Er ist der Motor im Mittelfeld. Die Verbindungsstelle zwischen Defensive und Offensive. Er ist einfach unverzichtbar für das Spiel von Real Madrid. Die Rede ist von Xabi Alonso. Es war ein kluger Schachzug, sich im Derby die Gelbe Karte abzuholen und so die Sperre für das Spiel am Samstag in Gijón hinzunehmen. Für den Clásico steht der wohl wichtigste Mann – schenkt man den Statistiken Glauben – also wieder zur Verfügung. Doch wer übernimmt die Rolle des Dirigenten im El Molinón?!
Dirigent und Ballverteiler, Xabi Alonso - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. „Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns“, lautet die Einschätzung José Mourinhos in Bezug auf Xabi Alonso. Der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Blancos fällt jedoch für das Spiel am kommenden Samstag (18 Uhr) gegen Sporting Gijón aus, nachdem er im Stadt-Derby gegen Atlético die fünfte Gelbe Karte sah. Ob diese nun ungeschickt oder taktisch clever herausgeholt wurde, sei dahingestellt, doch hat die Sperre in Gijón zur Folge, dass Xabi Alonso im Clásico am 10. Dezember wieder mit dabei sein darf. Ein leicht bitterer Nachgeschmack bleibt jedoch.
Die letzten beiden Auftritte von Real Madrid ohne Xabi Alonso im Aufgebot endeten mit einer Niederlage. Kurioserweise sah der Spanier auch in der Vorsaison gegen Atlético den gelben Karton und konnte auch damals im darauffolgenden Spiel gegen Sporting Gijón nicht auflaufen. Die Merengues verloren sang- und klanglos mit 0:1 ohne nur im Ansatz die Kontrolle über das Spiel zu finden. In der Folge schonte Mou den Dauerbrenner im Mittelfeld in Anbetracht der „Clásico-Wochen“ und musste prompt eine 2:3-Niederlage gegen Saragossa in Kauf nehmen. Und auch in der Saison 2009/10 wurde die „Xabi-Abhängigkeit“ in der spanischen Hauptstadt bereits deutlich – ohne den Ex-Liverpooler schied man im Pokal gegen Alcorcón aus und überwand auch in der Champions League den Achtelfinal-Fluch gegen Lyon nicht.
Das Trikot mit der Nummer 14 gibt's bei Subside SportsEin Blick in die Statistik des 30-Jährigen in dieser Saison macht es deutlich: In den Spielen, in den Alonso nicht auf dem Rasen stand, verlor Real Madrid rund 29 % der Begegnungen; mit ihm lediglich 10 %. Er ist zudem mit 1.745 Spielminuten der Madrilene, der diese Saison die meiste Zeit auf dem Platz stand. Xabi hat mit 1.060 erfolgreich gespielten Pässen außerdem den zweitbesten Wert in der Liga und liegt somit nur knapp hinter seinem Pendant Xavi vom FC Barcelona. Alle 49 Minuten stoppt er einen Angriff des Gegners und erreicht damit den höchsten Wert, ähnlich wie in der Foul-Statistik bei den Königlichen. Nur Ronaldo wird öfter zum Opfer einer gegnerischen Attacke, als Xabi, der alle 52 Minuten mit unfairen Mitteln gestoppt wird.
Zum Nachlesen:
Ohne Alonso in Gijón – Sahin vor dem Härtetest
Man muss sich deshalb also Gedanken machen, wie man diese enorme Abhängigkeit von einem einzelnen Akteur kompensieren kann. In diesem Sommer suchte José Mourinho genau für diesen Fall einen Spieler, der in seinen Anlagen dem Weltmeister am meisten ähnelt. Er fand ihn in Nuri Sain. Für den Türken könnte im El Molinón nun sein erster Härtetest bevorstehen. Fit ist die Nummer 5 jedenfalls wieder, nachdem er schon gegen Zagreb über die volle Spielzeit auf dem Rasen stand. Die riesigen Fußstapfen Alonsos dürften für den Neu-Madridista wohl Ansporn genug sein. Zusammen mit Khedira und Lass könnte er in einem defensiven Mittelfeld vor der Viererkette dafür sorgen, dass sich die Geschichte aus der Vorsaison – ohne Xabi Alonso – nicht wiederholt...
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