16.08.2010, 18:20
Artikel bewerten:
Bewertungen: 5.0 von 5. 1 Stimme(n).
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Schrift: A-AA+
Teilen

Leserumfrage

Leserumfrage: Klarer Nachholbedarf auf der linken Abwehrseite

Schon vor der Setzung der Unterschrift Mourinhos wurden Transferpläne geschmiedet – allen vorran: die Verstärkung der Viererkette. Einige Namen standen im Gespräch, einige Verhandlungen waren sogar denkbar. Doch dabei wurde eine Position völlig außer Acht gelassen – die auf der linken Seite. Nun, zwei Wochen vor Ende der Transferperiode wollte Realmadrid.de wissen, ob man nochmal den Versuch tätigen sollte, sich einen Weltklasse-Mann für diese Position unter den Nagel zu reißen – und die Antworten sind eindeutig.

Ashley Cole, Kolarov, Thiago Silva, Maicon, Nemanja Vidic, Bruno Alves, Ricardo Carvalho. Diese sechs Verteidiger waren seit dem Antritt des neuen Coaches im Gespräch, Sportgazzetten in ganz Europa spekulierten auf einen Wechsel zum spanischen Rekordmeister. Nur Letzterer ist schlussendlich „königlich“ geworden, nur die beiden Ersteren spielt auf einer Position, auf der Nachholbedarf ist.
Das System von Mourinho ist festgelegt, die Laufwege der Außenverteidiger ihm ins Genom übertragen. Seit Jahr und Tag richtet er seine Flügelabwehr darauf ein, Laufbereitschaft zu zeigen, Flanken zu schlagen und Konter einzuleiten. Ancelotti und Abramovic gaben dem englischen Nationalspieler Cole keine Freigabe, mit dem Lazio-Star Kolarov konnte keine Einigung erzielt werden. Der Serbe wechselte nur wenige Wochen später zum Scheichklub Manchester City, dieses Thema ist also auch vom Tisch. Hat man nicht im eigenen Aufgebot einen ‚Mr.X‘, der den noch leer stehenden Posten übernehmen könnte? Arbeloa hat sich letzte Saison als eine Bank erwiesen. Defensiv robust, zweikampfstark – aber leider ab der Mittellinie gänzlich unbrauchbar. Seine Dribblings scheiterten oft, seine Flanken fanden nicht den Adressanten, sein mäßiges Sprinttempo machte ihm bei Kontern häufig einen Strich durch die Rechnung. Bei Marcelo, meist im Mittelfeld eingesetzt, kann man hinter alle Offensivanforderungen einen Haken setzen, doch selbst gegen kleine Teams wie Osasuna Pamplona oder Gijon erwies sich der schmächtige Brasilianer als Knackpunkt in der Hintermannschaft der „Blancos“. Defensive Solidarität oder offensiver Wirbel – Mourinho hat die Wahl. Hier fällt die Tendenz wohl zugunsten von Marcelo aus, schaut man sich die Einsatzzeiten der beiden Kandidaten in den Testspielen an.

„The special One“ ist aber auf der Pirsch nach einem ‚Sowohl-Als auch‘, momentan stehen ihm nur ‚Entweder-Oder’s zur Auswahl. Realmadrid.de wollte wissen, was die Leser denken: Sollte man nochmal zuschlagen und einen der besten Linksverteidiger verpflichten?
Und die Stimmen sind erwartet einseitig. 65,8 % der Leser setzten ihre Stimme unter „Ja, dort haben wir unser größtes Problem!“. Angesprochen wurde dies schon. Hinten hui, vorne pfui oder umgekehrt, einen Alleskönner finden wir im jetzigen Kader der „Merengues“ nicht. 14,7 % hingegen sagten, dass „der Transfermarkt keine qualitative Verbesserung zulässt“. Die Spieler, die es wert sind, nochmal eine Stange Geld abzulegen, da sie die besagten „Alleskönner“ sind und deutlich über Arbeloa und Marcelo stehen, lassen sich an einer Hand abzählen. Das eindeutige „Nein!“ gab es schon vom Neu-Citizen Kolarov und Skandalnudel Cole. Aber auch Evra und Philipp Lahm werden sich wohl kaum von ihren Vereinen trennen und eine Freigabe ist äußerst unwahrscheinlich. Man United-Coach Ferguson hat den WM-Kapitän der „Equipe Tricolore“ zu einem Weltstar gemacht und beteuert, dass sich im Fall ‚Evra‘ nichts tun wird, was Transfers angeht. Bayern-Präsident Uli Hoeneß würde sich ebenfalls mit Händen und Füßen wehren, ehe er den deutschen Nationalspieler gehen lässt, welcher vor zwei Jahren kurz vor einem Wechsel nach Barcelona stand. 19,6% der 1930 Wähler sagten „Nein, wir sind dort schon gut genug besetzt und durch das Flügelspiel werden die AVs entlastet!“ Unter Pellegrini spielt man ein 4-3-1-2 mit einem Spielmacher, einem Sechser und zwei zentralen Flügelspielern, weshalb die beiden Spanier oft nach vorne mussten. Über die Außen herrschte aufgrund der taktischen Auslegung nicht viel Druck. Unter der Regie des Portugiesen, der ein 4-2-3-1 mit einem Spielmacher, einer Spitze und zwei Außenstürmern bevorzugt, entsteht dieses Problem nicht. Etwas defensivere Abwehrspieler wären hier kein allzu großer Grund zur Sorge, da ‚Mou‘ alle Spieler mit nach hinten arbeiten sehen will und auf konzentrietes Flügelspiel aus ist.

Ricardo Carvalho die Verstärkung für Madrids Defensive- Ist er die richtige Verpflichtung?

Dennoch hat man sich schon die Unterschrift einer Verstärkung für die Viererkette gesichert. Ricardo Carvalho, seines Zeichens der Nationalmannschafts-Kollege von Cristiano Ronaldo und Pepe, wurde vor Kurzem präsentiert und hat beim Abschiedsspiel gegen die Bayern sein Debüt gegeben. Doch in diesem gab der treue Begleiter Mourinhos, der den vorherigen Inter-Trainer schon aus dessen Zeit beim FC Porto und in London kennt, keine gute Figur ab. Sein Alter sorgt für ein körperliches Defizit und der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung beläuft sich auf ein Duell dreier Stars hinaus. Pepe wird wohl gesetzt sein, sein kongenialer Partner wird noch gesucht. Kann Carvalho diese Lücke füllen und sich in die Startaufstellung spielen, oder war seine Verpflichtung überflüssig?Ihre Meinung ist gefragt, weswegen die Frage der Woche wie folgt lautet: Ricardo Carvalho, die Verstärkung für Madrids Defensive - Ist er die richtige Verpflichtung?

Externer LinkHier geht's zur Diskussion! Machen Sie mit, Ihre Stimme zählt ...

geschrieben von Thomas Kellermann

Anzeige

Leserkommentare

Anzeige

Frage der Woche

Er (Dirigent, 30) sucht ihn, beständigen Partner im zentralen Mittelfeld – wer darf's sein?

Peña - Login

Noch nicht registriert?

Jetzt registrieren!

Letzte Forenbeiträge