25.08.2010, 18:01
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Interviews

‚Mou‘ geht vor Scheich in die Knie - „Haben keine Chance!“

Raúl von „Königlich“ zu „Königsblau“ und schon wird’s brenzlig! „Mit zwei Stürmern kommen wir schwer durch die Saison, wenn da was passiert, dann haben wir ein Problem“, so Mourinho mit Sorgenfalten auf der Stirn. Ein dritter Angreifer, neben Higuaín und Benzema, war das Ziel des Trainers, doch gab dieser im Interview mit „Sky Sport News“ zu verstehen, dass auch ein Sieger Typ wie er, gegen die mächtige Scheichpower aus England die Segel streichen muss...

„Ein Tsunami namens Madrid wirbelt durch Europa, haltet eure Spieler fest“, so konstatierte Jean-Michel Aulas, Präsident von Olympique Lyon, als im letzten Jahr Florentino Peréz mit einem Scheck und vielen „Nullen“ an die Tür klopfte, um seinen Star Benzema nach Madrid zu lotsen.

257 Mio. Euro Ausgaben, Cristiano Ronaldo als teuerster Spieler aller Zeiten – man musste sich bei diesen Summen und der Schlagzahl die Augen reiben! Der teuerste Kader der Welt, der beste Trainer Welt, Superlativen wo hin das Auge blickt, aber nun das: Mourinho, der Provokateur und nimmermüde Kämpfer gibt sich geschlagen? Ausgerechnet von Fußballprovinzlern aus Manchester?

Kassen leer, oder Tresor unter Verschluss? „Kein Geld dafür da!”

Mit den angesprochen Higuain und Benzema stehen dem Coach lediglich zwei Stürmer zur Verfügung, mindestens einer zu wenig, so sein Fazit! Doch die gute alte „Madrid kauft nur  Stürmer – Schublade“ der Medien, musste diesen Sommer unter Verschluss bleiben! Externer LinkKein Geld dafür", so urteile Valdano gestern kleinlaut und schockierte die Madrider Fußballwelt.

„Ja ich wollte Adebayor von Manchester City haben, aber der ist nicht zu bezahlen. Die beiden Vereine lassen sich nicht vergleichen, wir haben Geschichte, aber sie momentan das Geld“, so der Kommentar des Portugiesen zum  finanziellen Mächtegleichgewicht im Fussball. Ausgerechnet Real Madrid sollte man glauben, geht vor Mansour bin Zayed al-Nahyan, Scheich und Besitzer der Citiziens, in die Knie, der mit Fußball so viel am Hut hat, wie ein Mitteleuropäer mit Kamelrennen. Doch solange die Ölquellen sprudeln und die Lust am Spielzeug Fussball nicht vergeht, sollte kein Kraut gegen diese „Power“ gewachsen sein...

Sprechen einige in diesem Zusammenhang von Wettbewerbsverzerrung, so wird sich die Geschichte von David und Goliath auf diesem Terrain sicher nicht wiederholen, so der Startrainer. „Wenn City einen Spieler haben möchte, dann werden sie ihn auch bekommen, keiner kann bei diesen Summen mitbieten. Ganz einfach, sie wollen ihn, sie bekommen ihn! Sie haben mehr Möglichkeiten, als alle anderen Verein“, musste er bedröppelt eingestehen. Fast schon doppelt bitter ist die Tatsache, dass auch der zweite Spieler, den man gerne verpflichtet hätte, dem Geruch des Geldes gefolgt ist.

„Ich war zum Beispiel an Aleksandar Kolarov interessiert, als ich in Madrid ankam, aber ich konnte nicht mit ‚City‘ mithalten, da sie einfach mit Preisen um sich schmissen bei denen ich unmöglich zusagen konnte. Wenn sie das Geld haben, können sie es auch einsetzen. Wenn sie den Ehrgeiz haben die Premier League zu gewinnen, können sie das erreichen.“  

Doch mussten die Mannen aus der spanischen Hauptstadt in ihrer jüngsten Vergangenheit nicht am eigenen Leib erfahren, dass Geld, Stars und Sternchen keine Titelgarantie darstellen? Zum Glück wird sich so mancher Fußballfan denken, ist dieser Sport immer noch Elf gegen Elf, eine runde Kugel und viel Schmackes! Auch wenn die Fußballphilosophen selbst bei entfesselten Ehrlichkeiten ins Schleudern geraten, sprach doch erst der deutsche „Kultumbauer“ Felix Magath unverblümt vom „Geld regiert den Fußball“!

Wenn schon nicht mit City, dann doch wohl bei Arsenal?

Nach den zwei Körben mit Ausrufezeichen, war die nächste Alternative unweit gefunden. Liebling des Trainers und vom Kaiser Beckenbauer aus Deutschland mit dem ehrwürdigen Kommentar „der Drogba, ja das ist ein Tier“ geadelt, sollte der Spieler von der Elfenbeiküste die Lücke füllen. Beide arbeiteten drei Jahre lang beim FC Chelsea zusammen, doch auch hier, setze es vom „Abramovich-Verein“ einen Abfuhr. Was ist denn da nur los? „Es ist ebenso möglich ihn abzuwerben, auch hier haben wir es mit anderen Summen zu tun“, so „Mou“. Immerhin kann man sich damit trösten, dass man sich in Zeiten des „Rezessions-Gespenstes“ mit derzeit läppischen 81 Mio. Ausgaben recht besonnen verhalten hat, da gab es im letzten Jahr Spieler, die diesen Betrag zum Frühstück verspeist haben...

geschrieben von Tobias A. Hellmann

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