Es war von Beginn an eine Hass-Liebe, die sich im Laufe der Saison zu einem erbitterten Kampf um Macht und Einfluss entwickelte. Glaubt man El Confidencial, ist die Schlacht geschlagen und Mourinho geht als Sieger hervor! Auch in der zweiten Amtszeit unter Florentino Pérez nimmt Valdano vorzeitig seinen Hut.
Diese Schlammschlacht hatte intern, sowie öffentlich alles was einen handfester Rosenkrieg auszeichnet. Dem einstigen Lobeslied folgte das Zerwürfnis - die Zweckversöhnung wurde vom Präsidenten verordnet. Die Gräben zwischen dem Fußballgourmet und dem kühlen Strategen ließen sich nicht zuschütten - unausweichliche Konfrontationen waren die Folge!
Doch woher kommt dieser Argwohn, dieses nicht miteinander auskommen? Als Mourinho noch Trainer bei Chelsea war, publizierte Valdano für die Marca eine wöchentliche Kolumne, in der er die Art und Weise von Mourinho und seinem Fußball hart kritisierte. Seit dieser Zeit sind beide wie Feuer und Wasser. Bei der Verpflichtung des Startrainers, wurde Valdano außen vor gelassen. Machtmensch Pérez setzte voll auf seine Erfolgs-Garantie Mourinho!
Valdano nahm sich daher immer mehr zurück und überließ dem Verein zuliebe und wohl auch auf anraten von Präsidenten, dem Portugiesen das Feld, der keinen Hehl daraus machte, dass er der Chef im Ring ist. Für Mourinho ist klar: Nach dem Präsidenten komme ich, einen Vermittler oder Zwischenmann ist unnötig. Er ging gar soweit, dass er seinem „eigentlichen“ Vorgesetzten den Zutritt zum Sportgelände und der Kabine verweigerte und ihn hochkant rausschmiss. Stück für Stück setzte der Trainer Nadelstiche und lotete aus wie viel Rückhalt er inne hat und wie weit er gehen kann. Unvergessen die Pressekonferenz, als Mourinho am 19.12.2010 nach dem Spiel gegen Sevilla eine Liste mit Fehlern des Schiedsrichters präsentierte und sich brüskierte, er müsse den Verein vertreten, da es sonst keiner täte. Die Aktion war nicht abgesprochen, noch wurde er dazu gebeten. Eine weitere Schwächung des Generaldirektors war das Ziel, Mission erfüllt!
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Mourinho legt sich mit der Chefetage an!
Und wieder biss sich Valdano auf die Zunge. Doch ist so ein Umgang mit einem Menschen in Ordnung, der in Madrid Meister wurde, den UEFA Cup gewann und sämtliche Positionen bekleidete? Dazu die Karrieren von Raúl oder Guti auf den Weg brachte? Keine Kompromisse, so lautet das Motto von Mourinho und genau an diesem Punkt ist die Schnittmenge mit dem Präsidenten zu finden. Der Erfolg heiligt die Mittel!
Die Saison neigt sich nun dem Ende zu und die Titel sind vergeben, so läuft die Zukunftsplanung in Madrid auf Hochtouren, nicht nur was den Kader anbelangt, sondern auch das Führungsteam. Und allein daran lässt sich ablesen, welche Bedeutung Valdano dieser Tage zukommt, wenn ein Generaldirektor Sport kein Mitspracherecht bei Transferaktivitäten hat und der Trainer hier das Zepter schwingt. Der Argentinier unterrichte den Präsidenten bereits vor Wochen, dass er nach der Spielzeit aus seinem Vertrag aussteigen möchte. Der Grund liegt auf der Hand. Das der Burgfriede nach außen so gut es geht gewahrt wurde, lag zum Großteil an Valdano, das weiß auch Pérez und so akzeptierte er den Wunsch.
Dennoch soll das Organigramm nicht gesprengt werden, so ist man nun auf der Suche nach einem neuen Generaldirektor, der dem Trainer gefällt - dies ist einzigartig in der Geschichte des Vereins! Der Auserwählte soll Fernando Hierro sein. Der ehemalige Kapitän der Blancos, der seinen auslaufenden Vertrag beim Spanischen Fußballverband nicht verlängerte, scheint jedoch nicht kommen zu wollen, solange Florentino Pérez an der Macht ist. Zur Erinnerung, Hierro musste den Verein nach einem Streit mit dem Präsidenten durch die Hintertür verlassen - für den stolzen Spanier kam dies einer Entehrung gleich. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Konstellation in der Vereinsspitze entwickelt, Fakt ist nur: Sollte Mourinho im nächsten Jahr nicht den erhofften Erfolg bringen, so droht den Königlichen erneut der Total-Umbruch!
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