Manuel Pellegrini wird morgen Abend (22 Uhr) das erste Mal seit seiner Amtszeit bei Real Madrid zurück ins Bernabéu kehren. Als Trainer des FC Málaga blickt er derzeit aber auf eine ganz andere Situation, als er es in der Vorsaison noch bei den 'Blancos' tat – 23 Punkte aus 25 Spielen, Vorletzter in der Liga! Das ist die harte Realität für den Chilenen, der nun auch noch in die Hauptstadt reisen muss. Trotz aller Erinnerungen und der leisen Kritik Mourinhos für Pellegrini, lässt sich dieser aber nicht aus der Ruhe bringen und betonte bei seinem Statement vor dem Spiel nur, dass „jeder Punkt für uns überlebenswichtig wäre.“
„Das Gleiche, wie Pellegrini, kann mir nicht passieren. Denn wenn Real Madrid mich eines Tages feuert, dann werde ich nicht zu Malága gehen, sondern zu einem großen Club in Italien oder England.“ So klingt es, wenn José Mourinho auf einer Pressekonferenz Stellung zu einem Vorgänger Pellegrini nehmen soll. Selbstbewusst, arrogant oder einfach nur selbstverliebt? Pellegrini lassen diese Giftpfeile unberührt, weshalb er überhaupt nicht auf die Aussagen seines Nachfolgers eingeht. „Normalerweise kommentiere ich die Meinung meiner Kollegen nicht. Ich bin sehr stolz, Malága zu trainieren, insbesondere unter diesen Umständen. Ich will diese Mannschaft retten! Und auch mir persönlich macht es nichts aus, hier in Malága zu arbeiten. Ganz im Gegenteil, mich macht es sogar sehr stolz. Aber jeder hat seine eigenen Vorstellungen. Natürlich habe ich mitbekommen, was er gesagt hat, aber ich werde darauf nicht antworten. Im letzten Jahr habe ich mein Bestes gegeben und gleichzeitig die Werte dieses Clubs gewahrt“, erklärte der Chilene seine Meinung zum Statement des 'Special One'.
Zum Nachlesen:
Mourinhos Kritik auf der Pressekonferenz vor dem Spiel!
Vergleicht man nun aber die Statistiken der beiden Trainer, Mourinho und Pellegrini, miteinander, merkt man schnell, dass der Chilene sogar noch besser dastand, als aktuell der Portugiese. Am 25. Spieltag hatte Pellegrini 62 Punkte auf dem Konto und führte damit die Tabelle an. Mourinho aktuell hingegen zählt nur 61 Punkte, 7 weniger als Barça als Spitzenreiter. Und auch das Torverhältnis spricht für den Trainer vom FC Malága: 67 erzielte Treffer unter 'Pelle', nur 55 für 'Mou', bei fast gleicher Anzahl an Gegentreffern (Pellegrini: 20, Mourinho: 19).
Der Glitzer und Glamour, der in Madrid Alltag ist, scheint für den FC Malága eine fremde Welt. Wollen die 'Königlichen' in diesem Jahr möglichst alle Titel gewinnen, geht es für die Südspanier um das blanke Überleben. Als Tabellenvorletzter sind sie stark abstiegsgefährdet, doch haben sie immerhin in den letzten vier Begegnungen nicht mehr verloren (Anm. d. Red.: 3 Unentschieden, 1 Sieg). Im Gegensatz dazu, haben die Merengues aber auch bisher alle Heimspiele in dieser Saison gewonnen, weshalb es für Pellegrini und seine Mannen alles andere als einfach werden könnte, die 'Festung Bernabéu' zu stürmen. „Für uns ist es nur ein normales Spiel, ein Spiel mehr. Jeder Punkt wäre ein Schub für uns. Wir müssen zwar unsere Punkte in anderen Spielen holen, aber trotzdem ist es ein ganz besonderes Spiel für mich, nichts weniger. Weder ich spiele morgen, noch sinne ich nach Rache. Ich habe keine negativen Gefühle gegenüber diesen Verein. Das folgende Spiel ist immer das wichtigste, weshalb mein Team in Topform sein wird und alles gegen einen starken Gegner geben wird“, betonte der 57-Jährige weiter auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Partie.
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Doch nichtsdestotrotz, wird es auch für die Fans und die Verantwortlichen in der spanischen Hauptstadt etwas Besonderes, wenn der Ex-Coach wieder auf der Trainerbank sitzt. Es war eine kroteske Situation, als Pellegrini im Vorjahr entlassen wurde, obwohl er mit Madrid die beste Ligabilanz der Vereinsgeschichte erspielt hat, dann aber am Ende doch nur Vizemeister hinter einem noch besseren Barcelona wurde. Doch die Philosophie an der Concha Espina besagt nunmal, dass nur Titel zählen – doch diese blieben aus! Pellegrini musste seinen Platz räumen und der 'beste Trainer der Welt' José Mourinho nahm seinen Platz ein. Eine harte Erfahrung? „Bei Real Madrid wird dem Trainer kaum zugehört. Für mich ist das aber Vergangenheit. Ich bin froh, dass ich bei diesem Verein die beste Saison der Geschichte absolvieren konnte. Die positiven Ergebnisse waren der Grund, warum ich meine Arbeit kontinuierlich weitergeführt habe“, verdeutlichte der seine Eindrücke von seinem früheren Arbeitgeber.
„Ich hoffe nun, dass ich gut empfangen werde, weil es ein sehr intensives Jahr dort war. 80 Prozent der Leute standen in Madrid hinter mir, bis zum letzten Spiel. Wir haben sogar in Barcelona ein großes Spiel gezeigt und hätten Punkte holen können. Wir waren kurz davor, den Meistertitel zu feiern, aber am Ende fehlte uns einfach das Glück. Da ich keine zweite Saison bleiben durfte, konnte ich auch nicht zeigen, dass wir uns noch deutlich hätten steigern können. Da bin ich mir ganz sicher“, fand er zum Schluss einige Worte zu seiner Vergangenheit bei den 'Königlichen'.
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