Namen interessieren José Mourinho nicht, für „the Special One“ zählt nur die Leistung. Getroffen hat es Ricardo Kaká. Der Brasilianer steht derzeit klar im Schatten von Mesut Özil, auch die Ausrede mit der Verletzung zählt jetzt nach über einem Monat nicht mehr. Mourinho setzt den 28-Jährigen nur noch in eher unwichtigeren Partien ein. Beispiel Champions League Achtelfinale gegen Olympique Lyon, Kaká schmorte 90 Minuten auf der Bank. Kommt langsam der Frust auf?
„Ich hätte ein Problem, würde ich Özil oder auch Di María auf die Bank zu setzen. Ich habe keine Kopie dieser beiden Spieler“, meinte José Mourinho vor rund einem Monat zur Personalsituation im „königlichen“ Mittelfeld. Klare Worte des 48-Jährigen. Klare Worte Richtung
Kaká. Der Brasilianer wurde Anfang Januar nach seiner sechsmonatigen Verletzung am Knie wieder fit, jeder Madridista freute sich auf die Rückkehr des 28-Jährigen. Auch der Trainer schien euphorisch: „Kaká wird unser großer Wintertransfer! Wir freuen uns alle auf ihn und er wird unser Spiel bereichern.“ In erster Linie wusste man aber, dass man keine Wundertaten des Superstars erwarten dürfte. Ein halbes Jahr nicht zu spielen ist nicht einfach und schon während der Weltmeisterschaft und der letzten Saison stand Kaká im Schatten seiner selbst, befand sich in mehr als nur einem zwischenzeitlichen Formtief. Mourinhos Mammutaufgabe war und ist es, den Spieler wieder zur alter Stärke wie beim AC Mailand zurückzuverhelfen.
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Heute steht Kaká im Schatten von Özil. Letzte Saison war er gesetzt, jetzt muss der brasilianische Nationalspieler kämpfen. Denn es droht die Rolle als Ergänzungsspieler. Gegen Espanyol spielte er nicht, gegen Lyon spielte er nicht. Mourinho setzte in diesen beiden wichtigen Auswärtsspielen voll auf den Deutschen, nur gegen Real Sociedad und Levante kam Kaká zuletzt zum Einsatz. Zwei Teams, die man locker schlagen muss und im heimischen Bernabéu sowieso. Es hat so ein bisschen den Anschein, als vertraue Mourinho dem Spieler noch nicht so ganz. Özil macht einen tollen Job, Kaká muss noch deutlich zulegen - so lautet das Fazit Mourinhos nach momentanem Stand. Ob das dem wiedergenesenen Star so passt? Vor dem Lyon-Spiel stellte er klar: „Egal wer spielt, hauptsache wir gewinnen...“ Von einem Konkurrenzkampf wenig zu hören, auch wenn der Akteur insgeheim sicherlich anders denkt. Özil meinte kürzlich, dass er auch mit Kaká zusammenspielen könne und es keine Spannungen zwischen ihnen gebe. In der ersten Elf scheint wiederum aber eher Platz für den jungen Di María neben Özil, nicht für Kaká. Gerät Kaká in Vergessenheit? Nicht einmal die Presse schreibt noch so intensiv über einen der teuren Superstars, den Pérez im Sommer 2009 an die Concha Espina holte. Es wird also noch lange ein Fragezeichen hinter diesem Sorgenkind stehen, und es bleibt abzuwarten, welche Lösung Señor Mourinho parat hat. Die Madrider Sporzeitung 'AS' formulierte es heute sehr treffend: „Nur 378 Minuten in 10 Spielen - das ist zu wenig für einen Kaká. Will er Stammspieler unter Mourinho sein und nächsten Sommer die Copa America mit Brasilien bestreiten, muss er endlich explodieren! Das Bernabéu will endlich den WAHREN Kaká sehen....“
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