7000 Fans schauten heute beim öffentlichen Training im Estadio Alfredo Di Stéfano in Valdebebas zu. José Mourinho schenkte am Dreikönigstag jedem Madridista freien Zugang zur Trainingseinheit mit allen Stars und einer anschließenden Autogrammstunde am Spielfeldrand. Im Anschluss durfte dann aber natürlich auch die Pressekonferenz des Portugiesen nicht fehlen. Vor dem morgigen Spiel gegen Granada lobte Mou besonders Özil und stellte eindringlich klar, dass Kaká bleiben werde...
Interessiert nur Gegenwart und Zukunft, José Mourinho - Foto: Elisa Estrada, Realmadrid.com
MADRID. Es ist der 6. Januar und in Spanien gibt es heute die Bescherung für alle Kinder unter dem Weihnachtsbaum. Für die Kicker von Real Madrid gab es deshalb jedoch kein Trainingsfrei, denn schon morgen steht die erste Partie des Jahres in der Liga an. Man erwartet Granada um 20 Uhr im Bernabéu, weshalb sich auch Mourinhos Mannen bei der öffentlichen Trainingseinheit vor 7000 Zuschauern akribisch auf den Aufsteiger vorbereiteten. „Es ist toll, dass einige Fans den weiten Weg aus Granada hierher machen, um ihr Team im Bernabéu spielen zu sehen. In Spanien gibt es nicht viele Teams mit solchen Fans. Granada hat eine sehr gute Defensive und eine gute Offensive, genauso wie sie im Mittelfeld ihre Sache gut machen. Sie sind sehr gefährlich und selbstbewusst, weil sie schon auf schwierigen Plätzen in dieser Saison gepunktet haben. Ich hoffe, dass es eine schöne Partie wird, jedoch brauchen wir den Sieg noch mehr, als sie“, lautete Mourinhos Urteil über den Gegner zu Beginn der Pressekonferenz.
Die erste Partie des Jahres 2012 unter der Woche im Copa del Rey gegen Málaga konnte man nach einem 0:2 Rückstand umbiegen und mit 3:2 gewinnen. Die Leistung in der ersten Halbzeit war allerdings mehr als besorgniserregend. Natürlich bezogen sich die Journalisten im Pressesaal von Valdebebas nochmals auf dieses Spiel und die Schlüsse, die der Portugiese für den morgigen Tag ziehen wird. „Die Spieler sind intelligent und wissen was sie tuen – sie sind selbstkritisch, wissen aber auch, wenn sie ihre Sache gut machen. Sie wissen um was es gegen Málaga geht und dass sie nun eine bessere Ausgangslage haben, doch müssen wir am Dienstag das Rückspiel im Málaga bestreiten. Sie können aber auch beurteilen, dass die in der zweiten Halbzeit alles richtig gemacht haben. Sie zeigten die Qualität, ein fast verlorenes Spiel am Ende zu gewinnen und ich glaube, dass das eine sehr gute Erfahrung für sie war“, so sein Urteil. Die zugegebenermaßen beinahe lächerliche Frage, ob es lediglich ein Mangel an Konzentration oder ein fundiertes Problem im Team sei, beantwortete „the Special One“ wie man ihn kennt, lässig und mit einem Schuss Sarkasmus: „Wir haben ein sehr ernsthaftes Problem: Wir haben 19 oder 20 Siege eingefahren und einmal verloren. Ja doch, das sind echte Probleme, die wir derzeit haben...“
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„Wenn ich gekonnt hätte, wären alle ausgewechselt worden“
Mourinho wechselte nach der Katastrophen-Halbzeit gegen Málaga gleich drei Mal zur Pause. Wird es dementsprechend auch morgen in der Startaufstellung wieder einige Änderungen geben? „Morgen wird es nicht viele Änderungen geben. Sie beweisen sich nun seit einiger Zeit, ich glaube dass sie nun 20 Siege und eine Niederlage erzielt haben und ich werde deshalb nicht wegen einer schlechten Halbzeit das Vertrauen in sie verlieren und gleich den Teufel an die Wand malen. Denn es waren nahezu die gleichen Spieler, die im zweiten Durchgang die Partie noch gewonnen haben. Ich habe mit keinem einzigen Spieler ein Problem, nur haben mir die ersten 45 Minuten nicht gefallen“, so das Statement des 48-Jährigen. Die Qual der Wahl wird der Trainer wieder zwischen seinen beiden Angreifern haben. Wäre es nicht an der Zeit, Benzema und Higuaín mal gemeinsam von Beginn an stürmen zu lassen? „Karim und Gonzalo können zusammen spielen. Jeder weiß jedoch, dass ich lieber mit einer Sturmspitze spielen lasse und zwei Außenbahnspielern, die dann nach innen ziehen können. Sie haben immer beide gut gespielt, immer getroffen oder Tore vorbereitet. Das Team kommt sehr gut mit einem von beiden klar, aber auch mit beiden zusammen.“
Bestelle dir jetzt das Trikot deines Superstars!Zum Schluss seiner Ausführungen kam dann nochmals, wie in jedem Januar üblich, das Thema Transfers auf den Tisch. Gerade Kaká und Mesut Özil, die sich um den Platz im Mittelfeld streiten, stehen laut einigen Gazetten immer wieder im Visier anderer Vereine. „Ich zähle bis zum Juni hundertprozentig auf Kaká und werde es auch in der kommenden Saison tun“, verkündete Mourinho zunächst die klare Absage in Richtung Paris St. Germain, deren Investoren laut Medienberichten bis zu 25 Millionen für den Brasilianer hinblättern würden. Über Özils Leistung gegen Málaga zeigte sich der Coach sehr erfreut: „Die 45 Minuten, die Mesut gespielt hat, haben mir sehr gefallen. Es ist viel wichtiger, dies zu analysieren, als den Rest der bisherigen Saison. Das Wichtigste ist nämlich die Zukunft und die nähere Vergangenheit und das waren die 45 Minuten gegen Málaga.“
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