Der Abend war aus Sicht von Real Madrid erneut sehr durchwachsen. Nach dem schwachen 0:0 gegen Levante am vergangenen Wochenende, erhoffte man sich eine deutliche Steigerung beim Champions League Spiel gegen die krisengebeutelten Franzosen aus Auxerre. Am Ende konnte man, nach einem erneut durchschnittlichen Auftritt, durch den Treffer von Di Maria kurz vor Schluss mit 1:0 gewinnen, was Trainer José Mourinho zur Kenntnis nahm und nun den Blick nach vorne richtet.
In der Champions League Gruppenphase geht es für die großen Teams normalerweise nur darum, möglichst als Gruppenerster das Achtelfinale zu erreichen. Bei Real Madrid hingegen, wird seit jeher zusätzlich ein Spektakel auf dem Platz erwartet. Genau das, was unter José Mourinho bisher noch fehlt. „Insgesamt war es ein gutes Spiel. Wir haben in der Offensive sehr gut organisiert gespielt, doch mussten wir auch auf die Defensive achten, da der Gegner viele Konterversuche startete. Es war für uns nicht einfach, weil wir das Spiel kontrollieren wollten und gleichzeitig gegen die Konter gewappnet sein mussten. Dieses Spiel zu gewinnen und nun 6 Punkte zu haben, ist allerdings alles, was zählt,“ stellt José Mourinho nach dem Spiel in Auxerre klar.
„Das Team hat sich durch ein sehr schweres Spiel gekämpft. Es gab zwei sehr komplizierte Momente in unserer Verteidigung. Wir haben uns nicht so viele Chancen erspielt, wie bei den vergangenen Partien, aber der Ball lief gut. In der zweiten Halbzeit, haben wir anderweitig nach Lösungen gesucht. Wir haben weniger Chancen als gegen Levante und Mallorca gehabt, als jeder erwartete, dass wir das Spiel noch gewinnen. Wir hatten gegen Auxerre weniger, doch erzielten am Ende ein Tor. Das ist alles eine Sache des Pragmatismus.“
Ein Sieg, der die Ausgangssituation in der schweren Gruppe G deutlich verbessert. Mit sechs Punkten steht man auf Platz eins, vor Milan mit vier Punkten. Für Mourinho betont daher, dass „wir in dieser komplizierten Gruppe nun schon 6 Punkte haben. Mailand hat nur unentschieden gespielt. Das bedeutet, dass wir bei einem Sieg gegen Milan schon so gut, wie durch sind.“
Doch ging es beim Statement von José Mourinho nicht nur um die 'Königsklasse', sondern auch um die Erkenntnisse über die eigene Leistung und die Spieler. Zwei Änderungen vollzog der Coach in der Offensive, weshalb Özil und Di Maria zu Beginn auf der Bank Platz nehmen mussten. In der zweiten Halbzeit kam dann der Deutsche Nationalspieler, legte per Flanke das Siegtor vor, doch der Trainer war nicht zufrieden. „Ich habe mit Özil gesprochen, bevor ich ihn eingewechselt habe, um ihm zu sagen, was ich von ihm auf dem Platz erwarte. Vielleicht gab es ein Kommunikationsproblem und er hat mich wegen der Sprachprobleme nicht voll verstanden und daher Informationen falsch interpretiert."
Die Leistung von Benzema, dessen Aufritt mit Spannung erwartet wurde, der jedoch bereits früh ausgewechselt wurde, wollte er nicht kommentieren und wich der Frage aus. „Wir suchten in der zweiten Halbzeit andere offensive Lösungen!"
Zum Schluss kommentierte der Portugiese dann noch das vermeidliche Handspiel von Sergio Ramos, dass dem Treffer von Di Maria vorausgegangen sein soll. „Ich stand sehr weit entfernt vom Ort des Geschehens. Ich habe nicht gesehen, was da passiert ist. Ich kann nicht beurteilen, ob Ramos den Ball mit der Hand gespielt hat.“
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