Für seine Verhältnisse ja schon fast zurückhaltend, stand der Trainer in der Vorbereitung für Interviews höchst spärlich zur Verfügung und lies nur ausgewählte Pressevertreter zu. Heute musste er jedoch ran, die obligatorische Pressekonferenz vor dem Spiel und der Abreise nach Mallorca stand auf dem Plan. Dabei äußerte er sich zu den zwei Deutschen im Team, gab Hinweise auf die morgige Aufstellung und lobte insbesondere einen Youngstar...
„Das erste Spiel, ist immer das Schwerste,“ so eine alte Weisheit im Profifußball, gemeinhin auch als Standortbestimmung nach der Vorbereitung umschrieben. Doch ist der nötige Ernst schon aufgebaut, schließlich saßen einige Akteure vor dem kurzweiligen Sommer-Urlaub bereits im Flieger in Richtung Mallorca. Damit das Urlaubsfeeling nicht doch überhand gewinnt, versucht der Coach seine Mannen mental zu fordern, ehe es wiederholt in die Pause geht. „Es ist wichtig zu gewinnen, ob es nun das erste Spiel ist, oder nicht. Mit Porto habe ich das erste Spiel auch nicht gewonnen, aber danach alles. Hier ist es nur so, dass wir nach der Partie die Spieler wieder in den Urlaub schicken und ich mit vier Leuten und den Castilla-Spielern zu Hause trainieren kann, aber was will man sich beklagen, so geht es allen großen Mannschaften mit Top-Spielern. Dennoch ist es schon eine sehr merkwürdige Phase. Da es nach dem ersten Spiel erst mal wenig zu lesen und zu schreiben gibt, wird sich jeder auf die Geschehnisse aus der ersten Partie stürzen. Außerdem können diese drei Punkte zum Schluss noch einmal fehlen, daher wollen wir gewinnen.“ so Mourinho warnend.
Zum Thema: Alonso - „Wir dürfen uns keinen Fehlstart erlauben!"
Dass die Mallorquiner, die letztes Jahr sensationell den fünften Platz belegten, keine Durchgangsstation sind, ist dem Trainer klar. Sein Pendant ist kein geringerer als Laudrup, einstiger Weltklassespieler im Trikot der „Blancos“. „Vor heimischem Publikum ist das erste Spiel für sie besonders wichtig, um einen guten Einstand mit den Fans feiern zu können und dabei noch gegen Madrid zu spielen ist ein noch größerer Wert. Sie haben einen guten Trainer und es wird für uns kein leichtes Spiel, aber fragen sie mal in Mallorca, sicherlich wissen sie, dass Madrid auch Madrid ist und es für sie ebenso alles andere als einfach wird.“
Dass sein Team bereit ist die Insel zu stürmen, ist dabei sonnenklar, auch wenn man noch nicht in Topform ist, so dürfte sich die „königliche“ Handbremse in den nächsten Wochen lösen. „Mein Anspruch ist es, dass wir in zwei, vier Monaten langsam besser sind und meine Ideen umsetzen können. Ich habe es schon mehrmals gesagt, meine Teams sind im zweiten Jahr immer auf der Höhe und spielen um Titel, aber bei Madrid kann man sich kein titelloses Jahr erlauben, daher arbeiten wir hart, damit wir auch in dieser Spielzeit erfolgreich sind. Psychologisch sehe ich uns vorbereitet und wir werden alles daran setzen, gegen Mallorca einen guten Einstand zu verbuchen.“
Hier geht´s zur live Diskussion: RCD Mallorca gegen Real Madrid!
Damit dieses Vorhaben auch klappt, ist der „Mister“ auf ein funktionierendes Personal angewiesen. Leichte Einblicke gewährte er dabei bereits auf die erste Elf im San Moix. „Es wird auf jeden Fall Canales spielen, er hat die meiste Zeit auf dem Platz gestanden, seit er angekommen ist. Er hat gut gearbeitet und kam bereits in einer Topverfassung. Bei mir zählt nicht, wer am meisten gekostet hat, oder wen ich gefordert habe, sondern es spielt der, der Leistung bringt. Das ist die Botschaft an meine Mannschaft, dass ich allen vertraue und jeder seine Chance hat. Darüber hinaus spielen Ronaldo und Higuain, was logisch ist, und Xabi Alonso.“
Überhaupt der junge Canales, als „Lehrling“ in die Hauptstadt gekommen und als Talent mit Anlagen beschrieben, hat es dem Meister der Trainerriege partout angetan. Doch sollte dieser auf dem Teppich bleiben, sonst ist die gute Laune wieder dahin. „Er gefällt mir aus verschiedenen Gründen, aber ich will nicht über ihn als Phänomen reden, was er nicht ist. Ich will ihn auch nicht mit Guti vergleichen, denn dieser Spieler hat bereits Historie geschrieben. Auch will ich nicht sagen, dass er bei mir Stammspieler ist, weil er dies ebenso wenig ist. Wir haben sehr viele gute Spieler, die auf seiner Position spielen können und Cristiano, Higuain und Benzema das Leben einfacher machen.“
Aus deutscher Sicht erfahren besonders Khedira und Özil die Aufmerksamkeit der Presse. Die „Exportschlager“ aus Deutschland haben es derzeit jedoch schwer, so heißt es für sich nicht nur auf dem Platz alles geben, sondern die Akklimatisierung an das Leben in Spanien, braucht Zeit. Dennoch, das Potenzial haben sie beide, so der Chef. „Es sind zwei sehr talentierte Spieler mit einem großen Potenzial, zudem noch sehr jung und der kompletten Karriere vor der Brust. Wir hoffen, dass sie eine erfolgreiche Zeit in Madrid mit uns haben. Wir haben sie insbesondere wegen ihrer Möglichkeiten zu fußballerisch zu wachsen verpflichtet. Es ist für sie derzeit nicht leicht, in einem neuen Land Fuß zu fassen. Ebenso halte ich die Ansprachen auf Spanisch, so dass sie wegen dem Sprachproblem sehr große Mühen haben. Ich habe auch nicht erwartet, dass sie in zwei Tagen ihr gesamtes Repertoire und Potenzial abrufen können, aber Schritt für Schritt und mit der nötigen Ruhe und Spielzeit, wird dies gelingen.“
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Mit der Einzelkritik ging es grade weiter. So sorgte der Portugiese in der Vorbereitung für Schlagzeilen,
als er einen Verkauf von Lass Diarra kategorisch ausschloss und sich gegen die Vereinsoberen durchsetzte. Trotz zum Teil lukrativen Angeboten aus England, steht „Lass“ beim Trainer hoch im Kurs. Seine Vielseitigkeit, im Mittelfeld und auch auf der rechten Verteidiger-Position aufzulaufen, ist Gold wert, auch wenn der Spieler selbst von seiner Flexibilität anscheinend nicht begeistert ist. „Er ist ein absoluter Teamspieler. Er ist ein sehr kompletter Spieler und kann sowohl als rechter, aber auch als linker Verteidiger spielen. Für mich wird er immer ein zentraler Mittelfeldspieler sein, dort gefällt es ihm selbst am besten. Wir haben viel gesprochen und ich weiß, dass er ungerne als Verteidiger aufläuft, aber er ist bereit dort zu spielen, wo ihn das Team benötigt. Er spielt sehr gut als rechter Verteidiger."
Anders als geplant, scheint der vorläufige Kader, doch nicht die Aussagekraft in Sachen Abgängen zu haben, wie angenommen. Hätte Mourinho gerne nur die Spieler nominiert, mit denen er plant, wirbeln Verletzungsprobleme
und die sture Haltung seiner Akteure seine Pläne durcheinander. Van der Vaart steht somit im Kader, Diarra und Drenthe schauen dabei in die Röhre. „Madrid kann nur mit 18 Spielern anreisen und diese auch nominieren. Diarra ist verletzt und daher nicht dabei, Drenthe ist für unnötig, da wenn Marcelo von Beginn an spielt, noch Arbeloa diese Position einnehmen kann. Garay ist seit drei Monaten ohne Spielpraxis und daher nicht im Aufgebot. Die Liste hat für den 31. August noch keinen Aussagewert."
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