Die Saison ist vorüber und José María Gutiérrez Hernández, den man in Madrid zuweilen nur unter dem Spitznamen „Guti“ kennt, macht dort Urlaub, wo es am schönsten ist - in der Heimat Spanien! Seitdem der mittlerweile 34 Jahre alte Blondschopf vergangenen Sommer nach Istanbul wechselte, ließ er sich nur noch selten in Madrid blicken. Heute war er zu Gast beim TV-Sender CANAL+ und sprach über seinen Ex-Klub. Thema Nummer eins: Natürlich die Transferpolitik und die dadurch entstandene Stürmerdebatte...
Andere Stars machen Urlaub am Strand, Guti hingegen macht Urlaub zu Hause bei der Familie. Der Madridista kehrte am Wochenende nach einwöchigem Entspannen in der Türkei in die alte Heimat zurück, die er im Sommer 2009 für Besiktas Istanbul verließ. Der 34-Jährige, der im August übrigens im Rahmen der
Trofeo Bernabéu gegen seinen Ex-Verein antritt, hat das Leben in Spanien nicht vergessen und erst recht nicht den Fußball - schließlich liegt ihm Real Madrid noch immer sehr am Herzen. So hat er auch eine eigene Meinung über den Fußball, den die Mannschaft ohne ihn spielt. Guti zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner Kollegen; erst recht mit der des Trainers, der nach zwei titellosen Spielzeiten endlich wieder einen Pott in die spanische Hauptstadt holen konnte.
„Ich habe diesem Real Madrid sehr, sehr gerne zugesehen. Ich bewerte die Saison positiv. Eine Mannschaft mit viel Charakter, mit viel Macht, mit viel Antrieb. Das fehlte in den Jahren zuvor. Es ist das einzige Mal gewesen, dass man Barcelona in allen drei Wettbewerben gegenüberstand und es gegen sie um alles ging. Am Ende konnte die Mannschaft nur einen Titel holen, aber ich denke, dass es ein sehr besonderer und wertvoller Triumph war. Es ist für viele Menschen zwar nicht von großem Wert, die Copa del Rey zu gewinnen, da Meisterschaft und Champions League Priorität haben, aber man hat ein Endspiel gegen den Rivalen siegreich beendet. Das macht diesen Titel so besonders. Später stand man dann nach Jahren wieder im Halbfinale der Champions Leauge, aber ich denke, dass die bessere Mannschaft gewonnen hat. Dafür war das Hinspiel im Bernabéu einfach nicht gut“, so die neutrale Bewertung des Blondschopfes, der, wie man ihn kennt, kein Blatt vor den Mund nahm und in diesem Fall zugab, dass Barça verdientermaßen das Finale in Wembley erreichte.
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Gutis Karriere bei Real Madrid in Bildern
Immerhin schaffte man es, den so großen und übermächtigen Feind einmal zu stürzen. Das Ziel für die kommende Saison kann nur sein, endlich den größeren Coup perfekt zu machen. Man will auf Augenhöhe mit den Katalanen stehen und investiert deshalb noch einmal kräftig in neue Spieler. Sahin, Altintop und Callejón sollen das Mittelfeld und den Angriff noch einmal punktuell verstärken, doch auch galaktische Neuzugänge wird es wohl geben.
Fabio Coentrao steht unmittelbar vor einem Wechsel an die Concha Espina und dieser Tage spricht jeder von Neymar und Agüero. Welcher Stürmer wird es? Weiß Guti dank seiner Beziehung zum Klub vielleicht mehr? „Madrid ist nicht interessiert an Kun Agüero“, so die überraschende Antwort des Linksfußes, der diese Wort mit voller Überzeugung aus seinem Munde sprach. „Gil Marin hat sich kürzlich klar ausgedrückt und auch Florentino Pérez hat schon etwas dazu gesagt. Das liegt auf der Hand und ist auch eine Frage der Ehre. Florentino holt keinen Spieler aus der gleichen Stadt und erst recht nicht vom großen Stadtrivalen...und sowieso nicht den Superstar dieser Mannschaft! Das wäre nicht klug und nicht gut, den Star von Atlético zu Real Madrid zu holen. Ich denke, dass Neymar einem Transfer zu Real Madrid viel näher ist. Ich weiß allerdings nicht, ob er jetzt schon kommt, weil er mit 19 Jahren noch sehr jung ist. Eine Möglichkeit, ihn zu kaufen und dann für ein weiteres Jahr zu verleihen, wäre meiner Ansicht nach eine sehr gute Variante.“
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Auch ließ er die Transferpolitik der Königlichen im Allgemeinen natürlich nicht unkommentiert. Ist es denn nötig, jedes Jahr von Neuem Superstars zu verpflichten, obwohl man bereits viele gute und starke Alternativen zur Verfügung hat? „So ist das eben bei Real Madrid. Es ist jeden Sommer ein Kommen und Gehen. Alle Spieler, die kommen, haben großes Potenzial und sind sehr jung, wie jetzt zum Beispiel ein Neymar. Ich denke, dass Madrid sich verstärken muss, um mit Barcelona mitzuhalten. Sie wollen sie stürzen und dafür braucht man den ein oder anderen neuen Spieler. Um auf das Niveau von Barça zu kommen, ist das nun einmal nötig. Auch wenn man sich sinnvoll verstärken sollte“, meinte der Mittelfeldstratege zum Abschluss des Interviews.
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