Während dieser Tage die Top Trainer Europas beim UEFA-Elitetrainer-Forum in Nyon teilnehmen, darf selbstverständlich mit José Mourinho der aktuell erfolgreichste der Riege nicht fehlen. Beim Treffen an dem auch Ikonen wir Alex Ferguson, Carlo Ancelotti, oder Arsene Wenger partizipieren, machte der Portugiese sichtlich klar, wer sein präferierter Gesprächspartner ist. Zur Überraschung vieler, ging er prompt im locker gelösten Gang auf seinen Widersacher aus Barcelona, Pep Guardiola, zu und suchte den Diskurs. Auch der Coach der Katalanen rühmte die Fähigkeiten Mourinhos und sprach von einem „Gewinn für die Liga“. Die Gunst der Stunde, eine derartige Anzahl von Fußballkapazitäten versammelt vorzufinden, nutzten auch diverse Presseagenturen und Magazine, so sprach Madrids Taktgeber mit der „Gazetta dello Sport“.
Nochmals machte Mourinho deutlich, dass er aus vollster Überzeugung der richtige Trainer, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort sei. Madrid, die perfekte Station in seiner Karriere. „Dieses Madrid, das so gewaltig ist, kannst du nicht verändern. Entweder du kannst dem Druck standhalten, oder du solltest besser nicht hier her kommen. Es ist der optimale Zeitpunkt in meiner Laufbahn diese Erfahrung zu machen, nachdem ich bei Chelsea und Inter 10 Jahre Große Erfolge mit Topvereinen gefeiert habe. Nach einer Liga, die so fordernd ist wie die Italienische, habe ich das richtige Alter und die nötig Reife für diesen Job," so wie man ihn kennt, ein selbstbewusster Trainer.
Bereits in der Vorbereitung konnte er sich ein Bild davon machen, was es für den Gegner bedeutet, dass Team aus der Hauptstadt zu empfangen. Dieser Vorgeschmack blieb beim Coach offensichtlich hängen. „Es ist wirklich irrsinnig, was passiert, wenn ein Team gegen Madrid spielt. Sie verstecken sich hinten und spielen nur auf Konter. Selbst bei einem Freundschaftsspiel, gab es einen Trainer, der sein 0:0 so verteidigen wollte, dass er ganze vier Wechsel zwischen der 90. und 94. Minute vornahm. Darauf muss ich mich taktisch erst einmal vorbereiten und dann mein Team, dass wir gegen diese Art eine Lösung finden.“
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Die Hauptursache für die letzten doch mageren Spielzeiten der „Blancos“, meint er im Fehlen der Stabilität im Verein gefunden zu haben. „In wenigen Jahren, hat das Team mit Capello, Schuster, Ramos und Pellegrini sehr viele Trainer gehabt, was nun benötigt wird ist Stabilität und Kontinuität.“ Weiter analysierte er, dass der Start der Liga alles andere als glatt verlief, aber man die Umstände nicht vergessen sollte. „Wir hätten dieses Spiel auch gewinnen können, mit den klaren Chancen, die wir hatten. Es ist jedoch sehr schwer in der kurzen Zeit viel zu bewegen, denn wir haben kaum einmal zusammen trainieren können und daher brauchen wir Geduld.“
Geduld ist auch das Stichwort, wenn man auf die Neuzugänge in diesem Sommer zu sprechen kommt. Bis auf Veteran Carvalho handelt es sich ausschließlich um junge Spieler, Akteure mit viel Potenzial, die nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig den Erfolg an die Concha Espina bringen sollen. Auch die zwei Deutschen, Khedira und Özil, stellen hier keine Ausnahme dar. „Zuerst einmal ist es so, wenn Madrid nur einen Finger auf dem Transfermarkt rührt, bricht ein Sturm bei anderen Teams aus. Dennoch bin ich vor allem sehr erfreut, dass wir Özil und Sami Khedira, zwei junge und sehr gute Spieler verpflichten konnten. Auch wenn sie beide nur noch ein Jahr Vertrag hatten, scheint mir ein Gesamtpreis von 25 Mio. Euro doch sehr vernünftig und wettbewerbsgerecht!“
Dass er ein Mann ist, der die Herausforderung sucht und sich ungerne bequem zurücklehnt, zeichnete sich im Verlauf ab. Dabei räumte er erstmals indirekt ein auf nationalem Niveau nicht die Favoritenrolle inne zu haben. „Wenn ich nur bedacht darauf wäre Titel zu gewinnen, wäre ich bei Inter geblieben, dort gibt es sechs Turniere, die man gewinnen kann, in Spanien nur drei, wobei davon Barcelona bei zwei der Favorit ist. Im letzten Jahr wurden beide direkten Duelle verloren, so gewann Barca die Meisterschaft. Wenn Valencia, oder Sevilla um die Meisterschaft kämpfen würden, wäre das eine Überraschung, auch wenn es Teams in der Liga mit viel Qualität gibt.“
Die Liga als „Hausaufgabe“, die Königsklasse jedoch als grosses Ziel, von Mourinho, den Fans, dem ganzen Verein. Sehnsüchtig erwartet man den 10. Titel in diesem Wettbewerb, eine anscheinend übermenschlich schwere Aufgabe, betrachtet man die mageren letzten Jahre. Bereits am 15.09 wird es erstmals ernst, wenn Ajax Amsterdam im Bernabeú gastiert. Die ausgerufenen Favoriten, variieren für den letztjährigen Gewinner jedoch nicht. „Ich sehe wie immer Real Madrid, Barcelona, Chelsea, Inter, Bayern München ganz klar mit dem Potenzial, dieses Turnier zu gewinnen. Insbesondere der AC Milan, der mit vier Weltklasse-Spielern, Ibrahimovic, Robinho, Pato und Ronaldinho eine der besten Offensiven der Welt hat, ist in diesem Jahr sicher mit bei den Anwärtern auf den Gewinn vertreten. Milan, ob ihrer Historie, ihren grossen Spielern und ihrer Tradition in diesem Wettbewerb, wird eine wichtige Rolle spielen,“ so seine Prognose.
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