Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz sprach Trainer Manuel Pellegrini vor dem morgigen Auswärtsspiel beim FC Málaga und ging auf die vielen Gerüchte, dass dieses letzte Saisonspiel gleichsam seine persönliche „Abschiedspartie“ sei, ein. Zum ersten Mal, seit er zum königlichen Klub kam, hat er die Nägel herausgezogen, um seinen Platz vor der Wasserflut der Nachrichten, die ihn mit dem „perfekten“ Trainer José Mourinho verbinden, zu verteidigen.
Das Spiel ist keines von der schwierigen Sorte und die Meisterschaft ist rein rechnerisch noch möglich. Pellegrini äußerte sich folgendermaßen zum letzten Spieltag: „Barcelona wird Meister, sofern sie ihr Spiel gewinnen und 99 Punkte erreichen. Wir werden sehen, was morgen passiert. Im Fußball ist nichts vorhersehbar.“ Somit kann man rein theoretisch noch auf den 33. Ligatitel hoffen. Umfragen spanischer Sportzeitungen zufolge, sind Fans und Anhänger der „Blancos“ guter Dinge - und glauben an ein „Wunder“ im Camp Nou. Die Katalanen haben zeitgleich Real Valladolid zu Gast.
Der aktuelle Coach des „weißen Balletts“, der momentan auf einem angesägten Ast sitzt, ist dennoch stolz auf seine „Jungs“ und meinte: „Als wir gegen Barcelona verloren haben, nahmen wir uns vor, jedes der sieben darauffolgende Spiele zu gewinnen. Und dies haben wir auch geschafft.“
Doch wer diese und vor allem die letzte Saison in Betracht zieht, wird einsehen, dass nicht Real, sondern Barça an der Spitze Spaniens steht. „Barcelona ist die beste Mannschaft der Welt, doch man sollte auch unseren Verdienst nicht außer Acht lassen. Der Unterschied zwischen beiden Seiten ist minimal, denn im Gegensatz zu diesem Jahr, gewannen sie in der vergangenen Saison den Titel drei oder vier Wochen vor dem Ende. Mit der Zeit wird uns die Kontinuität ermöglichen, den Unterschied zwischen uns nicht nur wett zu machen, sondern auch zu übertreffen. Natürlich ist in unserem Hinterkopf das gespeichert, was Barcelona erreicht hat, doch meine Leute haben mir gezeigt, dass sie sich an jeden Umstand anpassen können. Mit einem Sieg gegen Málaga ist zunächst der erste Schwerpunkt gesetzt und danach werden wir sehen, was in Barcelona passiert“, erklärte Pellegrini.
Durch die zahlreichen Stareinkäufe erzeugten die Medien und die gesamte Fußballwelt einen gewaltigen Druck, dessen Dimension ins Unendliche zu reichen schien. Alle erwarteten – wie der Präsident und „Gálactico-Schöpfer“ Pérez es versprochen hatte – mehr Erfolge und die Zurückeroberung des ehemals guten Ansehens in Europa. „Die Saison war sehr kompliziert“, so der Cheftrainer, „es wurden sehr große Erwartungen in das neue Projekt gesetzt. Wir haben bis zum Schluss der „La Liga“ gekämpft, um das Ansehen, das beste Team der Welt zu sein, zu wahren. Wir haben nicht nur einige Rekorde gebrochen, sondern erreichten auch große Zahlen, die nur sehr schwer zu schlagen sind. Das Team hat immer ihr Bestes gegeben und hat es geschafft, mehr als 100 Tore zu erzielen.“ Pellegrini weiter: „Ich bin sehr stolz auf meine Männer, dafür, dass sie bis zum Schluss gekämpft haben. Ich weiß, es gibt Dinge, die wir in Zukunft verbessern müssen. Aber ich bin zufrieden, weil mein Team immer gut reagiert hat.“
Am Ende bleibt es vielleicht trotzdem eine erneute titellose Spielzeit, obwohl man viel Geld in großartiger Akteure und einen gewagten „Umbruch“ finanzierte. In Madrid ist man bekanntlich nicht geduldig mit dem Amt des Trainerpostens. Presse und Medien kritisieren und „verspotten“ Pellegrini. Bestätigt sich auch 2010 erneut der Ruf des „königlichen Schleudersitzes“? „Jeder macht Fehler und auch ich habe einige gemacht. Auch wenn ich gezwungen bin, meinen Trainerstuhl zu verlassen, werde ich mir zumindest immer sagen können, dass ich stets versucht habe, die Ziele, die für den Klub stehen, zu erreichen. Im Prinzip wird das Team keine bessere Jahresbewertung haben, wenn der Titel nach Madrid gelotst wird. Schließlich bleiben die sowohl die Fehler, als auch die Tugenden der Mannschaft bestehen“, so der Konter des Chilenen.
Das ganze Jahr über, und besonders in den letzten Tagen, ist über seinen Job spekuliert worden und es wurde eine Ungewissheit geschaffen, die der Klub nicht zu hemmen wusste. Die Medien nennen viele Gründe, weshalb Portugiese José Mourinho der „perfekte“ Coach für die „Galaktischen“ ist; eines davon ist, dass man einen Trainer braucht, der schon sehr viele Erfolge vorzuweisen hat. „Ich habe auch sieben Titel in allen Stationen, wo ich war, geholt“, lautete die Stellungnahme Pellegrinis dazu. „Es wird sich rächen, wenn wir die Arbeit, die wir hier zurzeit machen, nicht fortsetzen können, denn es ist nicht leicht, mehr als hundert Punkte zu erreichen oder mehr als hundert Treffer zu erzielen“, fügte er noch hinzu. Dennoch fühle er sich von den Vereinsmitgliedern nicht im Stich gelassen: „Ich wurde nur darüber informiert, dass mein Vertrag noch nicht erfüllt ist. Ich glaube nicht, dass die Vereinsführung hinter meinem Rücken spricht, denn das entspricht nicht den Werten von Real Madrid. Ob ich nun ein Jahr des Zweijahresvertrag verliere, ist die Entscheidung des Klubs, meine Aufgabe ist es, die Mannschaft zu trainieren.“
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