„Mein Gott, da ist doch Cristiano Ronaldo!“, hallte es am in einem Schulzimmer in Naval de Tolosoas im Madrider Viertel San Cristóbal de Los Ángeles. Der Superstar nutzte die Auszeit zwischen seiner Verpflichtung mit den Blancos und den anstehenden Partien mit der portugiesischen Nationalmannschaft, um Menschen mit geistiger Behinderung eine Freude bereiten zu können und stattete kurzerhand einen Besuch in einer Sonderklasse ab. Fernab von jeglicher Medienhetze und Beleidigungen auf dem Platz, zeigte sich der Superstar von seiner liebevollsten Seite und zauberte den Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht.
Ohne Scheu ging Weltstar Ronaldo auf die Kinder zu - Foto: as.com
MADRID. Was wurde doch in der Welt der Medien darüber gespottet, als Cristiano auf seine Art und Weise die Pfiffe der gegnerischen Fans quittierte –
„Sie sind neidisch, weil ich ein guter Spieler, reich und schön bin.“ Gefundenes Fressen für die hungrige Journalisten-Meute, doch dass der Superstar auch ganz anders kann und über ein großes Herz verfügt, zeigte er gestern auf eindrucksvolle Art. Der Portugiese nutzte seine kleine Auszeit, bevor es zur Nationalmannschaft geht, um einer Sonderklasse mit geistig behinderten Schülern einen Besuch abzustatten. CR7 nutzte seinen Status, um den Kindern eine Freude zu bereiten und den Fokus der Medien mehr auf ihre Problematik zu richten. Der Torschützenkönig der vergangen Saison besuchte dabei eine für die Madrider Geschichte ganz besondere Schule. Ein gewisser Raúl González Blanco besuchte Naval de Tolosoas bis zu seinem 17. Lebensjahr. Die Lehranstalt betreibt neben dem normalen Klassenbetrieb eine Gruppe mit 51 Schülern aller Altersklassen für geistig Benachteiligte. Ziel des Institutes ist es, den Betroffenen eine Chance auf ein möglichst normales und selbständiges Leben zu geben und die geistige, sowie die daraus resultierenden physischen Behinderungen zu reduzieren.
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Wie prominent der Besucher ist, wurde von den Lehrern nicht angekündigt, nur, dass gerne jemand vorbei schauen möchte. Man befürchtete, dass die Schüler zu nervös sein würden. Nervosität und Aufregung löste der Auftritt vom weltbekannten Fußballstar dennoch aus – die Klasse konnte kaum glauben, wer gerade den Raum betrat. Allesamt fragten sich:„Träume ich? Kneif’ mich mal!“ Ein komplett überwältigter Schüler rief:„Cristiano Ronaldo!“ Ohne Hemmungen ging Madrids Nummer 7 auf den Jungen zu, umarmte ihn und sprach zur Klasse. Dabei musste er feststellen, dass nicht jeder ein Anhänger der Merengues war.„Wie geht es euch allen? Bist du ein Fan von Real?“, fragte der 26-Jährige einen Jungen. Der 22-Jährige Schüler musste die Frage verlegen und schüchtern verneinen: „Ich bin ein Fan von Atlético, aber Cristiano, du bist der Beste“, versicherte der Junge.
Bestell dir jetzt das Trikot von Cristiano Ronaldo!Selbstverständlich befanden sich aber auch etliche Fans der Königlichen unter den Schülern und allesamt interessierten sich nur für ein Thema – wann wird Madrid den Erzfeind Barcelona stürzen? „Schau mal Cristiano, du bist die Nummer eins und besser als Messi. Aber bitte: werden wir Barcelona in diesem Jahr schlagen?“, fragte der geistig benachteiligte Amador, woraufhin Cristiano ihn erst einmal freundschaftlich in die Arme nahm und versicherte: „Du kannst beruhigt sein. Barcelona wird in dieser Saison geschlagen.“ Die Antwort bewegte Amador so sehr, dass er sich lauthals freute und seine 51 Klassenkameraden zu einer ganz besonderen Geste motivieren konnte: „Jetzt singen wir alle zusammen die Hymne von Real Madrid!“, forderte er und sang die Hymne 'iHala Madrid!' so voller Inbrunst, dass dies auch einen Weltstar á la Cristiano Ronaldo emotional berührte und auch er leidenschaftlich mitsang – ein Moment, den er wohl nicht vergessen wird. „Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich ihn zuletzt so gesehen habe. Cristiano ist auch ein großer Junge und solche Dinge berühren ihn sehr“, so Jorge Mendes, der Berater des Dribbelkünstlers.
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Auch sonst zeigte sich Ronaldo nur von seiner warmherzigsten Seite. Als ihm einige Schicksale erläutert wurden und er neben diesen Kindern saß, musste der Superstar öfters mit seinen Emotionen ringen. „Jorge, das ist wirklich sehr hart, aber diese Jungs sind unglaublich. Sie haben all die Fürsorge verdient, die ihnen gegeben wird“, so ein zutiefst beeindruckter Ronaldo. Der Star spielte sich mit diesem Überraschungsbesuch nicht nur noch tiefer in die Herzen der Behinderten, sondern auch direkt ins Herz des „Madridismo“. „Dies ist das Viertel unseres geliebten Raúl. Doch bis er uns in der Zukunft besuchen kann, ist es ein unvergesslicher Luxus, dass der beste Fußballer der Welt hierhergekommen ist. Cristiano hat unsere Herzen für immer erobert“, so Dioni, Sänger der spanischen Band Camela, die zu den erfolgreichsten Interpreten auf der iberischen Halbinsel gehört und gemeinsam mit dem Angreifer Real Madrids kam. Ronaldo ist nicht nur der „reiche, berühmte und hübsche Kerl“, sondern auch ein Mensch mit einem riesigen Herzen, der weiß, was die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind. Mit einer kleinen Geste konnte er den geistig benachteiligten Menschen im Naval de Tolosas Großes schenken: ein Lächeln und einen Moment, den sie nie mehr in ihrem Leben vergessen werden. Als Dank bereiteten die Schüler – zuvor nicht wissend an wen – ein Geschenk vor, welches Sagrario Balmaseda, Leiter des Zentrums, übergab. Dass es ein Präsent für ihren Liebling Cristiano wurde, fanden alle umso schöner...
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