Was macht eigentlich Royston Ricky Drenthe? Der Holländer war für ein Jahr an Hércules Alicante ausgeliehen und kehrt nun wegen seines Vertrages nach Madrid zurück. Dass der Neffe von Edgar Davids da allerdings keine Chance hat, wird ihm wohl auch bewusst sein. Erst recht nicht nach dieser turbulenten Spielzeit, denn anstatt sich fußballerisch für eine Rückkehr in die Mannschaft von José Mourinho zu empfehlen, war der 24-Jährige neben dem Rasen rasant unterwegs - ab und zu auch mal mit 180 Stundenkilometern...
Hércules Alicante startete als Aufsteiger nach dem historischen 2:1-Sieg gegen den FC Barcelona als große Überraschungsmannschaft in die Saison. So stark man begann, so schwach hört man auf - die Mannschaft von Miroslav Djukic stieg letzlich mit 35 Punkten als Vorletzter in die Segunda Division ab! Zu oft verlor man, zu oft lieferte man schwache Leistungen ab und dazu gab es innerhalb der Mannschaft Probleme. Im Mittelpunkt: Royston Drenthe, der im letzten Sommer noch als Verstärkung nach Alicante kam.
Die Leihgabe der Königlichen sollte den Fußballzwerg eigentlich bereichern, was vielleicht in den ersten Spielen funktioniert haben mag. Vier Tore aus 19 Spielen sind auch gar nicht so schlecht für einen linken Abwehr- bzw. Mittelfeldspieler. Dennoch gab es eine Phase gegen Ende der Hinrunde, in der irgendetwas beim Niederländer schief lief. Mit seinen Mitspielern habe er sich angelegt, es folgte ein Trainingsstreik des Akteurs und Drenthe spielte Verletzungen vor oder kam einfach überhaupt nicht auf den Trainingsplatz. Disziplin war auch schon in Madrid ein Fremdwort, kam der Linksfuß doch desöfteren zu spät zum Training oder machte nächlichte Ausflüge in Madrider Diskotheken. Für den Super-Gau aber sorgte er letzten November: An einem Donnerstagmorgen um 4.30 Uhr raste Drenthe mit 180 Stundenkilometern durch Alicante und lieferte sich ein Rennen mit der Polizei. Sechs rote Ampeln überfuhr er, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Fahrt endete vor einem Krankenhaus. Laut dem Niederländer, der die Beamten angeblich beleidigte, habe er seinen kranken Beifahrer schnellstmöglich wegen eines Notfalls in die Klinik bringen wollen. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Beifahrer alkoholisiert war. Was für ein Absturz des so hochgepriesenen Talentes, das 2007 für 14 Millionen Euro von Rotterdam nach Madrid wechselte!
Um die Weihnachtszeit war Drenthe dann plötzlich vom Erdboden verschluckt und kehrte nicht zur Mannschaft zurück. Lieber blieb er in seiner Heimat und kam mit einwöchiger Verspätung nach Alicante. Vor seinem Haus warteten Fans von Hércules, die ihn und seine Bodyguards angegriffen haben sollen. Außerdem wurde sein Anwesen mit Spraydosen beschmutzt, rassistische Beschimpfungen standen auf den Wänden. Auch Trainer Miroslav Djukic konnte das Verhalten des Akteurs nicht verstehen: „Das ist eine Unverschämtheit.“
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So ist das Kapitel Hércules Alicante für ‚Ghost Rider‘ Drenthe beendet, da beide Parteien genug voneinander haben und es nicht einmal Gespräche um eine mögliche Fortsetzung der Leihe gab. Das Ergebnis: Wohl oder übel wird der Spieler in die spanische Hauptstadt zurückkehren, da er dort noch bis zum 30. Juni 2012 unter Vertrag steht. José Mourinho wird also nicht schlecht staunen, wenn zum Trainingsbeginn am 11. Juli auch Drenthe erscheint. Dem Holländer sei allerdings gesagt, dass es keinen Platz für ihn in der Mannschaft gibt. Möglicher Interessent: Juventus Turin. Die ‚alte Dame‘ hat schon im Winter einen Versuch unternommen, den 24-Jährigen zu verpflichten. Laut diverser italienischer Medienberichte möchte man nun erneut um ihn buhlen. Mourinho wird sich sagen: Nur zu! Nicht, dass Drenthe auch noch die Madrider Straßen unsicher macht...
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