15.06.2011, 22:13
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Interviews

„Mit ein wenig mehr Glück wird die nächste Saison großartig“

Er ist dieser Tage so etwas wie die graue Eminenz des spanischen Rekordmeisters - einst ein Star auf dem Feld und Anführer einer goldenen Generation der Blancos, hat Emilio Butragueño den Sprung aus dem Trikot in den Anzug bravourös gemeistert. Mit seiner ganzen Erfahrung und Entspannheit, analysierte er die aktuelle Situation Madrids, kam dabei auf ein womöglich ebenso banales wie weises Ergebnis. Dazu verriet er im Interview mit „Goal.com“, dass der Verein in guten Händen ist und versuchte den Fußball im Wandel der Zeit zu beurteilen...

„Wir müssen zusammenhalten, damit wir erfolgreich sein können“

Der Direktor für institutionelle Beziehungen bei Real Madrid, Emilio Butragueño, ist wahrlich einer der engsten Vertrauen von Florentino Pérez. Als der Baulöwe 2009 seine zweite Ära einläutete, zögerte er keine Sekunde und nahm er den früheren Stürmer-Star der 'Blancos' mit zu sich ins Boot - schuf gar eine eigene Position im Verein. Mit diesem Präsidenten am Steuer, glaubt 'el Buitre' an den ganz großen Erfolg: „Ich muss sagen, dass Pérez ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann ist. Unsere Vereinsmitglieder können sich entspannen, der Klub ist in guter Hand und unsere wirtschaftliche Situation ausgezeichnet. Heutzutage hat man die Verpflichtung sich auf allen Gebieten zu entwickeln und konkurrenzfähig zu sein, wirtschaftliche stabil und mit der Kapazität großartige Spieler zu verpflichten. Beim Fußball verlierst und gewinnst du, aber wir haben ein außerordentlich gutes Team zusammengebaut und mit ein bisschen Glück können wir die kommende Saison zu einer ganz großen machen.“

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Der Pokalsieg war zwar am Ende der einzig zählbare Erfolg für Real Madrid, doch konnte man endlich auch wieder in der Champions League ein gewichtiges Wort mitsprechen. In der Meisterschaft gab es  immer noch kein Vorbeikommen am Erzrivalen, 2011/12 möchte man genau dies ändern. Der Druck, der auf den Spielern und Verantwortlichen an der Concha Espina lastet, ist weiterhin enorm - dem Erfolg wird alles untergeordnet. Kein Wunder also, dass diese Entwicklung auch vor Klub-Legenden nicht halt macht,  Jorge Valdano fiel dem zum Opfer und musste vor Wochen sein Amt als Generaldirektor niederlegen. „Ich mag Jorge sehr. Egal ob er nun bei Real Madrid ist, oder nicht, denn alle Dinge gehen ihren Weg. Dieser Job bringt gewisse Umstände mit und damit müssen wir alle leben, nun sollten wir versuchen zusammenzurücken, um weitere Titel einfahren zu können,“ so Butragueños Kommentar zu dieser Posse.

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Eine Liebe, die nie endet - „Zum Arbeiten gehe ich nach Hause“

Dass dieser Verein das Leben des einstigen Star-Stürmers der Madrilenen ist, ist jedem Fan ohnehin bewusst. Aus der Cantera gekommen, spielte er zwischen 1982 und 1995 bei den Königlichen und absolvierte dabei über 400 Pflichtspiele. „Der Fußball und insbesondere Real Madrid hat mit alles gegeben und ich habe alles gegeben, was ich habe. Ich habe meine komplette Profikarriere hier verbracht. Ich habe hier angefangen als ich 18 war und mit 32 aufgehört. Die Leute kennen mich hier und alles lief durch diesen Verein in meinem Leben hervorragend,“ so die Liebeserklärung des heute 47-Jährigen an seinen Club. „Das ist ein Teil meines Lebens und wenn mich jemand fragt, was mein Zuhause ist, dann würde ich sagen, dass es bei diesem Verein ist. Wenn ich zur Arbeit gehe, dann gehe ich nicht zu einer Firma, sondern nach Hause.“

In seiner Zeit in den 80er- und 90er-Jahren, war der Fußball jedoch bei weitem noch nicht das, was er heute ist. Marketing, die Medien und das liebe Geld spielen immer mehr die übergeordnete Rolle, weshalb der Sport das ein oder andere Mal in den Hintergrund zu rücken scheint – so sieht es vermutlich der ein oder andere neutrale Beobachter. Und auch Emilio Butragueño teilt diese Ansicht in einigen Punkten: „Der Druck wächst beständig. Die Medien und das Geld sind ein wichtiger Faktor geworden, weshalb das Leben für die Spieler nicht einfacher geworden ist. Das was auf dem Fußballplatz aber passiert, ist das gleiche wie früher. Das Gefühl, wenn du im Bernabéu spielst. Der Geist von Alfredo Di Stefano – all das ist immer noch das Gleiche. Du musst deine Ehre des Vereins verteidigen um Erfolge zu feiern.“

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geschrieben von Marcel Hildmann

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