Wer will dieses Real Madrid noch stoppen? Auch mit einer vermeintlichen „B-Elf“ zündeten die Blancos den Turbo und erzielten innerhalb acht Minuten drei Treffer! Die Kroaten aus Zagreb rannten Ball und Heimmannschaft über das ganze Spiel hoffnungslos hinterher und wurden mit einer satten 6:2 Packung nach Hause geschickt. Eine Traumgala im Bernabéu, die maximale Punktzahl, glückliche Ersatzspieler und kein Verletzungspech – was will man da als Trainier eigentlich noch mehr?
Zufrieden mit dem gesamten Team – José Mourinho, Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. Es braucht nicht immer einen Cristiano Ronaldo um den Gegner in seine Einzelteile zerlegen zu können – auch auf die Reservisten der Merengues ist zu hundert Prozent Verlass! Die Spieler waren gut drauf, die Fans waren begeistert und selbst ein kritischer Mourinho hatte heute nichts zu bemängeln und war einfach nur glücklich: „Es war ein perfekter Abend, weil meine Spieler heute fantastisch waren, wir sechs Treffer erzielt und die Leute unterhalten haben. Zudem konnten wir einigen Spielern eine Pause gönnen und anderen Spielern mehr Spielzeit geben. Dies haben sie sich auch redlich verdient, denn dafür trainieren sie hart. Wir haben uns heute hungrig gezeigt und waren von Anpfiff an brand-heiß. Wir spielten schnell und gut. Ich wusste, dass die Spieler, die weniger zum Einsatz kommen, eine gute Leistung abgeben würden. Das war gar keine Überraschung für mich, ich sehe sie ja jeden Tag trainieren. Heute hatten alle das Spiel genossen, selbst die Leute auf der Bank: Pepe, Cristiano, Casillas… sie alle erfreuten sich an der tollen Leistung ihrer Kameraden“, so Mourinhos Statement zum Verlauf der Partie.
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Hätte die Partie jedoch auf Kippe gestanden, wäre der portugisischer Superstar noch zu einem Einsatz gekommen, so Mourinho. Doch ihm wurde schon früh und schnell klar, dass die Hilfe von Ronaldo heute nicht gebraucht wurde: „Ich wollte ihm unbedingt eine Pause gönnen. Nach den zwei Playoff-Spielen mit Portugal und dem harten Kampf in Valencia war dies an der Zeit. Wir haben zuvor gesprochen und ich sagte ihm, dass wir die Partie auf keinen Fall verlieren dürften. Also wenn es zur Halbzeit etwas enger gewesen wäre, hätte ich ihn gebracht. Aber nach dem 3:0 nach zehn Minuten wusste ich, dass er heute sicher nicht mehr spielen wird.“
Für den Budenzauber verantwortlich zeigte sich die ganze Mannschaft, die Maßnahme Karim Benzema und Gonzalo Higuaín gemeinsam aufs Feld zu schicken, zahlte sich binnen zwei Minuten aus. Könnte man die Option also bald öfter bestaunen? „Sie waren heute wieder fantastisch. Wir haben das große Glück zwei solche Angreifer zu haben und Karim hat die Fähigkeit sogar als Spielmacher und auch dem Flügel zu spielen. Heute haben beide gezeigt, dass sie sehr gut zusammenspielen können und ich kann mir vorstellen, dass wir wieder eine Stürmer-Debatte bekommen, aber das ist positiv.“
Ob Benzema oder Higuaín, bestelle dir jetzt das original Trikot!Auf einen Kameraden hatte wohl das ganze Team ein ganz besonderes Auge geworfen – natürlich auf Nuri Sahin! Der Türke durfte bereits in seinem zweiten Einsatz mit den Königlichen von Beginn an spielen und empfahl sich für weitere Spiele. „The Special One“ bremste jedoch die Euphorie und gab ganz klar zu verstehen, dass man vom Neuling in den kommenden Wochen noch keine Wunder erwarten kann. „Er befindet sich jetzt in seiner Vorbereitung. Was der Rest im Juli gemacht hat, muss er also nun im November nachholen. Er ist in einer Phase, wo man weniger Selbstvertrauen hat und weniger Rhythmus, das ist völlig normal. Er ist noch nicht der Sahin, der in der Bundesliga zum besten Spieler erkoren wurde, aber wir haben vollstes Vertrauen in ihn. Dieses Spiel war wie gemalt für ihn, denn wir kontrollierten es sehr gut. Nachher setzte ich noch Granero und Altintop ein, damit er besser geschützt war und so konnte er 90 Minuten durchspielen und rannte in dieser Zeit zwölf Kilometer. Dies ist im Moment sehr wichtig für ihn.“
Die zwei gegnerischen Treffer der Kroaten, welche überhaupt die ersten Gegentore Madrids in der laufenden Champions League Saison waren, trübten den Gesamteindruck für den Portugiesen überhaupt nicht. Besser jetzt als später lautete das Motto: „Gegen Ende spürten wir ein wenig die Müdigkeit und uns verließ etwas die Konzentration, was aber auch normal ist. Der Gegner wollte seine Ehre wahren und gab nochmals alles. Ich kassiere lieber einen Treffer wenn ich schon sechs erzielt habe. Wir konnten uns diese Gegentore heute einfach leisten. Antonio traf gar keine Schuld. Das Wichtigste ist, dass wir das einzige Team mit 15 Punkten sind. Es ist ganz normal, dass man mit einem 6:0 im Rücken nachlässig wird, vor allem die Spieler die weniger zum Einsatz kommen, wie Sahin oder Callejón. Normalerweise bevorzuge ich ein 4:0 einem 6:2, aber ich glaube den Zuschauern gefiel das 6:2 heute sicherlich besser.“
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Wenn man die Mannschaft so sieht, wie der Kader zusammengestellt ist und wie viele verschiedene Möglichkeiten Mourinho zur Verfügung stehen, dann fällt es leicht zu vermuten, dass dieses Team das beste ist, mit dem der Starcoach je gearbeitet hat. Ist dem so? „Meine anderen Mannschaften haben mir 18 Titel geschenkt, dieses Team hier nur einen. Ich möchte weder ungerecht noch zu sympathisch sein. Sie müssen mir noch mehr Titel geben.“Ein typischer Mou eben!
Trotz des gebotenen Spektakels zeigte sich Mourinho ganz Gentlemen like und verzichtete darauf den Gegner in irgendeine Art und Weise schlecht zu reden: „Sie hatten einfach von Anfang an keine Chance ins Spiel zu kommen. Wir haben gleich zu Beginn Tore erzielt. Aber sie sind in der kroatischen Liga Erster und werden mit mehr Erfahrung zurückkommen. Im nächsten Jahr wird es anders aussehen.“ Das Mourinho eigentlich ein Mann ist, der Fairplay ganz groß schreibt, konnte man auch auf der gestrigen Pressekonferenz eindrücklich mitverfolgen. José Mourinho sendete Tito Vilanova, das berühmte Opfer des Daumen des Portugiesen, einen Genesungswunsch. Der Assistent von Barcelona wurde heute nämlich unerwartet operiert. „Im vergangen Jahr haben wir unsere Solidarität mit Abidal gezeigt, selbstverständlich gilt das Gleiche auch für Tito Vilanova. Möge er möglichst schnell zu seiner Familie und Barcelona zurückkehren. Ich hoffe, dass er hier am 10. Dezember völlig gesund auf der Bank sitzen kann. Es wäre ein Vergnügen ihn begrüßen zu dürfen.“
Zu guter Letzt gab „Mou“ einen Ausblick auf den ultimativen Schlager am kommenden Wochenende, denn am Samstag ist wieder Derby Time! Der ewige Feind und Stadtrivale Atlético Madrid gibt sich im Santiago Bernabéu die Ehre: „Nun steht Atlético vor der Türe. Sie müssen in dieser Woche nicht in der Europa League spielen und werden top fit sein. Zum Glück konnten wir einige unserer Spieler schonen. Ein Derby ist ein Derby und wenn man auf Atlético schielt, kommt man nicht drum herum zu denken, dass sie am Ende der Saison auf dem dritten oder vierten Platz stehen werden. Der Samstag wird sehr kompliziert werden.“
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