Nachdem der portugiesische Verband FPF schon vor rund 14 Monaten bei den Königlichen anfragte, ob sie denn ihren Coach José Mourinho als Interimstrainer für zwei Spiele der Nationalmannschaft abstellen würden, lautete die klare Antwort von Präsident Florentino Pérez damals: Nein! Nach der nun verpatzten direkten Qualifikation für die EM 2012, brennt in Portugal der Baum und der jetzige Übungsleiter Paulo Bento steht arg in der Kritik. Wie „el Mundo“ heute titelte, will man einen zweiten Versuch starten und den Meister seines Fachs für die so wichtigen Playoff-Spiele im November ausleihen. Ob Madrid diesmal mitspielen wird?
Der Plan: Mourinho die Portugiesen retten - Foto: Víctor Carretero, Realmadrid.com
LISSABON/MADRID. Rückblende:
Wie Realmadrid.de bereits im September 2010 berichtete, sollte der damals gefeuerte portugiesische Nationaltrainer Carlos Queiroz durch den Startrainer von Real Madrid für zwei Spiele ersetzt werden. Eigentlich kein Problem, schließlich fanden beide Partien doch innerhalb weniger Tage statt. Zudem fühle sich José Mourinho ja „wie im Urlaub“, wenn seine Spieler aus Madrid im Kreise ihrer Nationalmannschaften weilen. Gerade diese Aussage führte zu großen Diskussionen. Man hatte das Gefühl, Mou sei so erpicht auf diesen Job, dass er die Interessen seines Arbeitgebers nachstelle. Der Diskussion schob Florentino Pérez jedoch einen Riegel vor und lehnte das Angebot kurzerhand ab. Mourinho reagierte leicht säuerlich und enttäuscht, bemühte sich jedoch den Schaden gering zu halten und probierte den Fall runter zuspielen. „Es gibt kein Problem mit dem Verein, ich habe ein gutes Verhältnis, es hat sich nichts geändert. Ich hätte es gerne gemacht, aber ich akzeptiere die Entscheidung. Was ich den Spielern hinsichtlich dieser Debatte gesagt habe bleibt unter uns, wenn ich es erzählen wollte, würde ich es tun.“
Auch dem Präsidenten vom FPF, Gilberto Madaíl, spuckte Pérez gehörig in die Suppe: „Ich wurde von Pérez informiert, dass es eine unhaltbare Situation ist und dass die öffentliche Meinung und die Fans des Vereins diese Lösung nicht verstanden hätten. Ebenso waren einige Mitglieder des Vorstands dagegen. Ich hätte ihn gerne gehabt, aber diese Möglichkeit ist nun natürlich begraben“, so der Verbands-Chef damals gegenüber SIC Nachrichten. Letztlich entschied man sich für eine – wie beteuert wurde – Dauerlösung. Paulo Bento übernahm das Ruder und Mourinho demonstrierte seine Rückendeckung.
Aus dem Archiv:
Pérez erteilt Mourinho keine Freigabe!
Nach der Erkenntniss, dass Portugal auch unter Paulo Bento nun in die Play-Offs muss, um sich nachträglich ein Ticket für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine sichern zu können, soll laut „el Mundo“ nun wieder jener Mourinho den „Feuerwehrmann“ spielen. Anscheinend ist das Vertrauen in den damaligen Heilsbringer im Keller angelangt, die Angst vor einem Scherbenhaufen zu stehen größer denn je. Die K.O.-Spiele gegen Bosnien-Herzegowina finden am 11. und 15. November statt – mitten in der Saison, was die Sache sicher nicht leichter macht. Spaniens Nationalcoach und Vicente del Bosque hält daher nichts von solch einer Lösung: „Kann sein, dass sowas funktioniert, aber ich sehe es als schwierig an, denn es geht ja nicht um ein oder zwei Spiele, sondern da kommen noch weitere Aktivitäten hinzu. Es reichen ja nicht nur die einfachen Vorbereitungen.“ In Portugal wird dennoch heftig diskutiert, ob die geliebte Selecção nicht doch den Retter Mourinho braucht. Ob sich jedoch der Patriot diesen Job antut ist fraglich, kann er doch nur mehr verlieren als gewinnen. Auch Madrids Vorstand müsste mitspielen. Eines scheint aber sicher: Eine erneute Anfrage des portugiesischen Verbands wird für mächtig Gesprächsstoff sorgen. Realmadrid.de bleibt dran!
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