somit das Jahr 2011 mehr als erfolgreich ab. Dabei zeigte sich Mourinho kurz vor Weihnachten von seiner großzügigen Seite und ermöglichte der eigenen Jugend eine frühe Bescherung. Auch Nuri Sahin durfte sich freuen, denn der Türke konterte die Kritik seitens der Medien mit einer eindrucksvollen Leistung und beschenkte sich somit gleich selbst.
Darf auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurückblicken, Mourinho - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. Mit Callejón, Granero, Adán und Casado standen gleich vier ehemalige und aktuelle Schützlinge der eigenen Jugendabteilung in der Startformation, doch damit nicht genug: José Mourinho nutzte die Überlegenheit seines Teams und gab weiteren Canteranos die Chance, sich zu beweisen. So kamen noch der dritte Torwart Pachecho, sowie der Stürmer Joselu und der Verteidiger Nacho zum Einsatz – ein beeindruckender Umstand für madrilenische Verhältnisse, der aber auch zeigt, dass auch ein „Special One“ ein Auge auf die Jugend wirft. „Ich werde die Cantera immer einsetzen, wenn sie benötigt wird. In diesem K.O Spiel konnten sie ganz ohne Druck spielen. Das Pacheco und Casado ihr Debüt feiern durften, macht mir Hoffnungen. Es war Casados erstes Spiel und er spürte in den ersten Minuten noch ein wenig die Nervosität in den Knien. Wir hatten ihn gebeten etwas ruhiger zu spielen und dies tat er dann auch. Nacho und Joselu gehören ja bereits seit zwei Jahren zu uns. Auf diese Spieler kann ich zählen.“
Besonders die Entwicklung eines Callejón erfreute den Portugiesen sehr: „Mir gefiel seine Spielweise bei Espanyol sehr. Bei diesem Team konnte er seine Fähigkeiten optimal entwickeln. Man weiß nie, wie lange die Anpassungsphase dauert und wie der Spieler reagieren wird, aber er ist ein Mensch mit einer starken Persönlichkeit, der Madrid bereits gekannt hatte und sicherlich auf einen Trainer bei Espanyol zählen konnte, der sehr gut mit ihm gearbeitet hatte.“ Selbstverständlich durfte auch die überzeugende Leistung Nuri Sahins nicht unerwähnt bleiben. Zum ersten Mal konnte man von einer wirklich souveränen Darbietung des Türken sprechen, der seinen gelungen Abend sogar mit einem Treffer krönen konnte! Der Stammplatz dürfte zwar dennoch noch nicht greifbar sein, doch immerhin ist José Mourinho der festen Überzeugung, dass man in naher Zukunft auf den Ex-Borussen zählen muss: „Diese Leistung ist enorm wichtig für sein Selbstvertrauen. Der Treffer und sein Assist sind für seine Moral weitaus wichtiger, als für meine Spielanalyse.“
Dazu:
Immer wieder Callejón, endlich Sahin – 5:1 zum Jahresende
Für den Gegner aus dem hohen Norden hatte der Coach auch nur lobende Worte übrig. José Mourinho zeigte während der ganzen Partie seinen Respekt gegenüber dem gegnerischen Coach und dessen Spieler, schüttelte jedem einzelnen nach der Partie die Hände und verschenkte sogar seine Weste. „Es handelte sich um einen Gegner, der zwar aus einer tieferen Liga stammt, aber dennoch über ein gutes Team verfügt. Ich hörte ihre Kommentare in der Umkleidekabine: Sie wollten das Spiel einfach genießen. Sie wurden hier mit Applaus und Respekt, sowie der Hoffnung für eine bessere Zukunft verabschiedet. Sie hatten ihre guten Momente. Es scheint mir, dass dieses Team die nötigen Kapazitäten besitzt, um im kommenden Jahr in der zweiten Liga spielen zu können. Da sie sympathisch sind, guten Fußball zeigten und uns wunderbar in Ponferrada aufgenommen hatten, hoffe ich, dass alles gut geht und sie aufsteigen können“, so Mourinhos Sympathibekundungen.
Wenn man am Ende des Jahres zuoberst auf dem Treppchen in der Liga steht, in der Champions League eine historische Gruppenphase hingelegte und auch im Pokal souverän in die nächste Runde vorgestoßen ist, kann der Trainer eigentlich nur rundum glücklich sein. Nichtsdestotrotz verlangt Mourinho für das kommende Jahr hundertprozentige Konzentration und maximale Leistung. „Das Team hatte sehr hart gearbeitet und dies ist ihnen auch bewusst. Ob man einen Wettbewerb gewinnt oder verliert hängt von den kleinen Details ab. Ich verlange von meinem Team, dass wir immer besser werden. Wie ich es auf der letzten Pressekonferenz bereits erwähnt hatte: In einer anderen Liga würden wir mit Leichtigkeit den Titel gewinnenn, dies habe ich gesagt um mein Team zu loben, aber auch den Rivalen, der die Champions League und die Meisterschaft gewonnen hatte. Wir verrichten hier einen guten Job. Die Leut sind engagiert und ambitioniert. Ich glaube, die Anhängerschaft weiß diese Eigenschaften des Teams zu schätzen.“
Zu guter Letzt bekundete der Chef an der Seitenlinie seine Wünsche für das kommende Jahr und zeigte einmal mehr, dass es im Leben wichtigeres gibt als nur den Sport: „Für das Jahr 2012 bitte ich nicht um sportlichen Erfolg. Ich wünsche mir nichts anderes als Gesundheit für mich und meine Mitmenschen und eine bessere Welt.“
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