Wer in der Champions League auch immer bisher neben Mourinho auf dem Presse-Podium saß und sich den Fragen der Journalisten stellte, er hatte zumindest eine Gewissheit: „Ja, ich werde auflaufen“. So freute sich gestern Madrids zweiter Torwart Antonio Adán über die Nominierung zur Pressekonferenz. Bereits beim letzten Gruppenspiel gegen Zagreb (6:2 für Madrid) stand der 24-jährige Schlussmann zwischen den Pfosten, konnte sich jedoch kaum auszeichnen und musste sogar zwei Mal hinter sich greifen. Dies soll sich gegen Ajax tunlichst ändern.
Im Fokus der Medien – Antonio Adán, Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
AMSTERDAM. Es spielt keine Rolle wie alt ein Torwart ist, über welche Erfahrung er verfügt oder ob er mit unglaublichem Talent gesegnet ist. Wer in die Fußstapfen eines Iker Casillas treten muss, der hat zwei Möglichkeiten: Gar nicht erst antreten oder sich stellen und mit breiter Brust das Revier markieren. Antonio Adán würde nicht bei den Königlichen spielen, gehörte er zu Zweiteren. Dementsprechend selbstbewusst präsentierte er sich und rang auch seinem Nebensitzer, Coach Mourinho, ein zufriedenes Nicken ab. „Gegen Zagreb durfte ich mein Debüt in der Champions League feiern und konnte mich kaum beweisen. Mir gefiel es überhaupt nicht gleich zwei Gegentore zu kassieren. Dieses Spiel gegen Ajax ist eine neue Herausforderung und dieses Mal möchte ich meinen Kasten sauber halten! Ich trainiere jeden Tag um diese Chance zu erhalten. Wenn Iker nicht spielen kann, will ich dafür sorgen, dass die Fans sein Fehlen nicht bemerken. Ich bin bereit und haben das Vertrauen vom Trainer – das kommt ganz einfach daher, dass ich im Training einen guten Job mache.“
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Abgebrüht wie ein Routinier und kalt wie Hundeschnauze, dieser Adán. Wie sehr er sich über diesen Einsatz freut, konnte jedoch auch er nicht völlig überspielen. Im weiteren Verlauf sprach er von einem „besonderen Tag“ und einem „Traum, der wahr wird“. Na bitte, geht doch! „Ein Spiel dieser Kategorie zu bestreiten, in diesem Wettbewerb und in diesem Stadion… dazu gegen Ajax Amsterdam, es ist ein Traum und eine ganz wichtige Erfahrung für mich.“
Wer täglich mit dem besten Torwart der Welt trainieren darf, kann sich einige Dinge abschauen. In seiner Jugend begeisterte er sich jedoch auch für andere Keeper, speziell ein Deutscher hatte es ihm angetan. „Ich habe sehr gerne Edwin van der Sar angeschaut aber besonders auch die deutschen Torhüter, die mir wegen ihrer Ernsthaftigkeit gefielen, beispielsweise ein Oliver Kahn. Aber das beste Vorbild habe ich Zuhause. Einen besseren wie Iker Casillas gibt es nicht.“
Wie auch sein Coach verneinte er die Angst der Lyonnais nur mit angezogener Handbremse gegen den schärfsten Rivalen um Platz zwei aus Amsterdam zu spielen. Schließlich sind die Merengues souverän und rekordverdächtig durch die Gruppe gestapft und der Clásico am Samstag könnte bereits in den Köpfen spuken. „Nein, jedes Mal wenn wir aufs Spielfeld gehen, ist das eine große Verantwortung. Es ist eine Verantwortung gegenüber diesem Verein, der so groß ist und so viele Menschen bewegt, die es verdienen, dass wir mit aller höchster Konzentration zu Werke gehen“, so Adán abschließend.
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