Der Countdown für die „Mission Abgänge“ läuft unausweichlich weiter – in den letzten acht Tagen, bevor das Transferfenster sich bis zur Winterpause schließt, muss im Hause der Königlichen noch entrümpelt werden. Problem: Ausnahmsweise sind es nicht nur Hochkaräter vom Schlage eines Robbens, Sneijders oder Huntelaars, die zum Verkauf stehen, sondern auch Ladenhüter, die es der Direktive Madrids, sowie den Beratern der jeweiligen Akteure nicht einfach machen werden, Abnehmer zu finden. Teammanager Mourinho tut sich auf seinem neuen Posten sichtlich schwer…
Wohin nur mit den Altlasten? Mourinho grübelt weiter - Foto: Helias de la Rubia, Realmadrid.com
Hart aber fair – so das Motto José Mourinhos, wenn es beim Thema Abgänge um das Schaffen von Fakten geht. Außerordentlich deutlich, kommunizierte er am Anfang der Vorbereitung, wer bei ihm für das kommende Jahr keine Rolle spielt. Ein langes Raten, um wen es sich hier handelt, blieb erspart – gebrandmarkt liefen die „Auserwählten“ separat vom Team ihre Runden und durften ebenso die Kabine nicht betreten. Doch scheinbar konnte auch dieser radikale Kurs einige nicht von ihrem Plan abbringen - Real Madrid und den damit einhergehenden Annehmlichkeiten - erhalten zu bleiben.
So wie im Falle des Pedro Leóns. Sicher, der Spanier ist mittlerweile als echter Härtefall eingestuft, partout schlug er in diesem Sommer jedes Angebot aus und stieß mit seiner sturen Haltung selbst seinem Ex-Verein aus Getafe vor dem Kopf. Der Vorstadtklub hatte ernste Absichten, den Murciano zurückzuholen, doch durch den letzten verteilten Korb, verwarf Sportdirektor Toni Muñoz die Option León. Die Fälle schwinden, weiteres Interesse von etwaigen Klubs ist nicht bekannt. Dem Spieler scheint es gerade recht, denn klammert er sich doch an seinen bis 2016 laufenden Vertrag. „Ich habe noch weitere fünf Jahre hier in Madrid und ich kann Mourinho in dieser Zeit noch von mir überzeugen, da bin ich mir sicher. Ich bleibe hier“, so León gegenüber einem verdutzten José Ángel Sanchéz, der alle Mittel in Bewegung setzte um noch einen Abnehmer zu finden.
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Stur, sturer, Pedro León
Der 24 Jahre alte Holländer Royston Drenthe scheint hier offensichtlich gewiefter vorgehen zu wollen. Der vom „Mister“ ausgemistete Linksfuß lehnte das Angebot von Benfica ab, eine Rückkehr nach Feyenoord Rotterdam ist jedoch noch nicht vom Tisch. Die Tatsache, dass sein Vertrag nur bis 2012 läuft und er dann ablösefrei wechseln könnte, bringt ihn nicht gerade in zeitliche Bedrängnis. Die Taktik: Entweder er bleibt ein weiteres Jahr in Madrid, bei vollem Gehalt versteht sich, oder spekuliert darauf, dass Madrid in letzter Sekunde noch ein Angebot für ihn akzeptiert, egal wie niedrig dieses dann ausfällt. Von Nachteil ist allerdings die Vorgeschichte des Niederländers, so hat er mit
seinen privaten Eskapaden in Alicante nicht gerade die Werbetrommel für sich gerührt.
Agent Marcelo Lombilla und sein 25-jähriger argentinischer Schützling Fernando Gago waren sich eigentlich schon mit den Boca Juniors einig geworden – der defensive Mittelfeldspieler froh wieder in der Heimat spielen zu können. Der Wechsel zerschlug sich,
Gago fiel hart und steht nun immer noch ohne Verein in der Pampa. Der letzte Strohhalm heißt nunmehr Italien. Einige Vereine sollen doch noch an einer Verpflichtung oder zumindest Leihe Interesse haben, unter anderem der AS Rom. Madrid wird dem Argentinier wohl keine Steine in den Weg legen, wobei man dennoch versuchen wird das Maximum für ihn herauszuholen. Immerhin kostete er 2007 noch 20,5 Mio. Euro...
Abschließend bleibt der 26-jährige Franzose Lassana Diarra, dessen Situation weitaus fortgeschrittener ist, als die seiner Kollegen. Kurz vor Transferende
könnten die Königlichen sich mit den Tottenham Hotspurs einig werden, die bereit sind 11,5 Millionen Euro Ablöse auf den Tisch zu legen. Störfaktor ist hier lediglich Fenerbahçe Istanbul, die ein Auge auf den defensiven Mittelfeldspieler geworfen haben und ihn mit einem höheren Gehalt in die Türkei locken möchten. Realmadrid.de bleibt dran.
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