Seitdem José Mourinho Trainer bei Real Madrid ist, gab es in 65 offiziellen Pflichtspielen wettbewerbsübergreifend 16 rote Karten gegen die Spieler der königlichen Startruppe. Dabei sind acht von den insgesamt neun Rotsündern überraschenderweise Defensivleute, nur Ángel Di María musste als einziger Offensivspieler frühzeitig Duschen gehen. Woran liegt's?
Der wohl bitterste Platzverweis der Ära Mou - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. Der gewohnte Sympathisant Mourinhos ist Sanktionen von ihm schon gewohnt, nicht selten riskiert „the Special One“ eine dicke Lippe. Von der im Profigeschäft guten alten Geldstrafe bis hin zur Spielsperre, der portugiesische Startrainer hat schon alles durchlebt. Auch seine Spieler taten es ihm das ein oder andere Mal gleich. In den zwei Jahren, die der 48-Jährige nun in der spanischen Hauptstadt weilt, zückten die Unparteiischen bis dato 16 Mal in 65 Pflichpartien die rote Karte aus ihren Taschen – im Durchschnitt müssen die Merengues somit in jedem vierten Spiel die 90 Minuten in Unterzahl über die Runden bringen, das letzte Mal war es besonders bitter. Madrid verlor gegen Levante mit 0:1, die Gelb-Rote Karte für den deutschen Nationalspieler Sami Khedira war der Knackpunkt des Spiels.
Hintergrund:
Kampf: Mourinho gegen die UEFA
Von den 16 roten Karten gab es in der Liga acht, in der Copa del Rey zwei, wie auch im diesjährigen Supercopa-Finale und in der Champions League deren vier. Der wohl cleverste – eigentlich nicht regelkonforme – Schachzug Mous spielte sich in Amsterdam in der Königsklasse ab. „The Special One“ flüsterte seinen Spielern Sergio Ramos und Xabi Alonso Anweisungen ins Ohr, sie sollten doch bitte ihre zweite Gelbe Karte kassieren, damit sie für die wichtige K.O.-Phase nicht von einer Sperre gefährdet sein würden. Doch besonders wurde über den Platzverweis Pepes in der Königsklasse und die Leistung Wolfgang Starks diskutiert und gestritten. Auf der damaligen Pressekonferenz entlud sich der ganze Frust José Mourinhos, sowohl gegen Stark, als auch vorhergegangene Situationen unter der Leitung anderer Schiedsrichter. Auffällig erscheint beim genauen Hinschauen eines, und zwar sind alle Rotsünder Defensivspieler – Casillas, Carvalho, Pepe, Ramos, Marcelo, Arbeloa, Albiol, Alonso. Mit Ángel Di María hat nur ein Akteur der Abteilung Offensive den Platz früher verlassen müssen, ohne ausgewechselt zu werden. Ein absoluter Negativtrend, dem unbedingt Einhalt geboten werden sollte. Die Frage ist nur, wer daran schuld ist: Mourinho, der seine Mannschaft zu aggressiv einstellt oder doch die üblichen Sündenbocke, die Schiedsrichter, die sich gegen die Königlichen verschworen haben?
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