05.02.2012, 21:14
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Interviews

„Fußball ist extrem wichtig, aber mein Style ist es auch“

Fans, Kameras und Bodyguards folgen Cristiano Ronaldo auf Schritt und Tritt. Superstars wie der aus Madrid polarisieren – viele lieben ihn, viele begegnen ihm mit entschiedener Ablehnung. Der Portugiese vermittelt mit seiner medialen Präsenz und seinen Auftritten auf dem Spielfeld zweifelsohne viele Eindrücke, dennoch, so recht kennt man den Menschen Cristiano nicht. Im Interview mit dem Magazin DT gab er Einblicke in seine Lebensweise und verriet, wie er tickt und was ihm wirklich wichtig ist.

„Fußball ist extrem wichtig, aber mein Style ist es auch“

Cristiano achtet mit Argusaugen auf sein Erscheinungsbild - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com

MADRID. Tore über Tore, Rekorde über Rekorde und dazu weltweit enorm viele Sympathien. Auffällige Jubelarien, viele geniale Tricks am Ball. Statistisch ist Cristiano Ronaldo schon längst ein ganz großer in der Fußballgeschichte, man erinnere sich beispielsweise nur an die magischen 41 Ligatreffer im vergangenen Jahr! Doch viele Menschen sehen in Ronaldo zugleich jenen arroganten Schnösel, der nicht zufrieden ist, bis auch der Letzte seiner Show, seiner Kunst der Inszenierung applaudiert und sieht, wer der Boss ist. Der Weltfußballer von 2008, dessen Haare immer perfekt gerichtet und dessen Blick auf sein Kontostand mindestens genauso ein Funkeln in den Augen des Otto-Normal-Verbrauchers erzeugt, wie die spezielle Behandlung seiner eigens entworfenen Schuhe, polarisiert. Wer aber ist der Junge von der portugiesischen Insel Madeira wirklich? Pünktlich zum heutigen 27. Geburtstag bietet Realmadrid.de weitere Eindrücke aus dem Leben von CR7!

Von A-Z: Externer LinkKlick' dich durch das Profil von Cristiano Ronaldo!

„Mein Körper? Kraftraum und gute Gene“

Stets durchtrainiert und fit erlebt man die Tormaschine bei Spielen Real Madrids. Natürlich bedarf dies vieler Sonderschichten und auch einer entsprechend großen Disziplin. Ob er sich allerdings zu viel mit seinem Körper beschäftigt, anstatt an freien Tagen die Kräfte mal herunterzufahren, liegt im Auge des Betrachters. Was jedoch zu sehen ist: Cristiano scheint extrem acht auf seine Fitness zu geben, so wie er sich nach einem Tor des Öfteren mal oben frei macht, um all seine Muskeln zu zeigen. „Klar ist die Gesundheit für mich wie für jeden anderen Sportler grundlegend, aber ich lege meinen Fokus nicht ausschließlich auf die Fitness. Ich bin glücklich, denn ich habe gute Gene und habe nur wenige Verletzungen. Ich habe zum Beispiel das Glück und nehme nicht schnell zu, was bei anderen Spielern nicht so ist. Und klar, ich gehe ein paar Male in der Woche in den Kraftraum, dazu ernähre ich mich gut und habe eine gesunde Lebensart. Das ist der Schlüssel. Gut zu leben, gut zu essen und gut zu schlafen. Wenn du das nicht machst ist es möglich, dass du ein Niveau, das von dir verlangt wird, bei den Spielen nicht erreichst.“ Gut schlafen und gut essen? War der Superstar vor Jahren noch der geführchtete Party-Löwe, der den Jet-Set in der fussballfreien Zeit mächtig durcheinander wirbelte, so schlägt er heute leisere Töne an. Reifer ist er geworden, keine Frage.

Auch mit einem Salär von vielen, vielen Millionen im Jahr heißt es für die Superstars hart arbeiten statt Füße hochlegen. Besonders ein Profi wie Cristiano Ronaldo, der in einer Saison in drei Wettbewerben spielt und dabei auf mindestens 50 Spiele kommt, plus Länderspiele und alle zwei Jahre ein großes Turnier absolviert, müsste doch irgendwann fußballmüde werden. Immer dieselben Abläufe: Sieg oder Niederlage, Tränen oder Freude, Titel ja, Titel nein. CR7 wiegelte ab und erklärte sein persönliches Erfolgsrezept. Sein nicht versiegender Brunnen der Motivation heißt: Urlaub, Cristiano der Normalo! Wilde Parties oder doch die ruhige Kugel? „Es gefällt mir natürlich sehr, Fußball zu spielen. Jedoch bin ich genauso froh, wenn ich mal Urlaub habe. Das ist ebenso wichtig wie das körperliche Training, um Kraft zu gewinnen. Während einer Saison arbeiten wir fast jeden Tag sehr hart und intensiv, sodass du auch Pausen brauchst um dich zu erholen, Kraft zu tanken und Zeit mit der Familie, der Freundin oder deinem Sohn zu verbringen. Ich rede nicht von großen Festen, sondern einem einfachen, aber organisierten Urlaub. Ich langweile mich nie in den Ferien, ich plane  und mache jeden Tag etwas Neues – etwas das nichts mit Fußball zu tun hat. Aber wichtig ist mir, Urlaub machen, einfach relaxen.“

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„Ich kann eine Stunde vor dem Kleiderschrank stehen, so bin ich“

Dabei hegt und pflegt Ronaldo, der mit dem russischen Model Irina Shayk liiert ist und laut Medienberichten im Sommer heiraten will, seine Außendarstellung wie seinen Augapfel. Selten erlebt man den Star ohne Louis Vuitton-Täschchen in der Hand oder etwaiger Accessoires prestigeträchtiger Nobel-Marken. Geht es bei anderen um die reine Selbstvermarktung, steckt beim Portugiesen eine tiefe Überzeugung dahinter. Das Auge isst schließlich immer mit. „Der Stil ist sehr wichtig für mich. Der Fußball ist das Erste, aber das Bild ist das Zweite. Es ist gut, auf dem Feld großartige Leistungen zu zeigen und es ist auch entscheidend, ein gutes Bild nach außen abzugeben. Es bedeutet mir sehr viel. Es kann ja sein, dass einigen Leuten mein Stil nicht gefällt, aber das bin eben ich. Ich hoffe, dass die Leute das irgendwann respektieren können. Ich werde mich nicht verändern, um anderen zu gefallen. Ich versuche auch, dass meine Persönlichkeit in meinen Kollektion reflektiert wird.“

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Was seine Teamkollegen wohl von diesem extravaganten Ronaldo halten? Holen sie sich ein paar Tipps des Fashion-Gurus ab? Selbstverständlich, wusste Cristiano zu berichten und dann strahlte er wieder. „Natürlich gab es bisher welche, die sich ähnlich gut gekleidet haben, aber eben keiner so gut wie ich. Fragt sie selbst! Es gefällt mir sehr, sich gut zu präsentieren, schöne Schuhe zu tragen, sich schön zu zeigen... In England habe ich viele Kommentare und Sprüche von den Kollegen bekommen. Rio Ferdinand zieht sich auch mit viel Stil an, er hat sich was bei mir abgeschaut. Die Mehrheit von den englischen Spielern jedoch kleidet sich nicht so gut, sodass ich sagen würde, dass ich bei Manchester United immer am besten gekleidet war. Ich könnte am Morgen den Kleiderschrank öffnen und eine Stunde überlegen, was ich anziehe. So bin ich eben“, sagte das Geburtstagskind abschließend.

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geschrieben von Filip Knopp

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