Es war eine Achterbahn der Gefühle. Mit großen Erwartungen, ob auf dem Platz oder auf den Rängen, ging man in das Spiel, sah sich kurzer Zeit auf den harten Beton der Realität knallen, bevor die Blicke wieder jubelnd gen Himmel gingen. Der Jahresauftakt gegen Málaga hatte alles zu bieten, Unterhaltung vom Feinsten. Nach der Partie analysierten die Protagonisten den irren Spielverlauf und kamen zur Erkenntniss, dass so eine Weihnachtspause auch die geölteste Maschine etwas ins Stocken bringen kann.
Mit ihm kam die Wende, Sami Khedira - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. Den Auftakt machte der Kapitän, Iker Casillas, der doch den Vorzug vor Antonio Adán erhielt. Ausgerechnet als bester Torwart der Welt musste der Spanier nach zwei Eckbällen hinter sich greifen, welch ein Albtraum. Doch zum Glück gab es die Halbzeitpause und José Mourinho, der seine Mannschaft kräftig schüttelte. „Wir haben Málaga am Anfang einfach zwei Tore geschenkt, die uns dann in echte Schwierigkeiten brachten. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. In der zweiten Hälfte kamen wir ganz anders aus der Kabine und haben uns diesen Sieg komplett verdient. Wir hatten die besseren Möglichkeiten auf unserer Seite, haben aber den Sack nicht zu gemacht. Dennoch ist es besser mit einem kleinen Vorsprung nach Málaga zu fliegen, als mit einem 0:2 Rückstand“, so das Fazit der Nummer 1.
Der Spielbericht:
Erst katastrophal, dann phänomenal – Madrid dreht 0:2
Doch die Frage nach dem Warum darf erlaubt sein. War die Konzentration bei den Spielern nach der Pause noch nicht gegeben? Lag der Weihnachtsbraten noch zu schwer im Magen und man kam bei den Eckbällen deshalb nicht hoch? Was es auch war, Casillas war froh, dass man diesen kleinen Schlag gut verdaute und man jetzt gewarnt sei. „Es war schwer und wir wussten, dass wir bei Standardsituationen hellwach sein mussten. Manchmal passiert das einfach, dass du nach den Ferien einfach noch nicht auf der Höhe bist, dich mit deinem Nebenmann nicht verständigst. Es war ein Hinweis, eine Warnung für uns und ich glaube es ist gar nicht so schlecht, dass wir zum Jahresbeginn so eine Warnung erhielten. Wir müssen daraus lernen und uns nun voll auf Granada konzentrieren, bevor wir dann in Málaga um den Einzug in die nächste Runde spielen.“
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Mourinhos Reaktion auf der Pressekonferenz
Auch zwei der Matchwinner, Karim Benzema und Gonzalo Higuaín, blieben in der Mixed-Zone stehen und formulierten ihre Eindrücke. Der Franzose betonte dabei, wie wichtig der Anschlusstreffer durch Sami Khedira für den weiteren Spielverlauf war. „Die ersten Spiele nach der Winterpause sind immer gefährlich und man kommt schwer in Tritt. Wir waren direkt mit 0:2 im Hintertreffen und mussten eine Reaktion zeigen. Unser Publikum hat uns sehr geholfen und das Team bewies, dass es zu so einer Aufholjagd fähig ist. Wichtig war das Tor von Khedira, welches uns mehr Vertrauen und Aufschwung gab. Wir wussten, dass ein Remis nicht reichen würde, sondern ein Sieg her musste um einen Vorteil zu haben. Wir müssen jetzt an unseren Fehlern arbeiten, damit wir das nächste Mal nicht nur 45 Minuten gut spielen, sondern das ganze Spiel so angehen.“
Sturmpartner und Spitzbub Higuaín pflichtete seinem Trainer bei, der nach der Partie von 11 Müllmännern sprach, die ihren Dreck aus der ersten Halbzeit haben wegfegen müssen. Auch nahm er sein Team in die Pflicht, nicht noch einmal mit so einer Einstellung ins Spiel zu gehen. Nicht immer kann man so einen Rückstand noch umbiegen. „Ganz entscheidend für diesen Sieg war die zweite Halbzeit und die ganz andere Einstellung, mit der wir zu Werke gingen. Wir haben in der ersten Halbzeit einfach schlecht gespielt und mussten diesen Dreck wieder bereinigen. Sie haben uns zwei Tore eingeschenkt, was sehr schlimm ist, aber zumindest konnten wir diesen Rückschlag überwinden und am Ende als Sieger vom Platz gehen. Daher bin ich schlussendlich doch zufrieden“, so el Pipita.
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