26.01.2012, 01:02
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„In der Kabine hörte ich, dass es unmöglich sei, hier zu gewinnen“

Die versammelte Fußballwelt schaute heute Abend ins Camp Nou und wer sich schon einmal die Frage stellte, wie man dem FC Barcelona dieser Tage auch im eigenen Stadion die Hosen ausziehen kann, der hatte heute Anschauungsunterricht par excellence – und das gratis! Urheber der leider nicht vollständig prämierten Leistung war ohne Frage Chefinstallateur José Mourinho, der eindrucksvoll bewies, dass er den richtigen Schraubenschlüssel für diese Art von Aufgaben in der Werkzeugkiste parat hat.

„In der Kabine hörte ich, dass es unmöglich sei, hier zu gewinnen“

Geladen und dennoch stolz auf sein Team, José Mourinho - Foto: Helios de la Rubia, Realmadrid.com

„Ich weiß nicht, ob die Fans jetzt auf uns stolz sind“

BARCELONA. Madrid stand nach 1:2 im Hinspiel mit dem Rücken zur Wand und die Art und Weise, wie man sich im Santiago Bernabéu präsentierte, machte nicht wirklich Mut vor dem Rückspiel. Doch was die Truppe heute ablieferte war phänomenal und luchste selbst einigen Fans des Erzrivalen Respekt ab. Einzig der Unparteiische gab aus Madrider Sicht eine wirre Vorstellung ab. Der portugiesische Drahtzieher präsentierte sich auf der Pressekonferenz recht wortkarg und war sichtlich darum bemüht die Fassung zu halten. Anders seine Spieler: die rannten nach dem Abpfiff zu Schiedsrichter Teixeira, um ihm umzingelt den Marsch zu blasen. „Ich habe nichts gehört. Wenn Sie von irgendjemandem etwas mitbekommen haben. Hört und schaut jetzt am besten, ob ihr irgendetwas deuten könnt... Ich spreche nicht über den Schiedsrichter. Was ich jedoch in der Kabine gehört habe ist, dass es unmöglich sei hier zu gewinnen. Warum sie das sagten? Fragt sie doch selbst“, so die knappe Antwort.

Der Spielbericht: Externer LinkRiesen Leistung, aber ohne Glück!

Die Leistung seiner Spieler war getreu ihrer Ankündigung: es war ein Kampf, bis zum Tod. Doch wie konnte the Special One diese Leistung im Rückspiel nach der Heimniederlage aus seinen Mannen heraus kitzeln? „Wir sind mit dem Willen in dieses Spiel gegangen, die nächste Runde zu erreichen. Wir wussten, dass es schwierig werden würde, aber wir sind mit dem Ziel gekommen, weiterzukommen. Ich habe hier schon mit Chelsea, Inter und Madrid gespielt. Das war deshalb nichts Neues.“ Die Frage, ob die Fans nun aber zufrieden sein müssten oder auch am Wochenende wieder Pfiffe der Zuschauer im Bernabéu zu hören sein werden, beantwortete der Portugiese mit einer Schelte in Richtung der Medien: „Das weiß ich nicht. Ihr macht doch die Umfragen auf den Straßen. Ihr haben die Kontrolle darüber, wie die Fans dazu stehen. Ihr seid doch diejenigen, die den Fußball verstehen. Ich kenne mich weniger damit aus. Normalerweise lese ich die spanischen Medien nicht und höre sie auch nicht, jetzt bin ich aber sehr gespannt, was ihr dazu zu berichten habt.“

„Wir hatten klare Chancen und dann trifft Barcelona“

Trotz der völlig unverdienten Halbzeitführung Barcelonas ließen die Merengues die Köpfe nicht hängen und glaubten weiterhin an einen Sieg. Fast hätte sich dieser Wille ausgezahlt. Was hat Mourinho den enttäuschten Akteuren in der Halbzeit mit auf den Weg gegeben? „Es war eine sehr einfache Pause für mich. Ich hatte wenig zu wechseln. Wenn meine Mannschaft schlecht spielt, dann reicht mir die Halbzeit kaum aus. Heute hätte eine Minute gereicht, wenn überhaupt. Wir haben im ersten Durchgang gut gespielt. Barcelona hat heute jedoch getroffen, ohne etwas dafür zu tun und wir hatten hingegen vier oder fünf Möglichkeiten. Manchmal ist es ebenso, dass du aus dem Nichts ein Tor machst und dann wieder die klarsten Torchancen nicht nutzt. Dann habe ich etwas umgestellt, Cristiano ins Zentrum gestellt und dem Sturm mit Callejón und Benzema mehr Tiefe gegeben", so der Portugiese.

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Zum Schluss seines Statements, bekam dann aber auch noch der FC Barcelona sein Fett weg. Freundschaftlicher Hand-Shake zwischen Guardiola und Mou nach dem Abpfiff? Fehlanzeige! „Für das Spiel im Bernabéu habe ich ihn beglückwünschen können, dort gewannen sie verdient, aber heute?“

geschrieben von Marcel Hildmann

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