Der nächste Schock für einen Madrid-Akteur! Nach der unerwarteten Nichtnominierung von Karim Benzema (Realmadrid.de berichtete) erreichte nun auch den Argentinier Fernando Gago die Hiobsbotschaft, nicht an der Weltmeisterschaft im Sommer teilnehmen zu dürfen - der Traum von Südafrika ist geplatzt! Aber nicht nur der Verzicht von Gago hinterlässt einige Fragezeichen hinter dem vorläufigen WM-Kader von Trainer Diego Maradona…
Noch in der Winterpause galt der Abgang von Gago als beschlossene Sache. Bis dahin spielte er ausschließlich zweite Geige und war ohnehin unglücklich über seine Rolle in der spanischen Hauptstadt. Überraschenderweise kämpfte er sich im Laufe der Rückrunde in das Team zurück, kam wieder auf regelmäßige Einsatzzeiten und ist derzeit unter Trainer Manuel Pellegrini gesetzt. Folglich schien es selbstverständlich, dass er sich auch in den Vordergrund von Legende Maradona spielte und so sein Ticket für die WM lösen könnte. Falsch gedacht…
Eigentlich war Gago als fester Bestandteil in Maradonas Team eingeplant, er sollte „sein“ Spieler sein. Wie gesagt, eigentlich. Während für Maradona andere Personalien bereits im Vorfeld geklärt waren, hatte er im Fall Gago eine schwere Entscheidung zu treffen, bevor er seinen vorläufigen Kader präsentierte. „Wir haben die bestmöglichste Liste zusammengestellt. Ich habe nicht nur die 40 Spieler in Betracht bezogen, sondern habe jeden mit den 40 Millionen Argentinier verglichen“, betonte der Nationalcoach. „Zwar habe ich noch einige Alternativen, aber 95% stehen bereits fest“, stellte er klar. Wirklich große Chancen kann sich Gago wohl dennoch nicht mehr errechnen. Ausschlaggebend für die plötzliche Absage sei die mangelnde Spielpraxis bei seinem Verein Real Madrid. Er habe „zu wenige Chancen“ bekommen sich auszuzeichnen, obwohl er seit Wochen regelmäßig über die volle Spielzeit auf dem Platz eine gute Figur abgab und die nominelle Stammkraft Lassana „Lass“ Diarra verdrängen konnte. Offensichtlich keine Argumente, die für eine Nominierung gesprochen hätten.
Nun bleibt Gago nichts anderes übrig, als die Weltmeisterschaft über den Bildschirm zu verfolgen und seinen Kameraden die Daumen zu drücken, anstatt selbst mitzuwirken. Aber nicht nur dem 24-Jährigen ergeht es derzeit so. Auch andere Stars der argentinischen Nationalmannschaft gucken derzeit wohl dumm aus der Wäsche: Die fragwürdige Zusammenstellung des vorläufigen Kaders brachte weltweite Verwirrung und Irritation mit sich. Maradona gelang es einmal mehr, für Schlagzeilen zu sorgen und seine Entscheidungen fanden nur wenig Verständnis bei Fans und Experten. So verzichtete er beispielsweise auch auf den ehemaligen Madrilenen Esteban Cambiasso, heute im Dienst vom italienischen Meister Inter Mailand. Bei jenem Verein spielt auch das argentinische Urgestein Javier Zanetti, der ebenfalls nicht mit nach Südafrika reisen darf. Auch Ezequiel Garay von den „Königlichen“, der mehr als nur zufrieden stellend den langzeitverletzten Abwehrchef Pepe ersetzte, konnte sich ebenfalls Hoffnung einer möglichen WM-Teilnahme machen. Doch ihm und auch dem gestandenen Verteidiger Gabi Milito vom FC Barcelona werden beispielsweise Ariel Garce (Colon de Santa Fe) sowie Juan Manuel Insaurralde (Newell’s Old Boys) vorgezogen. Zwei Namen, die wohl nur den absoluten Kennern des südamerikanischen Raumes ein Begriff sind. Es bleibt abzuwarten, ob Maradonas Nobodys den Ansprüchen des argentinischen Fußballs genügen oder ob diese Maßnahme nicht ein Schuss in den Ofen sein wird…
Zwar gab es bislang kein Statement von Gago zur Nichtnominierung, dafür meldete er sich zum kommenden Saisonfinale zu Wort.
Der argentinische Mittelfeldspieler betont gegenüber „bwin“ noch einmal, wie wichtig das letzte Saisonspiel gegen den FC Malaga sein wird. Gleichzeitig hofft er natürlich auf einen Ausrutscher der Katalanen. „Wir rechnen mit einem Sieg für uns, aber es wird ein sehr schwieriges Spiel weil für beide Teams viel auf dem Spiel steht. Beide Seiten werden aus den Vollen schöpfen. Wir brauchen die drei Punkte um weiterhin die Chance auf den Titelgewinn zu haben und der FC Malaga muss ebenfalls gewinnen um die Klasse zu halten“, warnte Gago und erklärte, dass „kein Team immer zu sehr überzeugt sein darf, weil jedes Spiel wie ein Finale ist.“ Der Argentinier hofft daher, von einem möglichen Ausrutscher „Barcas“ profitieren zu können. „Der FC Barcelona ist natürlich Favorit, aber wir haben immer noch die Chance auf den Titelgewinn. Ich hoffe sie patzen gegen Real Valladolid und wir gewinnen die Liga!“
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