24 Stunden vor dem letzten Test der „Königlichen“ und der Premiere des neuen Teams im Santiago Bernabeu, bevor am Sonntag auf der Ferieninsel Mallorca der Startschuss in die neue Saison ertönt, warb José Mourinho auf der heutigen Pressekonferenz um Geduld für seine Mannschaft. Ebenso analysierte er die aktuelle Situation des Vereins und setzte mit starkem Topak nach, legte er einigen Spielern doch nahe, einen Abschied aus der spanischen Haupstadt anzuvisieren, anstelle den Vertrag auszusitzen...
„Er wurde geholt, um zu siegen“, so der knappe und präzise Kommentar von Jorge Valdano, angesprochen auf die Zielsetzung, die dem Portugiesen mit auf den Weg gegeben wurde. Damit sich dieses komplexe Ziel, was so simpel formuliert erscheint, auch erreichen lässt, wurde in diesem Sommer nochmal die Schattule geöffnet und 81 Mio. wanderten in die Kassern diverser Vereine in Europa. Zufrieden, ob des Einsatzes zeigte sich auch der Portugiese, der den bohrenden Pressevertretern direkt den Wind aus den Segeln nahm. „Ich bin immer auf einer Wellenlinie mit dem Verein und bin einverstanden. Ich freue ich, wenn es endlich mit dem Druck losgeht, denn bisher habe ich in der Vorbereitung nur eim ruhiges Madrid erlebt und keines mit Anspannung wie in einem Wettbewerb. Ich werde mich sicher wohlfühlen, auch wenn der Verein viel verlangt. Man hat einen großen wirtschaftlichen Einsatz realisiert und 6 Spieler verpflichtet. Die Mannschaft hat Qualität, aber wir brauchen auch ein wenig Glück, dass wir nicht viele Verletzungsprobleme in dieser Spielzeit hinnehmen müssen. Wenn uns z.B. dasselbe mit unseren Stürmern wiederfährt, was derzeit in der Abwehr passiert, haben wir ein Problem. In der Innenverteidigung gibt es mit Arbeloa noch jemanden, der aushelfen kann. Aber, wenn Higuain und Benzema ausfallen würden, dann wäre die Situation ernst“, so der Chefcoach.
Während unter dessem Vorgänger Pellegrini Cristiano Ronaldo mehr im Sturmzentrum zum Einsatz kam, als über die Flügel, will der Trainer von dieser Konstellation nur im höchstem Ernstfall etwas wissen. Er sieht die Fähigkeiten seines Landsmann klar auf der Aussenbahn. „Ronaldo kann als Stürmer spielen, aber er verliert dort an Wert. Selbstverständlich kann er uns jedoch bei Problemen jederzeit mit seinen Qualitäten aushelfen.“
Schmunzelnd und mit einem Augenzwinkern gab er seine taktischen Vorstellungen für die Torwartposition preis. „Wir wissen auch, dass wir im Falle eines Ausfalls der Torhüter auf Sergio Ramos und Khedira zurükgreifen können. Mir ist es bereits zwei Mal in meiner Laufbahn passiert, also müssen die beiden jede Woche ein wenig das Spiel zwischen den Pfosten trainieren.“
Nicht zwischen dem Gebälk sondern vor dem gegnerischen Tor, haben Higuain und der gestern wieder erstarkte Benzema, ihre Aufgabe zu erfüllen. Zwei solche Spieler in seinen Reihen zu wissen, glaubt der 47-jährige als Privileg, so fällt ihm die Wahl für einen sichtlich schwer. „Für mich wäre der perfekte Stürmer eine Mischung aus Higuain und Benzema, aber da dies nicht möglich ist, müssen wir andere Lösungen finden. Beide haben noch Dinge, die sie verbessern müssen, aber dafür haben sie noch 10 Jahre in ihrer Karriere vor sich, wo sie lernen können. Es sind phantastische Spieler, dessen Niveau in ihrem Alter in Europa seines gleichen sucht. Als ich sagte, ich möchte noch einen Stürmer, wollte ich nicht ausdrücken, dass ich beide nicht mag.“
Zu einer gesunden Balanz gehören nicht nur Zugänge, sondern auch dementsprechend Abgänge. Bei diesem Kapitel tut sich der Verein regelmäßig schwer, so „hängen“ die Spieler meist doch an der „dolce vita“ Spaniens und einem gut dotierten Vertrag. Deutliche Worte fand daher „The Special One“ in Richtung seiner Schützlinge. „Für mich hat die Entscheidung, dass ein Spieler den Verein verlassen muss viel mit der eigenen Einschätzung und Erwartung des Spielers selbst zu tun. Ich kann es absolut nicht nachvollziehen, dass ein Spieler, der sieht, dass er wenig Chancen hat zu spielen, im Klub verweilen möchte, weil ihm die Stadt, das Essen, oder Klima so gut gefallen. Nein, ein Spieler ist dafür gemacht zu spielen und daher sollten diese, wenn sie denn intelligent sind, nicht damit zufrieden sein nur zu zuschauen. Wenn sie clever sind, schauen sie beim ersten Ligaspiel ganz genau hin, denn hier wird sich zeigen, mit wem ich plane. Danach ist das Transferfenster noch geöffnet und ich würde mir wünschen, dass die Spieler auf mich zukommen und mir sagen, dass sie eine Lösung anstreben und bei einem anderen Verein spielen wollen.“
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Von den Anhängern und Akteuren gestern gleichermassen gefeiert waren die Debüts gleich dreier Canteranos, die zum ersten Mal das Trikot der „Blancos“ bei einem Einsatz der ersten Mannschaft tragen durften.
Freudig, überglücklich und mit einer Prise Genugtuhung zeigten sie sich nach dem Spiel gegen Hércules. Gelassen und zufrieden kommentierte Mourinho die Bedeutung des Nachwuchses in seinen Planungen, wobei er jedoch einschränkte:
„Der Nachwuchs verdient unseren größten Respekt, aber manchmal muss man auch den richtigen Moment abwarten, um ihnen diese Möglichkeit einzuräumen. Ein Nachwuchsspieler kann nicht durchs Feuer gehen, ohne vorbereitet zu sein, da anstelle der Beginn seiner Karriere, dann oftmals das Ende das Resultat ist. Wir nehmen die Spieler in die erste Mannschaft auf, bis zu 8 Leute sind dabei, was ein wichtiges und richtiges Zeichen ist. Dennoch müssen noch viele Aspekte verbessert werden. Mateos gefällt mir z.B. sehr, ich würde ich sogar mit nach Mallorca nehmen, aber er könnte wegen des Alters nicht spielen. Dennoch gibt es einige Spieler, die mir gefallen, ihre Zeit wird kommen!“
Die Vorbereitung, insbesondere die Ergebnisse der Testspiele, lassen bereits auf eine gute Frühform der Mannen schließen. Mourinho warnte jedoch eindringlichst, dem Team Zeit einzuräumen, denn ein Umbruch gelingt nicht von kurzer Hand und zweimal nicht, wenn die Spieler permanent abgestellt werden müssen. Vergleiche mit dem großen Widersacher aus Barcelona will er erst gar nicht aufkommen lassen. „Ich konnte nicht mehr von meiner Mannschaft erwarten. Wenn ich mal alle beisammen hatte, mussten sie nach 3 Tagen schon wieder gehen, so ist das Arbeiten, wenn man ein neues Spielsystem und Philosophie implementieren möchte, schwer bis unmöglich. Dennoch stimmt mich der Einsatz mehr als zufrieden, auch wenn wir morgen und auch gegen Mallorca sicher noch nicht auf dem Level sind, das wir sehen wollen. Bei allem Respekt vor Mallorca, aber auch in der Form sollten wir diesem Team das Leben schwer machen können. Einen Vergleich mit Barcelona brauche ich gar nicht anzustreben. Das ist ein Team, was blind zusammen spielen kann. Wenn dort jemand frisch aus dem Urlaub kommt, kann er direkt auf den Platz gehen und würde seine Sache noch gut machen. Bei uns ist das anders. Wir haben Spieler zu integrieren und arbeiten an einem neuen System, welches seine Zeit brauchen wird. Das Produkt Bracelona ist ein fertiges, unseres ist am Anfang!“
Real Madrid trifft auf Peñarol, hier geht's zur Diskussion!
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