365 Tage ist es nun her, als Raúl González Blanco „sein“ Real Madrid verließ. Realmadrid.de blickt nochmals auf den Moment zurück, als die lebende Legende, die dem Verein sowohl als unvergesslicher Spieler, als auch als großartige Persönlichkeit 16 Jahre lang diente, „adiós“ sagte...
Raúls Abschied vor fast leeren Rängen - Foto: Realmadrid.com
MADRID. Kaum etwas hat sich seit dem 26. Juli 2010 verändert. Äußerlich zumindest. Das Estadio Santiago Bernabéu steht prächtig wie eh und je im Herzen der spanischen Hauptstadt, das Fußballgeschäft nimmt seinen Lauf. Anders hätte es sich Raúl González Blanco auch gar nicht gewünscht, auch wenn sein Abschied vor exakt 365 Tagen dem Madridismo noch immer schmerzt. Doch das Leben müsse weitergehen, erklärte Raúl an jenem 26. Juli allen Fans, die mit den Tränen kämpften. Erinnerungen alter Tage wurden wach, als der Stürmer der Garant für wichtige Titel war. Man muss sich einmal vorstellen, dass aus einem schüchternen und introvertierten Burschen, der mit 17 Jahren im königlichen Dress debütierte, zum erfolgreichsten Torschützen der Klubhistorie wurde und gleichzeitig ein Zeitalter prägte wie kein Zweiter.
Aus dem Archiv:
Kein Tschüss, sondern ein bis später
„Heute ist der Augenblick gekommen“, sagte Raúl schweren Herzens. „Bei Real Madrid zu spielen, war mein Kindheitstraum. Es ist ein begeisterndes Gefühl gewesen, bei diesem Verein spielen du dürfen. Ich will, dass jeder weiß, dass ich stets alles für Real Madrid getan habe. Hier im Bernabéu habe ich mich immer wohl gefühlt und wurde respektiert. Das ist und bleibt mein Zuhause. Doch heute beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt. Ich werde den Verein verlassen...“ Worte, die man sich als Madridista nie im schlimmsten Traum vorgestellt hatte. Doch sie wurden Wirklichkeit: Raúl ging nach Deutschland, Raúl ging zu Schalke 04. Nicht, weil er es unbedingt wollte, sondern weil er sportlich gesehen keinen Platz mehr bei den Königlichen hatte. José Mourinho plante schlichtweg ohne ihn und auch ohne seinen
ebenfalls fortgeschickten Weggefährten Guti...
Trotz der emotionalen Rede des „großen Kapitäns“ und den warmen Worten des Präsidenten Florentino Pérez, Raúl und seine Verbundenheit zum spanischen Klub seien einmalig, war es ein kalter Abschied. Zu kalt jedenfalls, um jemanden wie Raúl zu verabschieden. Die Tatsache, dass es für den Rekordgoalgetter der Vereinsgeschichte (bisher) keine richtige Abschiedsfeier und kein Abschiedsspiel gab, ist beinahe eine Frechheit. Nur 2000 Madridistas wurden an jenem Tag ins Stadion gelassen. Raúl stand vor teilweise leeren Rängen, was er absolut nicht verdient hatte. Raúl hatte nach 16 Jahren und insgesamt 16 gewonnen Trophäen mehr verdient. Warum keine Riesenshow, warum keine Riesenbühne, warum keine Riesenkulisse, wie es bei der Präsentation von Cristiano Ronaldo im Juni 2009 der Fall war? Ich könnte wetten, dass auch dann die fast 85.000 Plätze im Estadio Santiago Bernabéu besetzt gewesen wären...
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