Was für ein Endspurt! Madrid drehte nach einer unterirdischen ersten Halbzeit noch ein 1:0 in einen Sieg und die Spieler konnten sich nach dem Abpfiff den Angstschweiß von der Stirn wischen, nicht auszudenken, was bei einer Niederlage in dieser Woche in der Hauptstadt losgewesen wäre. Mourinho pustete ebenso herzhaft durch und präsentierte sich – nach so einem Spiel nicht selbstverständlich – äußerst gefasst.
Lobte Mallorca und gab sich gelassen, Mourinho - Foto: Antonio Villalba, Realmadrid.com
PALMA DE MALLORCA. Nicht nur das Team riss sich im zweiten Durchgang gehörig am Riemen, auch Mourinho wagte es nicht ein Fass aufzumachen und seine Mannschaft vor der versammelten Presse durch den Kakao zu ziehen. Dabei ist die Mannschaft in den letzten Spielen auffällig unmotiviert in die Partien gestartet. Diesmal zog es der Portugiese jedoch vor, dem Gegner ein riesen Kompliment zu machen, denn schließlich kann man auch nur so gut spielen, wie es der Kontrahent erlaubt. „Wir haben gegen eine Mannschaft und einen großartigen Trainer gespielt. Mallorca war defensiv perfekt eingestellt. Sie kannten uns und haben mit einer unglaublichen Konzentration gespielt, sie machten keine Fehler. Eine unglaubliche erste Halbzeit von ihnen. Sie spielten absolut kompakt und ihre Konter waren brandgefährlich. Verantwortlich für diese erste Halbzeit war ganz klar die starke Leistung von Mallorca, obwohl wir in einigen Situation etwas inspirierter zur Werke hätten gehen können.“
Spielbericht:
Mit Glück, Genialität und Callejón – Madrid dreht Spiel auf Mallorca
Um die Monotonie der Schläfrigkeit seiner Mannen zu durchbrechen, versuchte Mourinho per taktischem Geschick die Strippen zu ziehen. Es gelang und sein Plan ging voll auf. Durch die Umstellung auf eine Dreierkette in der Abwehr und mehr Offensivspielern zurrte man die Schlinge immer fester um den Hals der Mallorquiner zu und kam als Konsequenz zum Sieg. „In der zweiten Halbzeit spielten wir dann sehr riskant und offensiv. Ich musste reagieren und wollte in der Verteidigung drei Spieler haben, die sehr gut im Eins gegen Eins und schnell sind. Marcelo fiel dieser Umstellung zum Opfer und ich brachte Fábio für ihn“, so Mourinhos Erklärung zur Auswechslung des Brasilianers.
Abschließend erläuterte er noch seinen „Zettel-Trick“. Während die komplette Bank nach dem 1:2-Führungstreffern ausgelassen jubelte, rannte der Chefcoach wie von der Tarantel gestochen los und packten sich Pepe, um ihm per Notiz die neusten Instruktionen einzuimpfen. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Spieler in diesen emotionalen Moment nicht mit Worten erreicht und daher habe ich die neue Einstellung auf Papier geschrieben. Ich wollte, dass Callejón als Rechtsverteidiger agiert und Karim davor, damit wir stabiler sind. Mallorca wollte noch den Ausgleich und wir waren sehr offensiv eingestellt, daher diese Anweisung.“
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