Mourinho blickte auf der gestrigen Pressekonferenz nach dem 4:1 Heimsieg gegen Betis messerscharf in seine Glaskugel, hatte er die Schlagzeilen des nächsten Tages doch schon im Kopf. Zugegeben, schwer war es nicht, aber gepasst hat es. Einen Higuaín in unglaublicher Form und einen Benzema in der Hinterhand, Herr Mourinho, herzlichen Glückwunsch! Doch wer solche Kaliber im Kader hat, ist im aktuellen Spielsystem mit der glorreichen Aufgabe gesegnet, sich für einen zu entscheiden. Ein Problem für den Mister?
Zwei Konkurrenten in Topform, Benzema (l.) und Higuaín - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. „Nun hat der Trainer ein schönes Problem“, so ein schmunzelnder Kaká nach dem gestrigen
4:1-Sieg gegen Betis. In der Tat ist dies so. Während Madrids Nummer 9
Karim Benzema zu Beginn der Saison aufgrund seiner Topform unverzichtbar für Mourinho war und in neun Pflichtspielen auch fünf Mal traf, nutzte Sturmkollege
Gonzalo Higuaín die Gunst der Stunde, als der Franzose aufgrund seiner Verletzung kürzer treten musste – er nutzte sie überragend! „El Pipita“ ließ alleine im Oktober neun Mal das Netz zappeln, wobei er in drei Spielen drei Hattricks erzielte – zwei für Real, einen für Argentinien. Für die Blancos gelang ihm das sogar in zwei Spielen hintereinander. Die spanische Sportzeitung MARCA schrieb, der 23-Jährige Mann der Stunde „öffne die Dose und macht den Deckel drauf“, in Anbetracht dessen, dass der Argentinier seitdem er aufblühte auch die wichtigen Führungstreffer erzielte und die Partien mit dem entscheidenen Tor entscheidet, ist diese keine vage These. Für Trainer Mourinho hat aber auch Benzema weiterhin seine Chance, weg vom Fenster ist er keinesfalls: „Benzema war überragend gut drauf und hatte es verdient zu spielen. Als er verletzt war, nutzte eben Pipa seine Chance und bewies seine Qualität. Nun hat er das Glück, im Team zu sein. Ich bin sehr glücklich, beide in meinen Reihen zu haben. Das ist ein Luxus. Beide haben verschiedene Eigenschaften für mein Spiel, sie unterscheidet viel. Eines aber haben beide gemeinsam: den Torinstinkt.“
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Auch Emilio Butragueño adelte Higuaín gestern: „Gonzalo ist ein echter Topstürmer, er hat sich zu einem Spezialist vor dem gegnerischen Tor entwickelt. Er wird uns noch viel Freude machen.“ Eines ist auf jeden Fall klar und dem kann auch keiner Widersprechen: Real Madrid hat in dieser Saison mit Karim Benzema und Gonzalo Higuaín zwei überragende Angreifer, die ihre Extraklasse Spiel für Spiel demonstrieren und sich gegenseitig alles abverlangen. José Mourinho hat die Qual der Wahl. Dazu muss man sich eigentlich noch glücklich schätzen, dass des Trainers Wunsch in der Saisonvorbereitung nicht erfüllt wurde. So pochte der Portugiese lange auf einen dritten Stürmer in seinen Reihen, nachdem man letzte Saison nach Gonzalo Higuaíns schwerer Bandscheibenverletzung (Anm. d. Red.: er musste mehrere Monate pausieren) und mit dem einzig übrig gebliebenen Angreifer Benzema schon mal schlechte Erfahrung machte. Doch weder mit Neymar, noch mit Adebayor wurde man sich in der Transferperiode einig. Gut so, sonst würde sich Mourinhos „Problem“ ja in noch viel höhere Sphären katapultieren...
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