Das Kapitel Pedro León im Dress der Königlichen ist endgültig geschlossen. Selten war die Diskrepanz zwischen der Ansicht des Spielers und des Vereins über die Sinnhaftigkeit eines Verbleibes so groß. Selbst als Mourinho dem Spieler klipp und klar in die Augen schaute und ihm sagte: „Such dir einen Verein, ich plane nicht mit dir, du wirst keine Minute spielen“, war der Murciano noch davon überzeugt, den Trainer umstimmen zu können. Geradezu erbost soll der Portugiese und die Vereinsführung über so viel Sturheit gewesen sein, doch das Thema ist nun offiziell gegessen.
Der große Karriereschritt war doch zu groß - Léon kehrt nach Getafe zurück - Foto: Realmadrid.com
MADRID. „Man muss den Vertrag des Spielers akzeptieren, es besteht nur die Möglichkeit an seinen Verstand zu appellieren“, so brachte es Mourinho vor einigen Wochen auf den Punkt. Diese Einsicht teilte der 24-Jährige jedoch bis vor einigen Tagen nicht. Ob Angebote aus England oder Italien, der Mittelfeldspieler winkte dankend ab, wohlwissend, dass er einen gut dotierten Vertrag in der Tasche hat – man munkelte bereits, dass er auf einen Abgang Mourinhos spekuliere und daher den Vertrag bis zum nächsten Coach aussitzen wolle. Die Königlichen rochen den Braten und zitierten Ángel Torres und Toni Muñoz, Präsident und Sportdirektor des FC Getafe in die Büroräume des Santiago Bernabéus. Der Deal: Ihr nehmt uns den Spieler wieder ab, den wir vor einem Jahr für 10 Mio. Euro von euch kauften, ihr macht noch ein gutes Geschäft und habt einen Top-Spieler in euren Reihen. Der Vorstadtklub willigte ein, der Deal stand und zwar schon vor Wochen! León sagte erst kurz zu, doch dann lies er über seinen Berater die Direktive informieren, dass er es sich anders überlegt hätte und bei Real bleibe.
Hintergrund:
Naiv oder einfach nur stur? León hat den Abpfiff nicht gehört
Gestern nun der Durchbruch. Nach einem erneuten Treffen zwischen José Ángel Sánchez, Generaldirektor der Blancos und dem Präsidenten und Sportdirektor der „azulones“ einigte man sich erneut. Diesmal wurde der Druck auf den Spieler jedoch erhöht. Sowohl Mourinho gab ihm nochmals zu verstehen, dass er nicht einmal mit dem Team trainieren dürfe, sein Berater versuchte ihn zum Einlenken zu bewegen und auch aus Getafe redete ihm Muñoz gut zu. Letztlich sagte er „Ja“ – es war geschafft!
Doch wie sieht der Deal nun aus? Damit die Personalie für alle Zeit beendet ist, ließ man sich eine entscheidende Klausel in den Vertrag schreiben. Für die kommende Spielzeit wechselt er zwar nur auf Leihbasis zurück, doch besteht eine Kaufoption für Getafe, die im Sommer 2012 vom Klub aus der Südstadt gezogen werden kann. Man einigte sich auf eine Ablöse zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Für Getafe, die den Spieler im letzten Jahr erst für 10 Mio. Euro nach Madrid transferierten wäre dies sicher kein schlechtes Geschäft. Darüber hinaus darf León in dieser Saison nicht gegen Madrid auflaufen und das Gehalt von rund 1,5 Mio. Euro wird vom Leihverein übernommen.
Am Ende des Tages können alle Partien zufrieden sein. Getafe hat eine gute Verstärkung an Land gezogen, in Madrid verlässt ein Querulant das Team und León kann sich einer neuen Herausforderung stellen und zwar auf dem grünen Rasen, nicht am grünen Tisch.
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