Die Mitgliederversammlung 2011 von Real Madrid fand am heutigen Sonntagvormittag statt. Im Mittelpunkt dieser Versammlung stand insbesondere die Rede von Florentino Pérez, der 45 Minuten lang die wirtschaftlichen Ergebnisse präsentierte, die Gelegenheit nutzte, um seinen Rückhalt für den Trainer zu bekräftigen und seine Zufriedenheit mit dem aufgebauten Kader zum Ausdruck zu bringen. Trotz der medial aufgebauschten Kritik an José Mourinho nach den schlechten Auftritten seines Teams der letzten Woche, stellte sich Pérez abermals hinter den Coach und wurde dabei von minutenlangem Applaus von den Vereinsmitgliedern bestätigt...
Florentino Pérez hat das Wort - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. Der Präsident spricht und alle geladenen Mitglieder lauschen gespannt den Erläuterungen der Vereinsspitze. Zu Beginn seines Diskurs fand Pérez einige Worte zur Transferpolitik des vergangenen Sommers, der verhältnismäßig sehr kostengünstig ausgefallen ist. „Wir haben sehr viel talentierte Spieler bekommen, die Mannschaft verjüngt und das Team verbessert. Ich hoffe, dass wir bald auch von Sahin profitieren können, der zum besten Bundesligaspieler gewählt wurde und auch Altintop, der aus Deutschland gekommen ist. Callejón ist einer der schnellsten Spieler der Liga und ein Canterano mit einer großen Zukunft. Glaubt man den Experten, ist Varane einer der besten Innenverteidiger der Zukunft und Coentrão ohnehin eine riesige Verstärkung“, ging der spanische Bauunternehmer zunächst in die Einzelbewertung der Neuverpflichtungen.
Doch all diese Stars können nicht erfolgreich sein, wenn das Mannschaftsgefüge nicht passt. Das Team muss im Vordergrund stehen, was der Präsident aktuell beobachten kann: „Unser Bestreben ist es, uns immer wieder selbst zu übertreffen. Wir haben die besten Spieler in unseren Reihen, die wir noch mit Jugendspielern verstärkt haben. Wir haben eine solide Basis geschaffen, sind nun auf dem richtigen Weg. Die Suche nach dem Sieg, ist Teil unserer Identität und wir wollen dies bald verwirklichen und unser aller Traum von La Decíma erfüllen. Ich werde für dieses Ziel solange kämpfen, bis wir es erreicht haben.“
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Trotz aller Titelaspirationen war in den letzten Jahren nämlich leider immer wieder der FC Barcelona auf dem Thron – egal ob in der Meisterschaft oder der Champions League. Lediglich den Copa del Rey konnte man in der Vorsaison für sich entscheiden, woran sich der Präsident nur allzu gerne erinnerte. „In Valencia haben wir einen unserer schönsten Momente der letzten Jahre erlebt. Es war eins der intensivsten Finalspiele, an das ich mich in diesem Wettbewerb erinnern kann und das Team wurde von 20.000 Madridistas unterstützt.“
Eine erfolgreiche Mannschaft braucht jedoch auch einen Trainer, der sein Team in dieser Spur halten kann. Schon im ersten Jahr zeigte José Mourinho, warum er aktuell einer der erfolgreichsten Fußballtrainer ist und möchte in seinem zweiten Jahr nun den Sturm nach ganz oben mit den Königlichen schaffen. Pérez gab sich deshalb zufrieden mit der Arbeit des Portugiesen und rechtfertigte nochmals den Strukturwandel bei den Blancos. „Wir haben Vertrauen in unser Team, das uns erlaubt von großen Titeln zu träumen. Dafür haben wir den besten Trainer der Welt: José Mourinho. Er hat seit dem ersten Tag die Interessen des Vereins vertreten und verstanden, was es heißt, bei diesem Verein zu arbeiten. Zu seiner unglaublich hohen Professionalität müssen wir seine Empathie und sein Engagement bei dem Verein hervorheben. Sein Gefühl für diesen Verein und sein Streben nach dem Sieg, sind nicht in Frage zu stellen. Um den größtmöglichen Erfolg zu haben, war es in der letzten Saison nötig, die Position des Trainers zu stärken. Ich möchte an dieser Stelle auch an Jorge Valdano erinnern und ihm für seine Arbeit der letzten Jahre herzlichst danken. Er ist ein Madridista und verdient unser aller Liebe und Respekt."
Hat man im sportlichen Bereich mit José Mourinho einen Meister seines Fachs, steht ihm Florentino Pérez in wirtschaftlichen Belangen in Nichts nach. Stolz präsentierte der Präsident die Resultate des abgelaufenen Geschäftsjahres. „Wir haben einen Umsatz von 480 Millionen in der letzten Saison erwirtschaften können, was einen Zuwachs von 8,6 Prozent bedeutet. Seit dem Jahr 2000 haben wir ein durchschnittliches Wachstum von 14 Prozent zu verzeichnen. Für die kommende Saison erhoffen wir uns einen Umsatz von 488 Millionen Euro, wobei das natürlich auch von den Erfolgen in Meisterschaft und Champions League abhängt. Die Nettoverschuldung haben wir von 244,6 auf 169,7 Millionen gedrückt."
Zum Schluss bewertete er dann aber auch noch die Medienrelevanz von Real Madrid, die stetig weiter anwächst. Auch wenn es viel Druck für Spieler und Trainer bedeutet, freut sich der Präsident über das enorme Medien-Interesse am besten Klub des 20. Jahrhunderts. „Realmadrid.com hat seine Besucherzahlen seit der vergangenen Saison verdoppelt. Den Rekord konnten wir im vergangenen April verzeichnen, als 15.016.714 Besucher gezählt wurden. Real Madrid ist der populärste Klub der Welt, was auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter zu beobachten ist, mit denen wir exponentiell mitgewachsen sind. Wir sind der einzige Verein, der Inhalte auf Spanisch, Englisch, Chinesisch und Arabisch publiziert. Wir wollen Real Madrid zu einer Referenz dieses Jahrhunderts machen und dabei trotzdem unsere Tradition und Grundprinzipien bewahren. Wir müssen zusammenhalten, den Madridismo ausleben und zusammen dafür arbeiten“, beendete der 64-jährige Florentino Pérez seine Ausführungen während der Generalversammlung.
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