Rodrigo Moreno Machado ist wohl eher den Fußballkennern oder Castilla-Verfolgern ein Begriff. Der 20-Jährige gebürtige Brasilianer steht derzeit bei Benfica Lissabon unter Vertrag, stammt aber ursprünglich aus der Jugend von Real Madrid. Nachdem man den Stürmer mit einer Rückkaufoption in Richtung Portugal schickte, wird Rodrigo nun als dritter Stürmer neben Benzema und Higuaín für die kommende Saison gehandelt. Ein Schnäppchen wäre der spanische U-21-Nationalspieler indes aber nicht.
Mit Wurzeln in Madrids Nachwuchsschmiede, Rodrigo - Foto: Realmadrid.com
LISSABON/MADRID. Talentiere Canteranos haben es in Madrid seit jeher nicht einfach. Immer wieder bildet man zwar junge, überaus fähige Spieler aus, doch werden diese Rohdiamanten zu selten geschliffen und bekommen kaum eine nennenswerte Chance bei den Profis. Ähnlich erging es auch Rodrigo, als er im Sommer 2010 für sechs Millionen Euro von Real Madrid zu Benfica Lissabon wechselte. Dort wurde er jedoch nach wenigen Wochen weiter zu den Bolton Wanderers abgeschoben. Fuß konnte der damals 19-Jährige in England aber nicht wirklich fassen, weshalb er nach einem Jahr wieder nach Portugal ging. In Lissabon ist er nun seit Beginn der Saison aktiv, muss sich jedoch gegen namhafte Konkurrenz durchsetzen, was ihm bis dato noch nicht vollends gelingen will. Ob Óscar Cardozo, Nolito oder Saviola – der Kampf um den Stammplatz ist fortwährend hart, wenngleich Rodrigo seine Fähigkeiten zumindest bei der spanischen U-21 immer wieder zeigt.
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Auf die gestern die Runde machenden Spekulationen, der Linksfuß könne zur nächsten Saison im Bernabéu auf Torejagd gehen, reagierte nun sein Vater und Berater, Adalberto Machado. „Rodrigo ist Spieler von Benfica und hat noch einen Dreijahresvertrag. Wenn Real Madrid Interesse an ihm hat, dann ist das ein Beleg für seine gute Arbeit. Sowas stimmt einen natürlich immer zufrieden. Er wurde mit einer Rückkaufoption von Madrid abgegeben, die dann jedoch annulliert wurde. Wollen sie ihn haben, müssen sie erneut verhandeln.“ Tatsächlich vereinbarten die Blancos beim Transfer vor 18 Monaten eine Klausel, wonach er für 10 Millionen Euro wieder in die spanische Hauptstadt wechseln könnte. Im Zuge der Verhandlungen um Fábio Coentrão, der im vergangenen Sommer ein Königlicher wurde, ist diese Rückkaufoption jedoch erloschen, weshalb man bei einem Interesse an Rodrigo nun tiefer in die Tasche greifen müsste. Mindestens 12 Millionen Euro sind für die Dienste des 20-Jährigen aufgerufen.
Rodrigo ist derzeit kein unangefochtener Stammspieler bei Benfica, stand in dieser Spielzeit nur bei sieben Partien überhaupt auf dem Platz und erzielte dabei drei Treffer. Eher ein durchschnittlicher Wert im Gegensatz zu dem, was er bei der spanischen U-21 zeigt: Vier Spiele absolvierte er und traf dabei gleich sieben Mal.
Sinn würd dieser Transfer dennoch machen. Derzeit kämpfen bereits Benzema und Higuaín um den meist einzigen Platz als Sturmspitze in Mourinhos System. Ein dritter Kracher mit Stammplatz-Ansprüchen im Angriff könnte die aktuelle Balance sprengen. Sollte der Deal im Juni tatsächlich von statten gehen, fiele dem jungen, ambitionierten Angreifer die Rolle als dritter Stürmer zu. Im Windschatten der beiden Torjäger vom Dienst, könnte er weiter reifen und hätte sicher die Chance auf einige Einsätze. Das Publikum würde den einstigen Nachwuchsspieler sicher mit offenen Armen empfangen. Bleibt dennoch die Frage offen, ob er den Verantwortlichen in Madrid wirklich mindestens 12 Millionen wert ist, wenn man erst vor wenigen Monaten die Annullierung der Klausel in Kauf nahm. Realmadrid.de bleibt dran!
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