26.08.2010, 12:02
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Interviews

Ramos: „Madrid braucht Titel, mehr als alles andere auf der Welt!“

Er ist erst 24 Jahre alt und gehört zur absoluten Elite des Fußballs. Seit fünf Spielzeiten verdient er seine Brötchen in der spanischen Hauptstadt, ist hinter Iker Casillas, trotz seines Alters, bereits der zweite Kapitän und gleichzeitig ein absoluter Liebling der Fans. Die vergangene Saison war für Sergio Ramos von vielen Hochs und Tiefs gezeichnet: Seine durchgehend starken Leistungen wurden mit dem Weltmeistertitel mit der spanischen Nationalmannschaft gekrönt, doch mit Real Madrid sprang, trotz ähnlicher Leistungen, nicht ein einziger Titel raus...

„Wir werden beweisen, dass wir bereit sind, zu kämpfen!“

„Real Madrid braucht unbedingt einen Titel, mehr als alles andere auf der Welt. Wir sind hoch motiviert und wollen endlich eine Trophäe ergattern", so die klare Ansage an alle Fans weltweit. Vergleiche zwischen Real Madrid und dem neuen Weltmeister wollte der passionierte Flamenco Fan dennoch keine ziehen, denn im Gegensatz zur Nationalmannschaft sind die „Merengues" ein blutjunges Team, dass sich erst noch finden muss. „In der spanischen Nationalmannschaft spielen wir schon seit Jahren mit den gleichen Leuten zusammen und wir kennen uns alle sehr gut. Auf der anderen Seite bin ich sehr stolz auf unser Team bei Real Madrid und wir alle müssen beweisen, dass wir bereit sind, gegen die besten Teams der Welt zu kämpfen und das in jedem Spiel", zeigte er sich voller Euphorie.

Dass der Europameister von 2008 eine Stammplatzgarantie hat, steht außer Frage, weitaus interessanter ist die Tatsache, dass man bis jetzt noch nicht wirklich weiß, wo der Verteidiger am Schluss in der Startformation stehen wird. In den vergangenen Spielzeiten zeigte Sergio Ramos immer wieder, weshalb er zu den besten Außenverteidiger dieser Welt gehört, allerspätestens mit der erbrachten Leistung bei der Weltmeisterschaft konnte er die allerletzten Kritiker zum Schweigen bringen. Bekanntlich verfügt Sergio Ramos auch in der Innenverteidigung über große Qualität und kam, insbesondere in der Vorbereitung aufgrund der vielen Ausfälle in der Zentrale, sehr häufig auf dieser Position zum Einsatz. „Wir hatten in dieser Hinsicht nicht sehr viel Glück und wir hoffen, dass die Situation sich bald bessert. Garay, Pepe und Albiol sind alle verletzt. Wir hoffen, dass diese Pechsträhne bald ein Ende hat. Ich will einfach nur spielen. Jeder Spieler möchte, dass er das vollste Vertrauen des Trainers besitzt. Ich beherrsche die Position des Innen- und Außenverteidigers perfekt und fühle mich immer wohl. Was wirklich zählt, ist dass ich mein Bestes gebe!", erklärte er nüchtern die Ungewissheit über seine Rolle im Team.

Ein Ende der Durststrecke? „Mourinho ist das Gegengift für Barcelona“ 

Trotz der vielen Ausfälle gibt es für den „Sevillano" keinen Grund zum Unmut, denn in der Vorbereitung zeigte das Team, dass sie fähig sind, all diese Ausfälle zu kompensieren und haben keine einzige Partie in diesem Sommer verloren. Ein gutes Omen für die kommende Saison? „Für eine Feststellung ist es noch viel zu früh, aber ich persönlich bin sehr stolz auf das neue Projekt und die neuen Spieler werden ihr Bestes geben, um sich komplett ins Team zu integrieren. Der wichtigste Punkt ist, dass wir eine echte Einheit geworden sind," mahnte er zur Vorsicht und versuchte die Euphorie, die seit der Ankunft von José Mourinho herrscht, ein wenig einzudämmen. Doch ganz offensichtlich ist auch Ramos von der „Mourinho Manie" angesteckt worden, denn auch er hat für seinen neuen Coach nur lobende Worte übrig: „Ich glaube er ist ein großartiger Trainer und seine Erfolge geben ihm Recht. Er ist sehr erfahren und wir sind bereit alles zu tun, was er von uns verlangt. Er ist eine großartige Person und ein fantastischer Coach, der aus jedem das Beste herausholt." Topleistungen werden auch von Nöten sein, um wieder Titel in die spanische Hauptstadt bringen zu können. Was aber ein Stich im Herzen jedes Madridistas ist, ist die Tatsache, dass man in den letzten vier Partien gegen den FC Barcelona nicht gewinnen konnte! Weder Bernd Schuster oder Juande Ramos, noch Manuel Pellegrini konnten in den letzten zwei Jahren etwas gegen den Erzrivalen aus Katalonien ausrichten und mussten hilflos mit anschauen, wie man gegen den Erzrivalen nicht nur wichtige Punkte liegen ließ, sondern auch die Meisterschaft verloren hat. Ein tragischer Umstand, der unter dem Portugiesen endlich ein Ende haben sollte: Mourinho ist das Gegengift für Barcelona. Ich hoff es!"

Nach den Abgängen von Raul und Guti wurde der noch sehr junge Akteur bereits zum Vize-Kapitän des größten Vereins der Welt befördert. Eine vielleicht zu große Bürde für einen 24 Jährigen, der selbst mitten in seiner Entwicklung steckt? Eine schwierige Aufgabe, die der Weltmeister nur allzu gern annimmt! „Ich hatte das Glück, dass ich die Garderobe bei Real Madrid und Sevilla mit großartigen Kapitänen teilen durfte. Javi Navarro und Pablo Alvaro waren erfahrene Männer, die mir zeigen konnten, auf was es wirklich ankommt. Ich bin bereits sechs Jahre bei Real Madrid und ich konnte glücklicherweise sehr viel von Raúl und Guti lernen. Sie lehrten mich die Werte des Klubs und was es bedeutet dieses Emblem und Trikot tragen zu dürfen. Wir Captains haben eine große Verantwortung, denn wir müssen alle die jungen Spieler ausbilden," zeigte er sich unbeeindruckt und unerschrocken. Ob er dieser Aufgabe tatsächlich gewachsen ist, wird sich bereits in wenigen Tagen zeigen, denn am kommenden Sonntag startet endlich wieder "La Liga"! Die meisten Experten erwarten wieder ein heißes Titelrennen zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona, anderen Klubs werden kaum Chancen eingeräumt. Ein Umstand, der Sergio Ramos überhaupt nicht gefällt. „Ich habe es lieber, wenn mehr Wettbewerb zwischen allen Teams herrscht. In den letzten Jahren waren Real Madrid und Barcelona die dominierenden Mannschaften, aber die anderen Teams haben sich sehr gut verstärkt und wir hoffen, dass das Niveau weiterhin sehr hoch ist. Wir hoffen, dass andere Teams um den Titel mitkämpfen können," gab er zum Schluss des Interviews mit „Realmadrid.com" zu wissen, mit dem klaren Hintergedanken, dass der Erzrivale in der kommenden Saison gegen andere Teams endlich öfters Punkte liegenlassen werden.

geschrieben von Gian Dominguez

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