14.12.2011, 15:41
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Interviews

„Ich hätte nicht geglaubt, dass Karim dieses Niveau erreicht“

José Mourinho befindet sich als Trainer von Real Madrid zwar weiß Gott in keiner einfachen Situation, doch hat er Probleme, von denen jeder andere Coach nicht zu träumen wagt. In diesem Fall geht es um sein Angriffsduo, bestehend aus Karim Benzema und Gonzalo Higuain, zwischen denen er vor jedem Spiel aufs Neue entscheiden muss. Benzema legte in dieser Saison jedoch ein konstant hohes Niveau aufs Parket und erhielt besonders in den letzten, wichtigen Partien immer mehr den Vorzug. Es scheint, als habe er seinen argentinischen Konkurrenten ein Stück weit hinter sich gelassen, so verwunderte auch seine Nominierung für die Clásico-Startelf nicht. Der Lohn für die Mühen und die tollen Leistungen folgte nun mit der Auszeichnung zum „Besten Fußballer Frankreichs 2011“. José Mourinho freute sich mit seinem Schützling und verriet, dass er unglaublich Stolz auf ihn sei.

„Ich hätte nicht geglaubt, dass Karim dieses Niveau erreicht“

José Mourinho freut sich mit „seinem Benzema" - Foto: Elisa Estrada, Realmadrid.com

„Er hat sich das mit harter Arbeit verdient“

MADRID. Im Interview mit „France Football“ unterstrich Karim Benzema, dass sein Erfolg nicht zuletzt aufgrund der Arbeit seines Trainers möglich wurde.  Er war es, der mit kleinen Kniffen, die vermutlich nur in Mourinhos Repertoire auftauchen, den Tiger in ihm weckte und ihn so anstachelte, dass er gar nicht anders konnte als Top-Leistung zu bringen. Nicht zuletzt stand der Portugiese also bei seiner Auszeichnung Pate.  So freute es José Mourinho im Interview mit dem französischen Fußballblatt, dass sein Stürmer nun die Lorbeeren ernten darf. „Ich bin zufrieden mit ihm und sehr stolz auf seine Entwicklung. Dank seiner harten Arbeit, seiner Geduld und seiner Persönlichkeit hat er diesen neuen Status nun erreicht.“

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Zu Beginn diesen Jahres hätte es sich jedoch nicht einmal der Meister selbst gewagt zu träumen, das aus dem introvertierten Problemfall der Angreifer werden kann, der in ganz Europa zur Crème de la Crème seines Fachs zählt. Nicht das man sich missversteht. An seinen fußballerischen Qualitäten hatte keiner, der von diesem Sport etwas versteht, nur den Hauch eines Zweifels, doch das lethargische Auftreten war Indiz dafür, dass seine mentale Stärke nicht für diesen Verein ausreiche. Im Verbund haben Mourinho und Benzema selbst diese Blockade lösen können und das Ergebnis ist überragend. „Ich hätte nicht geglaubt, dass Karim dieses Niveau, das er aktuell hat, erreichen könnte,“ gab der Trainer offen und ehrlich zu. Damals kritisierte Mou seinen Schützling noch und unterstellte ihm überdies „mangelnden Torhunger“, für einen Stürmer ist das gleichbedeutend mit dem Zeugnis „Beruf verfehlt“. Ebenso setzte er medial immer wieder Nadelstiche, beispielsweise, als Higuaín aufgrund seiner Bandscheiben-Operation ausfiel. Die Anmerkung, er habe jetzt keinen Hund mehr, aber er müsse dann eben mit dem Kätzchen Benzema auf Torejagd gehen, war zu viel des Guten. Wütend gab er damals nach einem starken Auftritt bekannt: „Ich bin keine Katze, ich bin wenn ein Löwe, merkt euch das.“ Die Psychospiele des Portugiesen schienen anzuschlagen.

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Die Statistik belegte die Wirkung. Die 29 Treffern, die der Franzose wettbewerbsübergreifend in der Saison 2010/11 erzielte, waren Ausdruck einer neuen Mentalität. Und auch zu Beginn dieser Spielzeit präsentiert sich die Nummer 9 in bestechender Form. Sagenhafte 21 eigene Tore und 9 Vorlagen, so die aktuelle, wettbewerbsübergreifende Bilanz. Auch gegen Barcelona gelang ihm bereits nach 22 Sekunden der erste Treffer. Mourinho bewies seinen Glauben an die Fähigkeiten des 23-Jährigen vor seiner „Auferstehung“ und im Hier und Jetzt ist Benzema das Juwel, dass sich alle erhofften.  Bleibt er weiterhin in dieser Spur, wird auch die Wahl zu Frankreichs Fußballer 2012 nicht am königlichen Angreifer vorbei führen.

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geschrieben von Marcel Hildmann

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