22.07.2010, 20:52
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Interviews

„Es kann sein, dass ich gehe“ - Diarra blickt ungewiss in die Zukunft

Namen wie Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger oder Felipe Melo kursieren in den Medien - verbunden mit Real Madrid. José Mourinho sucht einen zentralen Arbeiter vor der Abwehr, der sowohl technisch versiert, als auch die Mannschaft mit seinem Kampfeswillen mitreist. Diese Merkmale machten Mahamadou Diarra vor einigen Jahren noch zum unangefochtenen Stammspieler bei den Königlichen - bis eine langwirige Verletzung den Mann aus Mali auf den Boden warf. Eine Verletzung, die den erfahrenen Defensivmotor in Vergessenheit geraten ließ - und die ihn eigentlich nie wieder so richtig zurück zu Real Madrid brachte...

„Im Fußball kann alles passieren - ich könnte ganz schnell weg sein!“

Der Mittelfeldakteur äußerte sich im Interview über seine derzeitige Situation beim spanischen Rekordmeister: „Meine Vorgesetzten wissen mehr über meine Zukunft als ich. Ich mache die Vorbereitung hier, weil das mein Verein ist und ich bei Real Madrid noch ein Jahr unter Vertrag stehe. Aber im Fußball kann alles passieren - und zwar ganz schnell. Es kann sein, dass ich bleibe, aber es kann auch sein, dass ich gehe.“  Zuletzt zeigten einige englische Klubs Interesse am 29-jährigen, darunter auch Newcastle United, die laut diversen Medienberichten 26 Millionen Euro für den Afrikaner auf den Tisch legen würden - eine relativ hohe Summe für einen Ersatzmann. „Genau das ist das Problem. Ich spiele zu wenig. Das muss sich ändern“, bemängelte Diarra. „In der letzten Saison kam ich nur sieben Mal zum Einsatz - so wenig, wie noch nie in meiner ganzen Profikarriere. Vor meiner Verletzung spielte ich im Durchschnitt 18 Spiele pro Saison!“

„Mit Mourinho beginnt mein Neuanfang!“

Vor allem unter Manuel Pellegrini war der ehemalige Star von Olympique Lyon nur noch Nebensache. Der Chilene berücksichtigte den Akteur oft nicht einmal in seiner Kadernominierung. Mit José Mourinho soll nun alles anders werden - die Chance auf einen Neuanfang steht bevor. „Allein durch seine Mentalität und Denkweise sehe ich eine Chance für mich. Er ist ein großer Taktiker und Winnertyp. Es geht nach Leistung, das hat er uns von Anfang klar gemacht. Ich denke, dass ich öfter zum Einsatz käme - das hängt allerdings auch von mir ab“, gab der Defensivallrounder zu. Dennoch schaut er mit großem Optimismus auf die Zukunft: „Ich muss die Vorbereitung nutzen und mein Bestes geben, den Trainer versuchen zu überzeugen. Mit ihm kann ich neu anfangen und stehe wieder ganz am Beginn. Ich muss kämpfen und hart arbeiten, aber ich habe Selbstvertrauen geschöpft und denke, dass ich das schaffe.“

Kürzlich, zu Beginn der WM, betonte der Spieler in einem Interview, eigentlich lieber in Madrid bleiben, als gehen zu wollen. „Ich will mich durchsetzen“, versprach er. Doch hat Diarra überhaupt eine Chance? Sami Khedira soll kommen, Felipe Melo ist als Alternative zum Deutsch-Tunesier im Gespräch. Bedeutet das das Aus für Diarra beim spanischen Rekordmeister?

„Ein Mannschaft aus Einzelkönnern ist nicht galaktisch!“

Genau diese vielen Transfers und Gerüchte in den vergangenen Monaten und Jahren - insbesondere die im Sommer 2009 - beäugt er eher kritisch: „Jeder Präsident und Vorstand hat eine eigene Idee, eine eigene Vorstellung von seinem Verein. Im vergangenen Jahr kamen mit Cristiano, Kaká, Xabi und Benzema vier Galaktische. Die Presse spielte verrückt, Real Madrid existierte nur in den Medien - selten auf dem Platz. Für mich ist nicht der gewinnende Einzelkönner, sondern die gewinnende Mannschaft 'galaktisch'!“

Mit seinen Freunden Raúl und Guti gehen zu aller Wahrscheinlichkeit zwei solche Teamplayer, die jahrelang für den Klub tätig waren. „Jeder wird sie vermissen. Ich glaube aber, dass sie es verdient haben, ihre Zukunft nun selbst zu entscheiden. Sie haben so viel für Real Madrid getan und vollbracht. Oft haben sie Dinge erzählt oder mir Sachen beigebracht - auf, als auch neben dem Platz. Ich wünsche beiden eine erfolgreiche Zukunft, ob hier oder woanders.“

geschrieben von Kerry Hau

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