Mit dem heutigen 1. Juli beginnt der Startschuss zur Copa América – dem Epizentrum der südamerikanischen Talentschau. Wer es sich in Europa leisten kann, hat einen Scout vor Ort, der messerscharf beobachtet und fleißig baggern wird. Speziell im Falle Neymars, der mit Brasilien den Titel klar machen will, wird ein Platz auf der Ehrentribüne zum Glücksspiel - 5 Topklubs jagen den Superstar und Real Madrid ist mit im Rennen. Doch droht der Deal nun zu platzen? Santos-Präsident Luis Alvaro de Oliveira Ribeiro sah sich gestern gezwungen, via offizieller Klub-Website einen Transfer des 19-Jährigen, zumindest derzeit, auszuschließen. Auch der Berater des Jungen sieht einen Wechsel, wiederum derzeit, als nicht möglich an. Doch warum hat sich der Wind gedreht und besteht dennoch eine Chance?
Laut brasilianischen Medienberichten, stand Real Madrid in der Pole-Positionen für eine Verpflichtung des Ausnahmetalents, in diesem Sommer sollte der Transfer über die Bühne gehen. Man schien bereit, die aufgerufenen 45 Mio. Euro auf den Tisch zu legen, wie weitere Vereine auch, doch verfügt Madrid über beste Kontakte zum Spieler, seinem Berater und nicht zuletzt zum Präsidenten des FC Santos. Der Immobilien-Mogul bestätigte erst vor Tagen seine exzellente Verbindung zum Bauunternehmer Pérez. „Mit ihm spreche ich direkt und rufe an, da gibt es keine Mittelsmänner. Ich habe ihm bereits meine Meinung gesagt und er hat sein Interesse am Spieler bekundet. Das ist ja bereits öffentlich bekannt.“
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Gestern Nacht jedoch der Paukenschlag oder doch nur taktisches Geplänkel? Auf der offiziellen Webpräsenz des FC Santos publizierte der Verein ein Kommuniqué des Präsidenten, in dem der 69-Jährige dem Megatransfer, zumindest in diesem Sommer, einen Riegel vorschob: „Der Abgang von Neymar ist aus sportlichen, marketingtechnischen und emotionalen Gründen nicht verhandelbar. Von der Technik her, ist er der beste brasilianische Spieler, aus Marketing-Sicht ist er ein mediales Phänomen, bekannt in der ganzen Welt und er wird von unseren Fans geliebt. Er war bei den letzten 4 Titeln, die wir in den vergangenen 18 Monaten gewonnen haben, entscheidend, auch in der Nationalmannschaft war er ein wichtiger Bestandteil. Er ist das größte Idol der Nationalmannschaft, das in Brasilien spielt und das ist etwas, was es seit Jahren nicht mehr gab. In jedem Fall werden wir auf alle Angebote antworten, dass wir diese derzeit nicht analysieren werden. Neymar wird zum FC Santos zurückkehren und wir werden alles dafür tun, dass er hier bleibt und in den nächsten Jahren bei uns glücklich ist,“ so die Mitteilung des Klub-Chefs.
War es das jetzt mit Madrids Sommertraum? Hinter vorgehaltener Hand kristallisiert sich die Strategie jedoch sehr schnell heraus. Der Dribbelkünstler soll zumindest noch bis zur Klub-WM (08.12 -18.12.2011) gehalten werden und dort gegen den FC Barcelona antreten. Der Spieler befindet sich derzeit in einer Zwickmühle. Zum einen will er nach Madrid, zum anderen mit seinem Verein unsterblich werden, die Katalanen schlagen und sich auf den Fußballolymp schwingen. Es gibt klare Anzeichen, dass die Königlichen dem Spieler entgegenkommen, seinen Wunsch akzeptieren und mitspielen.
Wie Realmadrid.de bereits berichtete, könnte Madrid der Konkurrenz ein Schnippchen schlagen und den Spieler bereits per handelsüblichem Vorvertrag an sich binden, ihn jedoch bis zum Winter in Brasilien lassen. Trotz des hohen Risikos, ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen - auch sein Berater Wagner Ribeiro scheint diese Strategie bereits verinnerlicht zu haben. „Es gibt sehr wenige Möglichkeiten, dass er jetzt bereits geht. Er will unbedingt die Klub-WM mit Santos spielen, diesen Traum will er sich erfüllen. Selbst wenn jetzt jemand die 45 Mio. Euro zahlt - der Spieler ist keine Handelsware, wenn er jetzt nicht gehen will, wird er nicht wechseln. Das letzte Wort hat immer noch er. Nach der Klub-WM kann man sich nochmal Gedanken machen.“
Fakt ist, ob der Spieler nun im Sommer kommt oder im Winter – alles hängt von einer Übereinkunft in den nächsten Monaten ab. Sollten die Blancos hier das Signal erhalten, dass auf Sicht von einem Jahr ein Wechsel nicht möglich sei, würde dies die Transferplanungen auf einen Schlag ändern. Die Option Kun Agüero, selbst ein Verbleib von Adebayor, stünde wieder zur Debatte. Realmadrid.de bleibt dran...
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