02.11.2009, 18:34
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Clubnews

Pérez vertraut Pellegrini: „Wir sind uns sicher, dass er bleiben wird“

Ob Roberto Mancini, Michael Laudrup oder Luis Aragones: Die spanischen Medien warfen nach dem 0:4-Pokaldebakel gegen Alcorcón mit zahlreichen „Trainerkandidaten“ um sich. „Pellegrini, verschwinde endlich“, schimpfte die ‚Marca‘ nach der historischen Pleite. Gegen Getafe gab es dann am Samstag zwar ein sicheres 2:0 vor eigenem Publikum, doch auch hiernach forderten die Sportgazetten weiterhin den Rauswurf des Chilenen. Präsident Florentino Pérez verwarf sämtliche Spekulationen und stärkte dem Trainer den Rücken: „Ich bin mir sicher, dass er bleiben und die Saison positiv abschließend wird.“

Pellegrini vor dem Aus? Pérez beendet Spekulationen!
„Real Madrid, die Lachnummer des Jahrhunderts“, titelte die ‚AS‘ nach dem peinlichen 0:4-Desaster im Pokalspiel gegen Drittligisten Alcorcón. Präsident Florentino Pérez zeigte sich nach dem Spiel, welches er mit versteinertem Blick selbst auf der Tribüne mit verfolgte, fassungslos: „So etwas sollte in der Geschichte von Real Madrid nicht passieren. Das war demütigend.“ Ob Trainer Manuel Pellegrini weiterhin das Vertrauen nach schwierigen Wochen mit vielen Rückschlägen hatte, wollte der 62-jährige Klubchef im Anschluss der Begegnung nicht verraten. Die spanische Presse spekulierte natürlich sofort mit einer baldigen Entlassung: „Nach dem Spiel gegen Mailand ist Pellegrini spätestens raus, wenn das Match gegen Getafe nicht sogar schon sein letztes ist! Es gibt kein Konzept, keine Ordnung und kein System. Er hat diese Mannschaft nicht im Griff“, kommentierte die ‚Marca‘. Doch nach dem 2:0-Ligaerfolg im „kleinen Derby“ gegen den FC Getafe war Pellegrini vorerst raus aus der Kritik – immerhin konnte man, nachdem man schon früh durch den Platzverweis von Raúl Albiol in Unterzahl geriet, einen schwachen Gegner kontrollieren. Argentinier Gonzalo Higuaín war es, der mit einem Doppelpack seinen chilenischen Trainer vor dem Rauswurf bewahrte. Gestern Abend trat Präsident Florentino Pérez dann erneut vor die Presse und stellte gegenüber dem italienischen Fernsehsender „RAI2“ nun allemal klar, dass für Pellegrini kein Abschied droht: „Wir sind zufrieden mit ihm und ich bin mir sicher, dass er bleibt und die Saison positiv abschließen wird.“

Kein Mancini oder ‚Mister X‘: „Wir sind mit Pellegrini glücklich“
Und was geschieht, wenn es am Dienstagabend eine erneute Niederlage im Champions League-Kracher gegen den AC Mailand gibt? Pérez denkt nicht mal daran und glaubt an Trainer und Team: „Die Mannschaft braucht noch Zeit, aber ich kann ihnen versichern, dass Real Madrid eine wundervolle Saison erleben wird. Das wird ein tolles Spiel gegen Milan und wir glauben alle an einen Sieg. Was Pellegrini betrifft, kann ich hier klarstellen, dass er auf alle Fälle seine Vertragszeit von zwei Jahren erfüllen wird. Wir haben Geduld mit ihm.“ Schade eigentlich für die Presse, wenn man doch bedenkt, dass sich jeder sicher war, schon bald einen neuen Mann auf der „königlichen“ Trainerbank zu sehen. Mancini, Laudrup, Aragones, Benítez oder sogar der Real-Generaldirektor standen zur engeren „Nachfolger-Auswahl“ – alles Pustekuchen, auch wenn sich einer von den Gerüchten mehr als geschmeichelt fühlte. „Wenn Real Madrid dich  fragt, kannst du nie nein sagen“, erklärte der ehemalige Inter-Coach Roberto Mancini. Dieser löste sogar vor wenigen Tagen seinen Vertrag bei den Italienern, 17 Monate nach seiner Entlassung, auf. Medien berichteten dann umgehend von einem Engagement von Mancini bei Real Madrid. „Die Zeitungen haben viele tolle Trainer genannt, aber wir sind mit Pellegrini glücklich und uns sicher, dass er bleibt“, entgegnete Pérez.

‚Bad Boy‘ Guti, der Leidtragende
Der Verlierer der ganzen Spekulationen und Gerüchten heißt eindeutig José Maria Gutierrez Hernandez, kurz ‚Guti‘. Der Vizekapitän wurde für das Getafe-Spiel aus dem Kader verbannt und darf auch nun nicht mit nach Mailand reisen. „Leck mich am A…“, schrie Reals ‚14‘ seinen Trainer während der Halbzeitpause im Pokalspiel an, als man gegen Alcorcón schon 0:3 zurücklag. Pellegrini und Guti gelten seit der Nichtnominierung als Streithähne der „Galaktischen“, was zu viel Diskussionsstoff und Redebedarf führte. Vor allem die Aussage von Pellegrini, Guti sei immer noch verletzt, verwunderte die Massen, denn schließlich behauptete der 32-Jährige wenige Minuten zuvor, dass er topfit sei.  Chaos und Theater beim spanischen Rekordmeister also vorprogrammiert. Fakt ist: Solange der 56-Jährige Real Madrid trainiert, ist Guti unglücklich. Schon unter dem Ex-Coach Juande Ramos gab es immer wieder Meinungsverschiedenheiten und Probleme mit ‚Trainerschreck‘ Guti. „Ich fühle mich endlich wieder wohl. Mir geht es besser denn je und die Fans werden den besten Guti aller Zeiten sehen“, schwärmte das seit seiner Jugend bei den „Königlichen“ spielende Mittelfeldgenie vor noch wenigen Wochen. Und jetzt? Genervt zeigte das „ewige Talent“ den gegnerischen Fans im Pokalspiel den Mittelfinger und blieb gegenüber den Fragen der vielen Reportern in den letzten Tagen kommentarlos. Wie schnell sich also diese Ansichten ändern können…

geschrieben von Kerry Hau

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