Schon fast zwei Monate ist es her, da verließen die beiden Vereinsikonen Raúl Gonzalez Blanco und José Maria Gutierrez Hernandez ihr große Liebe Real Madrid, um ihre glorreichen Laufbahnen noch in anderen Ländern und Kulturen ausklingen zu lassen. Im großen Interview mit dem Radiosender „Onda Cero“ sprach das frühere Mittelfeldgenie der Madrilenen, Guti, zum ersten Mal nach seinem Transfer über seinen Abschied und viele weitere Themen rund um Real Madrid...
Kein Abschiedsspiel für Raúl und Guti. Keine große Zeremonie mit einem gefüllten Bernabéu, mit traurigen Fans, die ihren Helden hinterherwinkten. Lediglich eine Pressekonferenz hielten die beiden ehemaligen Kapitäne, im Hintergrund aufgestellt waren die gewonnen Trophäen. Ein paar Schnappschüsse, ein paar Tränen und ein Zwinkern hinterließen die beiden Spieler, die mit ihren Fortgängen zu Schalke 04 und Besiktas Istanbul eine Ära beendeten. „Natürlich wünschst du dir nach so vielen Jahren einen besseren und größeren Abschied. Man will immer, dass sein Abschied etwas ganz Besonderes ist und Raúl und ich hätten definitiv einen besseren Abschied verdient. Es wurde dann aber zu einem normalen Abschied, da einfach alles sehr schnell ging. Es war nämlich lange unklar, ob wir beide gehen“, gab Guti zu. Raúls Abschied war dementsprechend auch ausgeschmückter gewesen, so wurden zumindest einige Fans ins Stadion gelassen, um sich noch einige Autogramme von der Real-Legende zu holen. Kein Problem für Guti: „Raúl verkörpert den Klub wie niemand anders es jemals zuvor getan hatte. Daher war das selbstverständlich.“
Zum Thema: Emotionaler Abschied - Die Pressekonferenz von Guti
Dennoch wird dem 33-Jährigen dieses vorläufige Ende mit seiner großen Liebe immer im Gedächtnis bleiben. „Das waren zwei emotionale Pressekonferenzen. Da gingen mir die vielen gemeinsamen Jahre durch den Kopf, die vielen Momente bei diesem Klub. Raúl und ich gingen als Freunde und wir spürten das Trikot von Real Madrid und seine Bedeutung an uns. Es war eine Etappe unseres Lebens und da ist es klar, dass Tränen kommen und die Gefühle schwer zu kontrollieren sind“, erklärte ein gefasster Guti.
Aber jetzt schaut der kreative Mittelfeldmann in die Zukunft und diese heißt Besiktas Istanbul. Für die kommenden zwei Jahre unterschrieb „El Rubio“ beim türkischen Klub von Bernd Schuster. „Es war eine positive Zeit bei Real und ich werde immer Madridista sein und bleiben, komme was wolle. Jetzt bin ich aber bei Besiktas und will hier noch einmal etwas erreichen“, so der Linksfuß. In fünf Pflichtspielen erzielte er bei seinem neuen Arbeitgeber bereits zwei Tore und gab drei Assists. Auch ist der Umzug in die türkische Metropole endlich von Statten gegangen und Guti kann sich mit seiner Familie in aller Ruhe einleben. Über seine neue Heimat in Istanbul sagte er: „Wir wohnen hier sehr zentral gelegen und es ist echt eine große Umstellung, da du mindestens alle vier Stunden die Autos draußen vorbeifahren hörst. Auch gibt es hier viele Paparazzis, was einem das aus dem Haus gehen schon sehr schwer macht. Aber wir gewöhnen uns dran, denn meine Familie und ich werden hier von allen sehr gut behandelt!“
Ein weiteres Thema im Interview mit dem spanischen Radiosender war der Vergleich zwischen Altmeister Guti und Youngster Canales. Der Neuzugang von Racing Santander gilt als das Talent im spanischen Fußball schlechthin und konnte schon mit einigen guten Leistungen im weißen Dress auf sich aufmerksam machen. Nicht nur wegen der Haarfarbe, sondern auch wegen der Spielweise, vergleichen die Medien den jungen Senkrechtstarter mit Guti. Dies bestätige auch der Oldie selbst und sieht sich dabei keineswegs untergeordnet: „Ihr habt da nicht Unrecht (lacht)! Er ähnelt mir sehr, auch vom physischen her. Er ist ein guter Junge, dem eine große Zukunft bevorsteht, wenn er so weiter macht. Sergio hat das ähnliche Bild vom Spiel, wie ich es habe. Er spielt nicht gerne die einfachen Pässe und geht auch Risiken ein. Es ist jedoch nötig, ihm Zeit zu geben, denn er ist noch lange nicht reif. Mit Mourinho hat er aber einen vortrefflichen Trainer, der ihn weiter aufbauen kann. Man darf ihm jedoch keinesfalls zu viel Verantwortung auferlegen.“
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Nebenbei nahm Guti auch noch den Druck von seinen ehemaligen Mitspielern, eben genauso, als würde er immer noch als Vizekapitän in dieser Mannschaft fungieren. Thema war dann nämlich der verpatzte Saisonstart auf Mallorca und die vielen nüchternen Ergebnisse unter Mourinho, die bislang wenig Spektakel brachten. Man müsse sich in Geduld üben, forderte Guti und erklärte: „Wir wollen hoffen, dass das Bernabéu schon wieder bald Grund zur Freude hat und das Team viele Titel gewinnt. Bei Real Madrid ist es jedoch nicht nur wichtig zu gewinnen, sondern wie man gewinnt. Es muss Spektakel sein und dieses Spektakel kann auch Mourinho bieten. Das Publikum ist enorm anspruchsvoll und Mourinho wird sich dem anpassen, und er wird sich ebenso in seine Spieler hineinversetzen. In diesem Jahr ist es aber wieder einmal sehr schwer, da Barcelona schon über Jahre hinweg konstant eingespielt ist und nur wenige Veränderungen hinnehmen musste. Das ist ihr Vorteil. Wenn Real jedoch eingespielt ist, wird es auch schwer für Barça.“
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