15.08.2010, 23:34
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Reportagen

Peréz vollzieht den Umbruch - „Raúl und Guti waren sehr intelligent“

Der Transfersommer in Madrid begann mit zwei großen Überraschungen. Die beiden Vereinslegenden Raúl Gonzalez Blanco und José Maria Gutierrez gaben ihren Abschied aus der spanischen Hauptstadt bekannt und suchen ihr neues Glück in Deutschland bzw. der Türkei. Das bedeutete auch gleichzeitig das Ende einer Ära, nämlich die der ,Galaktischen', deren Erfolge noch heute in den Köpfen aller Madridistas sitzen. Die ,Galacticos 2.0' von Florentino Pérez sind somit nun die Gegenwart und ein neues Zeitalter in der Spanienmetropole bricht an. Dazu sprach heute Míchel Salgado in einem Interview über seine Karriere als ,Königlicher' und das Ende der ,alten Zeiten'.

,Seniorenloses' Madrid - Das Projekt fordert seine Opfer

Zidane, Figo, Ronaldo, Beckham, Roberto Carlos, Raúl, Guti, Salgado – Sie alle waren Teile der 'Galaktischen', die um die Jahrtausendwende alle Titel in Europa gewannen und den Weltfußball dominiert haben, wie kein Team zuvor. So folgte die Auszeichung für den ,Besten Verein des 20. Jahrhunderts', wonach allerdings immer mehr Spieler aus der ,alten' Garde ihre Koffer packten. Florentino Pérez war es, der all diese Stars an die Concha Espina lockte und mit Rekordeinkäufen, wie dem von Zinedine Zidane - einst ein Turiner - Aufsehen weltweit erregte. Es entstanden Vorurteile gegen die „Merengues“, wonach man sich in Spieler ,auf Pump' kauft und dabei Schulden in Millionenhöhe hat. Doch der Baulöwe belehrte alle eines Besseren und Real Madrid stieg durch ihn weiter in er Popularitätsskala.

Nach und nach nahm allerdings der biologische Alterungsprozess seinen Lauf, weshalb die Stars ihren Karriereabschnitt im Bernabéu beendeten und eine neue Herausforderung für die letzten Jahre ihrer Fußballerlaufbahn suchten. Mit dem neuen Präsidenten, Ramon Calderon, kam dann die Zeit, in der Mann neue Spieler für viel Geld kaufte, um die 'Königlichen' von damals abzulösen, doch scheiterte dieser Versuch, da viele Spieler für exorbitante Ablösesummen kamen, die zunächst reifen mussten, um erfolgreichen Fußball zu zeigen.

„Real war mein beeindruckendster Lebensabschnitt“

Die Zeit der ,Galaktischen' war also abgelaufen und die des Umbruchs war gekommen. Bis zum Sommer 2009, in dem Pérez wieder das Präsidentenamtl inne hatte, hatten die erfolgsverwöhnten ,Blancos' nur wenig zu feiern. Nachdem der Spanier dann aber das Zepter übernahm, kamen die neuen Fußball-Größen, wie Cristiano Ronaldo oder Kaká. Weitere Millionen wurden investiert, damit der alte Erfolg endlich wieder einkehrt. Dafür mussten allerdings die Stars der alten Garde ihre Plätze räumen, wie zum Beispiel Michel Salgado, der sich nun in einem Interview über seine Zeit in Madrid äußerte. Er selbst bekam zu spüren, wie hart es sein kann, wenn man vom jahrelangen Stammspieler auf einmal zum 'alten Eisen' degradiert wird und mit dem Dauerplatz auf der Bank Vorlieb nehmen muss. „Die Menschen sagten, dass es ein harter Schlag ist. Dieses Gefühl hatte ich aber nicht. Das ist der Lauf des Lebens. Wenn ich meine Zeit bei Real Madrid nun nochmals Revue passieren lasse, dann war das der beeindruckendste Abschnitt meines Lebens. Seit einem Jahr läuft aber ein neuer Abschnitt meines Lebens und in diesem befinde ich mich auch derzeit noch“, sagt der einstige Linksverteidiger des Rekord-Champions League-Siegers während seines Interviews.

Abschied für immer? Salgado kündigt Rückkehr an

Bei den Blackburn Rovers spielt der 34-Jährige aktuell in der Premier League, mit denen auch Guti im vergangenen Sommer bereits in Verbindung gebracht wurde. „Wir hatten es in der Hand. Ich möchte nicht sagen, dass es eine einfache Entscheidung war, aber dafür eine sehr komfortable. Und am Ende sollte es nicht sein“, so erklärt er die damalige Entscheidung, nach England zu gehen, ohne seinen Kollegen Guti, der erst in diesem Jahr seinen Abschied bekannt gab und nun sein Glück in der Türkei bei Besiktas versucht.

Genau wie auch Vereinslegende Raúl, der in diesem Sommer zu Schalke 04 wechselte, waren sie die beiden letzten 'Real-Urgesteine', die die spanischen Hauptstadt verließen. „Es gibt ein Leben fernab von Real Madrid. Es gibt drei Fälle: Meinen, den von Guti und den von Raúl. Aber ich denke, dass wir uns alle bei Real Madrid eines Tages wieder sehen werden. Es ist schön, dass für uns dort alle Tore offen stehen. Ich denke aber, dass wir alle sehr intelligente Entscheidungen getroffen haben, damit, dass wir in einer anderen wettbewerbsfähigen Liga Erfahrungen sammeln können. Und irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, an dem man beispielsweise eine Etappe in den USA einlegt“, lässt Salgado seine Zukunft offen und ist dabei trotzdem glücklich mit dem Ende der 'Ur-Galaktischen' bei Real Madrid.

Die Zukunft wird zeigen, ob man die einstigen Real-Legenden wieder sieht. Butrageno, Valdano und Co. haben es vorgemacht...

geschrieben von Marcel Hildmann

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